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Gehört die Erste Wohnungsgenossenschaft Hartha schon bald zur WGF Döbeln?

Verschmelzung anvisiert Gehört die Erste Wohnungsgenossenschaft Hartha schon bald zur WGF Döbeln?

Weil Petra Nowak im Oktober dieses Jahres in Pension geht, suchte sie nach einer Lösung für die Zukunft der EWG Hartha. Schon bald könne die zur Wohnungsgenossenschaft „Fortschritt“ Döbeln gehören – sofern die Mitglieder in Hartha und Döbeln zustimmen. Für beide soll die Verschmelzung ein Gewinn sein.

Bevor Petra Nowak Ende Oktober dieses Jahres in Pension geht, möchte sie die EWG Hartha in den sicheren Hafen bringen, dabei aber auch am Instandhaltungsplan festhalten – wie hier die Fassadenerneuerung und Balkonanbringung am Gebäudekomplex in der Robert-Schumann-Straße 30 bis 34 in Hartha.

Quelle: Sven Bartsch

Hartha/Döbeln. Nach sechs Jahren bei der Ersten Wohnungsgenossenschaft (EWG) Hartha und 25 Jahren im Geschäft zieht Petra Nowak Ende Oktober den Hut. Sie verlässt den Vorstand der EWG Hartha, geht in Pension. In den letzten Jahren suchte sie nach dem richtigen Weg, die Genossenschaft weiterzuführen. Gefunden hat sie den bei der Wohnungsgenossenschaft „Fortschritt“ (WGF) in Döbeln. Wenn alles nach Plan verläuft, gehört die EWG Hartha schon in wenigen Monaten der WGF an. Die Alternativen wären zum einen die Ausschreibung der Stelle des Vorstandes (Nowak: „Wer weiß, ob sich jemand geeignetes finden würde.“) sowie die Neuwahl des Aufsichtsrates oder aber die Geschäftsbesorgung eines Dritten. Beide Varianten gaben wenig Hoffnung, so dass man sich in Hartha für die Verschmelzung mit einem betriebswirtschaftlich starken Unternehmen entschloss.

Abstimmung am 31. Mai

Damit es dazu kommt, müssen die Genossen beider Unternehmen zustimmen. Die Harthaer Mitglieder sollen am 31. Mai zur Versammlung ihre Zustimmung geben. „Ich bin optimistisch, dass unsere Mitglieder nachvollziehen können, warum dieser Weg der beste ist“, erklärt Petra Nowak. Um die Fusion auf den Weg zu bringen, muss mindestens die Hälfte der Mitglieder anwesend sein; dreiviertel davon müssen zustimmen. „Es ist wichtig, dass so viele Mitglieder wie möglich kommen. Wer verhindert ist, kann eine schriftliche Stimmvollmacht einem anderen Mitglied übertragen“, so Nowak weiter. Kommt es am 31. Mai zu keinem Ergebnis, gibt es am 19. Juli eine zweite Chance – dann ist keine Mehrheit für die Anwesenheit nötig. Nichtsdestotrotz: Zustimmen müssen die Harthaer Genossen so oder so. Vorbehaltlich der Zustimmung beider Seiten könnte dann am 20. Juli der Verschmelzungsvertrag unterzeichnet werden. „Bis August muss die Verschmelzung im Registergericht angemeldet werden“, weiß Petra Nowak. Erst dann ist es offiziell und die Erste Wohnungsgenossenschaft Hartha würde rückwirkend zum 1. Januar 2017 der Wohnungsgenossenschaft „Fortschritt“ Döbeln angehören.

Verschmelzungsvertrag: Alles bleibt beim Alten

Bei der WGF Döbeln findet die Vertreterversammlung am 20. Juni statt; Vorstand und Aufsichtsrat sind sich bereits einig. Vorstand Bernd Wetzig sorgt sich nicht um die nötige Zustimmung der Mitglieder: „Wir rechnen als übernehmende Genossenschaft nicht mit Gegenwind. Für unsere Mitglieder ändert sich nichts.“ Auch für die Harthaer soll sich nichts ändern. Im Verschmelzungsvertrag steht, dass sowohl die Genossenschaftsanteile für die Mitglieder der EWG Hartha als auch die Mietverträge eins zu eins übernommen werden. Ebenso die Arbeitsverträge der beiden Harthaer Angestellten.

Petra Nowak war es, die sich an die Döbelner WGF wandte – Ende des vergangenen Jahres. „Wir hatten das so nicht im Plan, auch wenn wir schon mit den Gedanken zur Übernahme kleinerer Genossenschaften spielten“, weiß Bernd Wetzig. Vor neun Jahren sah man sich die EWG Hartha schon einmal an, doch damals sei eine Verschmelzung noch kein Thema gewesen. Petra Nowak öffnete nun die Bücher und präsentierte, was in den letzten Jahren geschafft wurde. „Das hat uns überzeugt“, so Wetzig. Das genossenschaftliches Leben, das beiden Seiten so wichtig ist, könne schon bald in Richtung Hartha erweitert werden. „Soziale Maßnahmen und Projekte gehören genauso zu einer guten Unternehmensführung. Aufgrund unserer dünnen Personaldecke war es uns kaum möglich, in dieser Richtung zu wirken“, weiß Petra Nowak.

Instandsetzungen fortführen

Neu wäre bei einer Verschmelzung auch die Wahl sogenannter Vertreter. Bisher habe jedes Genossenschaftsmitglied in Hartha die Möglichkeit gehabt, an Versammlungen teilzunehmen. Weil die Döbelner WGF aber so viele Mitglieder zählt, dass es keine Mitglieder- sondern Vertreterversammlungen gibt, müsste auch Hartha eben solche Vertreter stellen. Insgesamt neun, davon drei Ersatzvertreter. Wer ein solcher sein möchte, kann sich noch aufstellen lassen.

Bis zu ihrer Pension möchte Petra Nowak noch zwei der derzeit vier leerstehenden Wohnungen vermittelt wissen. Auch der Instandsetzungsplan soll weiter beibehalten werden. Darunter auch die neue Fassade inklusive Balkonanbringung am Gebäude Robert-Schumann-Straße 30 bis 34.

Von Stephanie Helm

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