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Gasthof Gleisberg: Landesamt streicht Denkmalstatus

Abriss leichter möglich Gasthof Gleisberg: Landesamt streicht Denkmalstatus

Der alte Gleisberger Gasthof steht nicht mehr unter Denkmalschutz. Das sächsische Landesamt für Denkmalpflege hat den Schutzstatus gestrichen. Das seit Jahren vor sich hindümpelnde, desolate Gebäude könnte nun leichter abgerissen werden. Die Gleisberger wünschen sich eine Aufwertung des Areals.

Die Ostseite des Gleisberger Gasthofes mit dem Saalanbau. Innen sind Decken herabgebrochen und Fußböden kaputt. Das Dach hat große Löcher.

Quelle: Olaf Büchel

Gleisberg. Der alte Gleisberger Gasthof steht nicht mehr unter Denkmalschutz. Das sächsische Landesamt für Denkmalpflege hat den Schutzstatus gestrichen. Das seit Jahren vor sich hindümpelnde, desolate Gebäude könnte nun leichter abgerissen werden. Die Gleisberger wünschen sich eine Aufwertung des Areals. Was der Eigentümer des Objektes davon hält, ist bislang unklar.

Wer die goldenen Jahre von Gasthof und Saal miterlebt hat, dem stehen jetzt beim Anblick der Bruchbude die Tränen in den Augen. Im Dach klaffen riesige Löcher. Fensterscheiben sind kaputt, Türen und große Fenster mit Spanplatten verriegelt und verrammelt. Der Putz bröckelt, drinnen sind Decken und Fußböden herabgebrochen, es liegt Müll herum.

Noch bis 1993 diente das um 1850 errichtete dominante Gebäude in der Ortsmitte der Einkehr. Dann ging es bergab. „Der Gasthof ist nicht mehr zu retten. Da muss man schon ehrlich sein“, bringt es der Gleisberger Ortschaftsratschef Bernd Handschack (CDU) auf den Punkt. Nun ist das auch schwarz auf weiß von amtlicher Seite bestätigt. Das Landesamt für Denkmalpflege weist das Objekt mit seinem Fachwerk zwar als Straßenbild prägend für Gleisberg aus. Doch im aktuellen ausführlichen Denkmalverzeichnis vom 14. Januar dieses Jahres bescheinigt das Amt auch einen zunehmenden Verfall und dass „eine Restaurierung nur unter Verlusten großer Teile der Originalsubstanz“ denkbar ist. Fazit: Streichung von der Denkmalliste.

Bernd Handschack kann sich nun vorstellen, dass die Kommune den Gasthof für einen symbolischen Preis vom Eigentümer erwirbt, ihn dann mit Hilfe von Fördermitteln abreißen und das Areal neu gestalten lässt. „Das muss natürlich alles in das EU-Programm passen“, sagt der Ortsvorsteher. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, an der zentralen Stelle einen überdachten Haltepunkt für die fliegenden Händler zu schaffen, die regelmäßig im Dorf ihre Waren anbieten. Da eine benachbarte alte Scheune bereits abgerissen ist und dort Bauplätze für zwei Eigenheime entstanden sind und außerdem in der Nähe noch in diesem Jahr ein neuer Begegnungsplatz für die Bewohner entstehen soll, würde das gesamte Gebiet eine deutliche Aufwertung erfahren.

Die große Frage ist, ob der Besitzer den erhofften symbolischen Verkaufs-Preis akzeptiert. An der Gasthof-Fassade hängt ein Schild mit der Aufschrift: „Eigentümer verkauft provisionsfrei“. Die Vorwahl der dabei stehenden Telefonnummer führt an die Nordsee, nach Butjading bei Bremerhaven. Wer die komplette Nummer wählt, kommt an einem toten Anschluss heraus...

Von Olaf Büchel

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