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Gebetsglocke, Taufglocke und Missionsglocke per Kran aus dem Kirchturm von St. Nicolai geborgen

Gebetsglocke, Taufglocke und Missionsglocke per Kran aus dem Kirchturm von St. Nicolai geborgen

Nach 90 Jahren wurden gestern die ersten drei der insgesamt vier Eisenstahlgussglocken aus der Glockenstube der Nicolaikirche gehoben.

Döbeln.

 

 

 

 

 

 

 

An einem riesigen Kranarm schwebte gegen 10.20 Uhr zunächst die Gebetsglocke zur Erde herab. Zahlreiche Schaulustige verfolgten das Schauspiel. Auch die Kinder aus dem Evangelischen Kindergarten waren wieder da. Die Taufglocke war die nächste, welche an dem ausfahrbaren Kranarm aus der Glockenstube geholt und neben der Kirche abgesetzt wurde. Für die dritte, die Missionsglocke, mussten sich die Zuschauer dann noch bis zur Mittagszeit gedulden, denn ein Balken war noch im Weg, bevor auch diese Glocke geborgen werden konnte. Pfarrer Lutz Behrisch war extra in den Glockenturm hinaufgestiegen, um jede Glocke zum Abschied noch einmal mit einem Hammer symbolisch anzuschlagen.

Die 3,75 Tonnen schwere Abendmahlsglocke wird am kommenden Montag aus dem Kirchturm geholt. Sie bekommt unter den Augen des großen Reformators Martin Luther, neben seinem Denkmal, ihren neuen Platz.

"Nein ich bin heute nicht traurig. Die Glocken bleiben ja als Symbole erhalten und wir bekommen neue Glocken aus Bronze", sagt Pfarrer Lutz Behrisch. Er kann aber ahnen, wie sich die Vorfahren gefühlt haben, wenn sie ihre Glocken zum Einschmelzen für den Krieg hergeben sollten. Die geweihten und gesegneten Glocken bleiben nun als stählerne Monumente im Umfeld der Kirche erhalten. Ansonsten müssten die Glocken auf dem Friedhof in geweihter Erde begraben werden.

Im Glockenturm von St. Nicolai erfolgen jetzt umfangreiche Umbauarbeiten. Vorgesehen ist eine Erneuerung des Glockenstuhls, der die alte Form von 1730 wieder erhalten soll. Die Glocken hängen dann wieder hintereinander. Bis März 2012 sollen neue, kleinere und leichtere Bronzeglocken installiert werden. Die Bronze dafür hat die Gemeinde bereits gekauft und der Auftrag zum Glockengießen wurde bereits an eine Passauer Firma vergeben.

 

 

 

❏ Am 8. Juli 1917 läuteten die alten Bronzeglocken der Nicolaikirche zum letzten Mal gemeinsam. Die Glocken wurden ausgebaut, zerschlagen und für den Krieg eingeschmolzen. Eine läutete weiter.

❏ Am 2. November 1921 wurden die heutigen Stahlglocken auf dem Hof der Greinerschen Fabrik angeliefert und am 6. November geweiht und in einer feierlichen Prozession zur Kirche gebracht.

❏ Gestiftet wurden die vier Glocken von den Familien Tümmler, Oswald Greiner, Emil Stockmann, Alfred und Georg Richter.

❏ "Selig sind, die zum Abendmahl des Lammes berufen sind", steht auf der großen Glocke. O Land, Land, Land höre das Wort", "Betet ohne Unterlaß" und "Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden", steht auf den anderen Glocken.

Thomas Sparrer

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