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Gasthof „Wilder Mann“ Ostrau: Der erste Schritt zurück in den Festsaal

4000 Euro Anschubfinanzierung Gasthof „Wilder Mann“ Ostrau: Der erste Schritt zurück in den Festsaal

Im Gastraum unten kann bald wieder gefeiert werden, nun soll auch der Festsaal des Ostrauer Gasthofes „Wilder Mann“ saniert werden. Der erste Schritt ist die Freilegung von Wand- und Deckenkunst. Dafür steuert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz 4000 Euro als Anschubfinanzierung bei.

Hat unter einer nicht fachgerechten Sanierung zu DDR-Zeiten gelitten: Die Stuckdecke des Festsaals im Wilden Mann Ostrau von 1897.

Quelle: Natasha Allner (Archiv)

Ostrau. Bald zieht neues Leben in den Gasthof „Wilder Mann“ in Ostrau. Seit zwei Jahren ist der Verein Kulturdenkmal Gasthof Wilder Mann mit Arbeitseinsätzen in Schankraum, Küche und Gastraum im Erdgeschoss befasst. Dort soll noch in diesem Jahr wieder gefeiert werden. Nun soll es im Festsaal oben weitergehen. Dazu trägt auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) einen Teil bei. Gert Jubisch, Ortskurator Oschatz der DSD, überbrachte gemeinsam mit Michael Schmitt von Lotto Sachsen den symbolischen Fördervertrag über 4.000 Euro an Vereinschefin Monika Fischer. Damit ist der „Wilde Mann“ eines von über 750 Objekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mitteln der „Glücksspirale“ allein in Sachsen fördern konnte.

Gedacht ist die Summe als Anschubfinanzierung für eine deutlich kostenintensivere Sanierung von Decke und Wänden im Festsaal. „Es wird eine Musterachse freigelegt zur Begutachtung und Festlegung künftiger Maßnahmen. So können wir zeigen, wie man mit der Sanierung fortfahren kann“, erklärte Jubisch den Gästen, zu denen auch eine Vielzahl von Vereinsmitgliedern wie Bürgermeister Dirk Schilling oder Gewerbeverbandschef Bernd Sonntag gehörten. „Wir freuen uns, dass wir mit ins Boot genommen wurden – das ist eine wunderbare Freude“, sagte Monika Fischer, die selbst auf die Stiftung zugegangen war. Der freie Architekt Thorsten Kühnrich, der auf Denkmale spezialisiert ist und den Verein seit seiner Gründung 2014 in Sachen Wilder Mann berät, erklärte die Vorgehensweise für die Arbeiten, die schon im Mai beginnen sollen.

„Durch den sperrigen Dispersionsanstrich aus DDR-Zeiten ist einiges vom Gips des Stucks abgefallen. Dadurch wurde die Deckenmalerei von 1847 freigelegt. Wir wollen den alten Anstrich abnehmen, damit nicht noch mehr Gips abfällt. Die Musterachse wird alle wichtigen Bereiche tangieren, die zur Malerei des Saals gehören.“ Dazu hat Kühnrich bereits Kontakt zu Restaurateuren aus der Region aufgenommen. Ziel sei es, den Stuck, der erst 1897 angebracht wurde, wieder im Originalzustand herzustellen, dabei aber einige Sichtfenster in die vorherige Bemalung offen zu lassen.

Was genau möglich ist, sollen die Arbeiten nun zeigen. Dass sich die Stiftung auch in Zukunft an der Finanzierung der Sanierung beteiligt, ist dabei durchaus wahrscheinlich. „Wir haben das Objekt jetzt im Fokus und stehen in Kontakt. Man muss sehen, was sich aus den Arbeiten jetzt ergibt“, sagte Gert Jubisch bei der Überreichung des Förderschecks.

Derweil wird es dieses Jahr auch an anderen Stellen des Gasthofs vorangehen. „Der Gastraum unten ist jetzt mit Spachtelmasse ausgegossen. Nun wird noch ein Fußbodenbelag verklebt. Heizung, Strom und Gas liegen an. Schankraum und Küche sind auch fast soweit, dass es Feierlichkeiten hier geben kann“, sagte Dirk Schilling optimistisch. Zuvor soll noch einmal grundgereinigt werden. Vereinsmitglied Heike Grundmann kündigte für Sonnabend, 23. April, einen Großputz im Wilden Mann an. „Geplant ist eine Komplettreinigung der Räume unten. Alle Helfer mögen bitte Putzutensilien wie Eimer, Lappen und Putzmittel selbst mitbringen“, rief sie auf.

Treff ist um 9 Uhr. Wer mitmachen möchte, soll sich vorher bei Monika Fischer unter Tel. 034324/21552 anmelden.

Von Sebastian Fink

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