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Döbeln Geburten-Aufschwung im Helios-Krankenhaus Leisnig
Region Döbeln Geburten-Aufschwung im Helios-Krankenhaus Leisnig
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11:52 04.05.2016
Seit 20 Jahren betreibt der Helios-Konzern das Krankenhaus in Leisnig erfolgreich.  Quelle: Sven Bartsch
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Leisnig

 Das Helios-Krankenhaus rechnet in diesem Jahr mit 570 Geburten – ein Rekord in der 20-jährigen Geschichte des Hauses. Als Helios das Leisniger Krankenhaus vor 20 Jahren übernommen hat, kamen 315 Kinder zur Welt. Im vergangenen Jahr waren es 501 und der Trend ist steigend. Klinikgeschäftsführerin Peggy Kaufmann sieht einen Grund für diesen Anstieg in der Schließung der Geburtenstation an der Collm-Klinik Oschatz. „Eine Geburtenstation ist wirtschaftlich gesehen nicht kriegsentscheidend – aber wichtig! Bei unseren Größenordnungen ist der Bereich stabil und zukunftsträchtig“, sagt Peggy Kaufmann.

Neue Notfallambulanz geplant

Zukunft hat am Helios-Krankenhaus auch die Notfallmedizin. Es plant den Bau einer neuen Notfallambulanz an der Colditzer Straße. Etwa drei Millionen Euro will Helios investieren. Dafür hat das Krankenhaus Fördergeld beantragt und wartet auf die Bewilligung. Auch wenn Peggy Kaufmann noch nicht bis ins letzte Detail gehen kann, steht derzeit soviel fest, dass die Anfahrt für die Rettungswagen überdacht sein soll.

Die Ärzte der Leisniger Klinik bestreitet derzeit etwa 85 Prozent des Notarzt-Dienstplanes in der Region. „Das bedeutet für uns auch einige Anstrengungen. Wir bezahlen die Ausbildung der Ärzte und stellen sie frei für Notarztdienst“, sagt Klinikgeschäftsführerin Peggy Kaufmann.

Privatisierung war kluge Entscheidung

1996 hat die Helios-Klinikkette das Kreiskrankenhaus Leisnig übernommen. Die Eigentumsverhältnisse waren schwierig, denn das Spital gehörte vielen Krankenkassen. „Wir hatten keine Vorbilder in Sachsen. Da waren wir die ersten“, sagt Dr. Manfred Graetz, damals Landrat des Kreises Döbeln. Der Kreistag stimmte dafür mit nur einer Enthaltung für die Privatisierung. „Auch die Klinikleitung und der Personalrat stimmten zu“, erinnert sich Dr. Graetz. „Privatisierung ist ein Thema, das nicht gerade besonders beliebt ist“, sagt Heiner Stephan, damals Bürgermeister in Leisnig und Kreisrat im Döbelner Kreistag. Dank guter Überzeugungsarbeit sei es gelungen, dass bei diesem Thema „absolute kommunale Ruhe herrschte“, sagt Heiner Stephan. Sein Amtsnachfolger Tobias Goth bezeichnet es als kluge Entscheidung, das Kreiskrankenhaus zu privatisieren, „Vor allem, wenn man sich die derzeitige Diskussion um Klinikschließungen ansieht“, sagt er.

330 Mitarbeiter

Die Schließung des Rochlitzer Krankenhauses bemerken die Leisniger daran, dass mehr Patienten aus dem Raum Geringswalde zu Helios kommen. Entlassene Pflegekräfte aus Rochlitz hätten sich nicht in Größenordnungen bei Helios beworben, sagt Peggy Kaufmann. „Wir haben einige wenige Bewerbungen aus Rochlitz.“ Im Bereich der Medizinischen Versorgungszetren im Rochlitzer Raum will sich das Leisniger Krankenhaus zurückhalten. „Es ist nicht unser tägliches Brot, den niedergelassenen Ärzten Konkurrenz zu machen“, sagt Dr. René Schwarz, ärztlicher Direktor des Helios-Krankenhauses.

Als er dieses 1998 erstmals kennenlernte, fand er ein „typisches Kreiskrankenhaus“ mit einem Operationssaal vor. Mittlerweile sind des drei. „Als ich 2005 hier angefangen habe, war ich echt überrascht, was sich alles getan hat“, sagt Dr. Schwarz. Bis 2005 hatte Helios in Leisnig das alte Krankenhaus komplett saniert, ein Schlaflabor eröffnet und die Radiologie ausgebaut. Über 18 Millionen Euro – Eigenkapital und Fördergeld – hatte Helios in den Ausbau des Standortes bis dahin investiert. Schon 1997 war die pädriatische Abteilung von Hochweitzschen nach Leisnig gezogen. Im Bereich Kinderheilkunde ist das Helios-Krankenhaus auf die Behandlung von Frühgeburten spezialisiert, hat eine eigene Frühchenstation – die einzige dieser Art im Umkreis von 50 Kilometern. In diesem Perinalzentrum behandeln die Mediziner Babys, die ab der 28. Schwangerschaftswoche zur Welt kamen und die mehr als 1500 Gramm wiegen.

Als Helios das Leisniger Krankenhaus vor 20 Jahren übernahm, beschäftige dies 250 Mitarbeiter. Jetzt sind es 330. Die Fallzahlen stiegen in dieser Zeit von 7500 auf 9000 pro Jahr. Der Umsatz hat sich verdoppelt – von 15 auf 30 Millionen Euro.

Von Dirk Wurzel

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