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Döbeln Fusionsgeplänkel für Wohnungsverwaltungen in Leisnig
Region Döbeln Fusionsgeplänkel für Wohnungsverwaltungen in Leisnig
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12:06 21.11.2016
Ina Pugell soll für Leisnig die fehlende Geschäftsführerstelle der Wohnungsverwaltung ausbügeln. Quelle: Dirk Wurzel
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Leisnig/waldheim/Hartha

Seit einem Jahr steht Ina Pugell von der Waldheimer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft in Leisniger Diensten, leitet das operative Geschäft des dortigen Unternehmens. Als Dauerzustand ist das nicht vorgesehen: Der Vertrag läuft Ende 2017 aus.

In der Zeit, in der die Geschäftsführerin des Waldheimer Wohnungsverwaltungsunternehmens die Arbeit in Leisnig nebenbei erledigt, sollte für das dortige Unternehmen eine eigene Geschäftsführung gefunden werden. Eine Alternative gibt es nicht, es sei denn, in Sachen Wohnungsverwaltung kommt die selbe Strategie zur Anwendung wie schon in Sachen Abwasserentsorgung: Leisnig versucht, ein eigenes Problem zu lösen, indem den potenziellen Partnern Waldheim und Hartha die große Fusion schmackhaft gemacht wird.

Dabei wären die drei Wohnungsunternehmen zumindest theoretisch einfacher verschmelzbar als die zwei Abwasserverbände. Bei Letzteren fehlt es schon an diversen Abrechnungs- und Strategiepapieren, die erst noch vorgelegt werden müssen.

Vorsichtiges Taktieren auf allen Seiten

Bei den Wohnungsunternehmen läuft das operative Geschäft, oder wie Ina Pugell es formuliert: „Mieter und Geschäftspartner haben wahrscheinlich den Wechsel von Sonja Jäschke an der LWVG-Spitze zu Ina Pugell nicht wahr genommen. Und so ist es gut.“ Im Rahmen des Städtebundes Sachsenkreuz wurde schon länger zumindest theoretisch über einen Zusammenschluss der drei kommunalen Wohnungsverwaltungsunternehmen nachgedacht.

Zuletzt trafen sich am Dienstag in geschlossener Runde Vertreter der Aufsichtsräte aus Hartha, Leisnig und Waldheim, dazu Ratsmitglieder und Stadtoberhäupter, um die Perspektiven auszuloten. Dem Vernehmen nach kam mehr als das bereits auf Abwasserzweckverbands-Ebene verlautbarte Geplänkel nicht zustande: Erst mal abwarten, Zahlen vorlegen lassen und diese studieren, alle Möglichkeiten und Rahmenbedingungen prüfen.

Kein wirkliches Miteinander

Ina Pugell sagt zum gegenwärtigen Stadium: „Im Grunde teile ich mich auf zwischen Waldheim und Leisnig. Ein wirkliches Miteinander ist es nicht.“ Außer, dass in Waldheim und Leisnig das gleiche Rechnerprogramm genutzt wird, was die Arbeit erleichtere, gebe es wenig Gemeinsamkeiten. Und Leisnig bekommt für die Dienstleistung der Waldheimer Geschäftsführerin eine Rechnung.

Wirklich auf Fusion stehen die Zeichen nicht. Pugell: „Noch dieses Jahr soll es von allen drei Aufsichtsratsgremien Sitzungen geben. Vielleicht ist man dann den nötigen Willensbekundungen für eine Fusion näher?“ Unter Zugzwang sei nur Leisnig, ab 1. Januar 2018 eine Geschäftsführung für die LWVG zu haben. Sie selber könne das in der gegenwärtigen Form dann nicht mehr sein.

Leerstand in Leisnig relativ teuer

Die wirtschaftliche Entwicklung der LWVG sieht sie verhalten positiv: Der Leerstand von Wohnungen habe sich nicht weiter erhöht, liege bei 14 Prozent des Gesamtbestandes. Der Leerstand sei jedoch in Leisnig teurer als in Waldheim, denn in der Stadt auf dem Berge sei im Unterschied zur Zschopaustadt auch sanierte Bausubstanz unbewohnt. Die fehlenden, jedoch als Einnahmen kalkulierten Mieten - wegen des Leerstandes als Verlust zu buchen - liegen damit automatisch höher, als wenn unsanierter Wohnraum leer steht.

Bei der LWVG ist Ina Pugell für die Verwaltung von 350 Wohneinheiten zuständig. Ein- bis zweimal in der Woche ist sie dafür dort anwesend. Für die Finanzbuchhaltung wurde befristet bis Ende 2017 eine Arbeitskraft in Leisnig eingestellt.

Von Steffi Robak

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