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Gallschützer wehren sich gegen geplante Getreidesilos

Beschwerdebrief mit 18 Anwohner-Unterschriften Gallschützer wehren sich gegen geplante Getreidesilos

Die Gallschützerin Elisabeth Pötzsch fühlt sich von der Gemeinde Großweitzschen allein gelassen. Über den Ende Juni im Rat abgesegneten Neubau von drei Getreidesilos in Gallschütz mit 16-Meter-Förderanlage hat sie erst aus der DAZ erfahren. Nun organisiert sie den Widerstand gegen das Projekt von Landwirt Hans-Georg Munz.

Auf den höchsten Punkt in Gallschütz sollen die Getreidesilos und die Förderanlage gebaut werden. Elisabeth Pötzsch und ihr Nachbar Ralf Kuwilsky sind davon alles andere als begeistert. Sie fürchten Lärm und Staub durch an- und abfahrende LKWs.
 

Quelle: Sven Bartsch

Gallschütz.  Die Nachricht von drei bis zu 16 Meter hohen Getreidesilos, die Landwirt Hans-Georg Munz in Sichtweite ihres Hauses in Gallschütz errichten will, traf Elisabeth Pötzsch Anfang Juli in der DAZ völlig unvorbereitet. Sie ist erbost, dass weder Munz noch die Gemeinde aus ihrer Sicht im Vorfeld genügend über das Vorhaben informiert haben und plant nun mit anderen Anwohnern gegen das bereits im Gemeinderat abgesegnete Projekt vorzugehen.

„Die Anlieger haben nichts gewusst. So etwas gehört ins Gemeindeblatt“, sagt Elisabeth Pötzsch. „Im Zeitalter von Computer und Internet wird so ein Bauvorhaben in einem Schaukasten ausgehängt, zu dem es nicht mal einen Fußweg gibt“, schreibt die 70-Jährige zudem in einem Brief an die Gemeinde und das Bauordnungsamt, der der DAZ vorliegt.

Die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung, auf der das Vorhaben als Getreidelager mit Trocknung und Waage aufgeführt worden war, habe eine Woche vor dem Sitzungstermin Ende Juni im Schaukasten am ehemaligen Konsum in Gallschütz ausgehangen, entgegnet dagegen Bürgermeister Ulrich Fleischer (parteilos). „Jeder weiß, dass dienstags Gemeinderatssitzung ist. Man kann nicht jedem Einwohner in der Nachbarschaft einen Besuch extra nahe legen. Da herrscht ein gewisser Gleichbehandlungsgrundsatz. Wir sind früher mit unseren Gemeinderatssitzungen von Ort zu Ort gezogen und keinen hat es interessiert“, sagt Fleischer.

Doch nicht nur die aus Sicht der Gallschützer fehlende Information durch die Gemeinde wird bei einem nun vereinbarten Treffen von Elisabeth Pötzsch und Bürgermeister Fleischer in der kommenden Woche in Großweitzschen eine Rolle spielen. „Keiner weiß, macht das viel Krawall oder Staub? Ich habe eine Lungenkrankheit und brauche gute Luft. Und bei der Höhe, auf der gebaut werden soll, ist das für uns gar nicht abzudämmen“, sagt Pötzsch. Sie befürchtet starken Lärm durch die an- und abfahrenden Lkws, besonders, wenn sie leer sind. Dazu sei niemand über die Brand- und Explosionsgefahr einer solchen Anlage aufgeklärt worden. Die Begrünung, die der Gemeinderat als Bedingung gestellt hatte, erachten die Gallschützer als zu schwache Maßnahme, zumal das Zuwachsen einige Jahre in Anspruch nehmen werde. Zur Lärmminderung fordert Pötzsch mit den 17 Unterzeichnern des Briefes einen Erdwall um die Silos, wie er bereits um die Biogasanlage von Munz besteht.

In der Kritik der Gallschützer steht auch die Vorgehensweise von Hans-Georg Munz, der sich weiterhin nicht öffentlich zum Vorhaben äußert. „Herr Munz muss sich die Frage gefallen lassen, warum keine Infoveranstaltung gemacht wurde, wie es beispielsweise bei der Biogasanlage der Fall war“, schreibt Pötzsch weiter. Hier zeigt auch Ulrich Fleischer Verständnis. „Zumindest wäre eine Aussage über eventuelles Lärmgeschehen mit Anlieferung und Abtransport besser gewesen.“.

Ob sich durch den Protest der Anwohner noch einmal etwas am Ratsbeschluss ändert, ist offen. „Es müsste ein Antrag gestellt werden, das nochmal auf die Tagesordnung zu setzen wie es in der Gemeindeordnung festgelegt ist“, erklärt Fleischer. Genehmigungsbehörde sei aber letztlich ohnehin das Bauordnungsamt beim Landkreis.

Von Sebastian Fink

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