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Döbeln Funkende Stromzähler sollen nach Kriebstein kommen
Region Döbeln Funkende Stromzähler sollen nach Kriebstein kommen
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00:33 03.06.2018
Mit dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende ist auch das Ende der bisherigen Drehstromzähler beschlossen worden. Quelle: dpa
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Kriebstein

Seit 2016 ist das Gesetz zu Digitalisierung der Energiewende beschlossene Sache. Die Tage von herkömmlichen Stromzählern sind damit gezählt. Die Bestimmung schreibt nämlich den Einbau sogenannter moderner Messeinrichtungen und intelligenter Messsysteme bis 2032 verbindlich vor. Die neue Technik eröffnen sowohl für Netzbetreiber, Stromanbieter als auch Kunden neue Wege und Anwendungsmöglichkeiten. Was der regionale Energieversorger EnviaM vor hat, haben Vertreter der Unternehmensgruppe auf der jüngsten Sitzung des Kriebsteiner Gemeinderates vorgestellt. Ziel ist es, im Gemeindegebiet ein Pilotprojekt mit spezieller Technik durchzuführen.

Pilotprojekt mit neuer Technik

Doch zunächst zu den Grundlagen: Die auf jeden Haushalt zukommende moderne Messeinrichtung bietet dem Kunden im Vergleich zu vorher einen leicht detaillierteren Einblick in den Verbrauch. Das Gerät speichert tages-, wochen-, monats- und jahresscharfe Verbrauchswerte der letzten zwei Jahre und wirft diese – durch einen PIN-Code gesichert – auch direkt über ein Display aus. „Wir haben bereits im letzten Jahr damit begonnen, die Messeinheiten im Gebiet zu verteilen“, gab Holger Stöckel von der Envia-Tochter Mitnetz Strom bekannt. In Kriebstein seien derzeit schon 128 der neuen Zähler verbaut. Was sich mit der neuen Technik jedoch nicht ändert, ist wie der Zählerstand zum Netzbetreiber kommt. Das passiert auch in Zukunft nach wie vor über einen Vor-Ort-Termin mit dem Ableser oder über Selbstablesung und dem Versenden der Werte per Post. Diesen Prozess will die Mitnetz Strom jedoch straffen und dazu die sogenannte Moderne Messeinrichtung Plus unter anderem in Kriebstein pilotieren. Der Ansatz sieht vor, die sowieso verpflichtend kommende Technik mit einem Funkmodul auszustatten. Geht dieser Plan auf, muss der Ableser künftig nur noch in Reichweite am Zähler vorbeifahren und kann die Werte ohne nötigen Termin vor Ort auslesen – verschlüsselt, wie das Unternehmen versichert.

Teile des Gemeinderates skeptisch

Ob das eine größere Belastung für den Menschen mit sich bringe, wollte unter anderem Bürgermeisterin Maria Euchler wissen. „Jedes Gerät wird vom Hersteller geprüft und es darf die zulässigen Strahlenwerte nicht überschreiten“, erläuterte Holger Stöckel. Zudem sende die Funkeinheit nicht dauerhaft. Vielmehr steht sie auf Empfang und spuckt nur Daten aus, wenn sie vom Ableser im Vorbeifahren angesprochen wird. „In der Testphase werden wir selbstverständlich öfter zum Ablesen durch die Gemeinde fahren, später ist jedoch nur einmal im Jahr angedacht“, fügte Stefan Buscher, Pressesprecher der EnviaM, an. Gemeinderat Steffen Schramm (Freie Wähler) verlieh seiner Skepsis Ausdruck: „Ich sehe das als reine Gewinnoptimierung des Unternehmens, um Lohnkosten einzusparen.“ Andrea Röder-Reglich (CDU) geht die Idee zu weit: „Ich bin gegen eine Digitalisierung auf allen Ebenen. Neuerungen sollte man immer mit einem gewissen Augenmaß durchführen.“

Freiwillige Teilnahme

Bringt die Pilotphase nicht die gewünschten Ergebnisse, bleiben die Geräte zwar verbaut, doch das Funken wird eingestellt und der Ableser braucht wie üblich Zugang zum Zähler. Der Netzbetreiber wird demnächst damit beginnen, die Kriebsteiner schriftlich über das Testvorhaben zu informieren. Die Teilnahme ist freiwillig.

Von André Pitz

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