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Döbeln Gelbe Karte statt Bußgeld – Viertklässler bringen Autofahrer in Erklärungsnot
Region Döbeln Gelbe Karte statt Bußgeld – Viertklässler bringen Autofahrer in Erklärungsnot
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00:21 21.09.2017
Harald Bauer (r.) bekam ein dickes Lob von den Kindern. Er gehörte zu den Autofahrern, die sich an die 30 km/h im Umfeld der Kunzemann-Grundschule hielten. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

Die erste Messung mit dem Lasermessgerät war am Montagmorgen gleich ein Volltreffer. 64 Kilometer pro Stunde bei erlaubten 30 hatte die junge Frau im Volkswagen auf dem Tacho. Glatt wurde sie herausgewunken und musste mit hochrotem Gesicht den Schülern der Klasse 4 der Kunzemann-Grundschule Döbeln Rede und Antwort stehen. Die Kinder waren gestern die erste Station der Aktion „Blitz für Kids“ in Mittelsachsen. Gemeinsam mit Polizeihauptkommissar Kai Kießling, dem stellvertretenden Leiter des Döbelner Polizeireviers, und seinen Bürgerpolizisten Hans-Georg Liebick und Volker Töpfer hatten sich die Kinder zwischen 8 und 10 Uhr im Bereich ihrer Grundschule an der Bahnhofstraße in Höhe des Wettinplatzes aufgestellt. Für Autofahrerinnen wie die blonde, junge Frau im VW hatten sie eine gelbe Karte dabei. Mit 64 bei erlaubten 30 hätte sie eigentlich rot gesehen, erklärte ihr Kai Kießling, nachdem sie den Kindern erklären musste, war um sie vor ihrer Schule mehr als doppelt so schnell war, als erlaubt. Doch sie hatte Glück: Am Montag ging es um die Peinlichkeit und die gelbe Karte durch die Kinder. Mehr wurde nicht geahndet. Ein Fahrverbot, Punkte und ein saftiges Bußgeld hätte sie ansonsten bekommen. Polizeihauptkommissar Kai Kießling ließ sie dann noch vor den Kindern ausrechnen, wie lang ihr Anhalteweg gewesen wäre. Fast 40 Meter hätte sie zum Bremsen gebraucht. „Kinder verhalten sich oft spontan und unberechenbar. Sie orientieren sich an den Erwachsenen wie ihnen, die in ihrem Verhalten leider nicht immer Vorbild sind.“ Nach dem Tadel und der Ermahnung der Kinder durfte sie weiter fahren. Ein Sportwagenfahrer aus Waldheim tappte als zweiter in die Blitz-für-Kids-Falle. Auch er hatte mit 41 Kilometern pro Stunde das Limit von Tempo 30 überschritten und musste mit der gelben Karte in der Hand den Kindern Besserung geloben. Das Verwarngeld blieb ihm erspart.

Harald Bauer (62) war der erste angehaltene Fahrzeugführer, bei dem sich die Kinder für umsichtiges Fahren bedanken konnten. Er hatte die 30 km/h eingehalten. „Ich halte mich immer so gut es geht daran, besonders in den Hauptverkehrszeiten und vor Schulen oder Kindereinrichtungen“, sagt der Mitarbeiter eines Gebäudedienstleisters. Auch Berit Haupt aus Mügeln wird herausgewunken und wundert sich zunächst. „Ich dachte, dass ich die Geschwindigkeit eingehalten habe“, fragt sie als sie aus dem Auto steigt. Hat sie auch: 28 Km/h stehen auf dem Messgerät. Die Kinder freuen sich mit ihr. „ Ich habe selbst drei Kinder und finde 30-er Zonen vor Schulen und Kitas sehr wichtig. Da halte ich mich dran.“ Auch Sozialarbeiter Johannes Gersten (28) bekam eine grüne Karte von den Kindern, weil er im Limit geblieben war.

Die Aktion wird in den nächsten zwei Wochen fortgesetzt. Nächste Woche dann ohne die Kinder und ohne Nachsicht bei Verstößen.

Von Thomas Sparrer

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