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Döbeln Gasrohr defekt: Verdacht auf Leitungsklau
Region Döbeln Gasrohr defekt: Verdacht auf Leitungsklau
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13:25 29.08.2018
Explosionsgefahr in Harthas Innenstadt: Gas tritt aus. Quelle: Sven Bartsch
Hartha

Einfach ein Stück Rohr abgesägt... Unbekannte Altmetalldiebe sorgen für unruhige Stunden in Hartha: Dienstagvormittag herrscht Explosionsgefahr. Polizei und Feuerwehr sperren Goethe- und Annenstraße weiträumig ab. Ein Teilstück vom Gasleitungsanschluss zum Haus Nummer 13 der Goethestraße fehlt. Doch das stellt sich erst im Laufe des Tages heraus. Bis dahin ist unklar: Woher kommt das ausgetretene Gas?

Am Dienstag wurde zeitweise die Evakuierung eines ganzen Viertels der Harthaer Innenstadt in Erwägung gezogen. Bürger hatten Gasgeruch wahrgenommen.

Bürger nehmen bereits seit Tagen diesen verdächtigen Geruch wahr. Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos). „Das Gas drückte ins alte Konsumgebäude und sammelte sich dort. Bis zum Dienstag erhöhte sich die Konzentration bis zum kritischen Punkt der Explosionsgefahr.“ Selbst in angrenzenden Straßen war der Gasgeruch zu vernehmen.

In den Vormittagsstunden vom Dienstag nehmen Bürger den Geruch so extremen wahr, dass Alarm schlagen. Polizei und Feuerwehr sperren alles ab, veranlassen Passanten, die Einsatzstelle schnellstmöglich zu verlassen und fortan zu meiden. „Wir müssen von größter Explosionsgefahr ausgehen“, sagt Mike Wagner, stellvertretender Stadtwehrleiter.

Das Gas muss raus aus dem Haus. Dafür kommt ein wasserbetriebener Überdruckbelüfter zum Einsatz. Bei dessen Finanzierung unterstützte das Unternehmen Pierburg die Stadt. Jetzt wird es gebraucht. Und so gehen die Feuerwehrleute vor: Gas ’raus aus dem Haus, dann Gerät abstellen und per Messgerät prüfen, ob, wie schnell und von wo sich wieder Gas sammelt.

„Wenn wir die Austrittsstelle nicht finden, müssen wir die Gebäude räumen“, sagt Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos). Bis Mittag ist nur die Rede von den Häusern Nummer 11 und 13. Letzteres, der alte Konsum mit der früheren Bäckerei, rückte vor Jahren schon einmal in den Focus, als die Polizei dort eine Cannabis-Plantage aushob. Der Konsum steht leer.

Das Haus Nummer 11 hat jemand erworben. Der Besitzer ist nicht anzutreffen, kommt später dazu und wird informiert. Gegen Mittag – die Suche nach dem Leck dauert an – wird erstmals die großräumige Evakuierung des Quartiers in Betracht gezogen. Parallel dazu verständigt der Bürgermeister die Schule: Goethe- und Annenstraße stehen für den Heimweg nicht zur Verfügung.

Zudem sollten die Kinder nach Schulschluss das Gebäude am besten nach hinten zum Schulhof verlassen. Eine Vorsichtsmaßnahme. Kinder sind neugierig. In der Nähe eines nicht auffindbaren Gaslecks können die Einsatzkräfte sie nicht gebrauchen. Sie sollen besser nach Hause gehen. Die Lage wird ernst genommen. Der Einsatz verläuft ruhig und konzentriert.

Dann machen sich Feuerwehrleute um Einsatzleiter René Greif auf die Suche nach einem vermeintlichen Leck: Unter schwerem Atemschutz durchsuchen sie den Keller. Doch sie finden keine Gas-Austrittsstelle. Die Versorger für Strom und Gas haben in dem Bereich alles abgestellt. Die Gefahr einer Explosion soll ausgeschlossen werden. Schon das Telefonat mit dem Handy oder ein Klingeln an der Tür kann gefährlich sein.

Die Gaszufuhr zu unterbrechen, würde das Netz der gesamten Stadt lahm legen. Davon wären auch Unternehmen in Größenordnungen betroffen. Suchschachtungen in der Straße werden angelegt. Das Leck findet sich dann an der Rückseite des Hauses.

Evelin Zaruba, Sprecherin des Netzbetreibers Mitnetz-Gas: „Unsere Mitarbeiter sind mit ihren Messgeräten vor Ort.“ Erdgas sei in der Regel nicht gesundheitsgefährdend, verdränge in hoher Konzentration jedoch die Atemluft, vor allem in geschlossenen Räumen. Gegen 13 Uhr ist die Gas-Austrittsstelle lokalisiert: Von einer im Leitungslageplan nicht verzeichneten Zuleitung zum Haus Nummer 13 fehlt ein Teilstück. Zaruba: „Wir gehen davon aus, dass dort ein Stück Leitung gestohlen wurde. So konnte das Gas austreten.“ Ein Bagger wird angefordert, die Stelle in der Nähe der Fehlstelle aufgegraben und diese repariert. Das Leck ist geschlossen. Restarbeiten sollen laut Zaruba bis Ende der Woche beendet sein.

Von Steffi Robak

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