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Gemeinde Großweitzschen erlebt Hausbau-Boom

Westewitz besonders begehrt Gemeinde Großweitzschen erlebt Hausbau-Boom

Die Bauplätze in der Gemeinde Großweitzschen werden knapp. Besonders Westewitz ist ein begehrtes Wohndorf. Fünf neue Bauplätze schafft die Kommune in diesem Jahr dort, doch auch diese sind schon vergeben. Zugleich ist der Leerstand in den kommunalen Neubauten mit 30 Prozent sehr hoch.

Attraktivitätsfaktor: Die Bahnanbindung macht Westewitz auch für Zugpendler interessant.

Quelle: Gerhard Dörner (Archiv)

Großweitzschen. Der Bedarf nach Bauplätzen für Einfamilienhäuser in der Gemeinde Großweitzschen wächst – so sehr, dass die Kommune jede Möglichkeit zur Schaffung neuer Baugrundstücke nutzt. So geschehen kürzlich in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Ein Interessent wollte ein Flurstück in Westewitz erwerben, dass sich für den Hausbau eignet. Doch der Rat stellte den Verkauf zurück. „Die Aussage, ein Einfamilienhaus dort bauen zu wollen, war nicht konkret im Kaufvertrag formuliert“, erklärt Bürgermeister Ulrich Fleischer (parteilos) der DAZ. Künftig wolle man bei solchen Verträgen eine Bauverpflichtung einflechten.

Im speziellen Fall hat die Kommune sogar noch weiterführende Pläne. Denn das Nachbargrundstück steht eventuell zum Verkauf. Gemeinsam ergäben beide ein schönes Baugrundstück von 1200 Quadratmetern. „Auf dem Nachbargrundstück herrschen ungeklärte Eigentumsverhältnisse. Die Verwaltung wurde beauftragt, sich beim Staatsbetrieb Zentrales Flächenmanagement Sachsen danach zu erkundigen. Wir wollen es erwerben, um ein inklusive der Abstandsflächen bebaubares Grundstück zu schaffen“, sagt Fleischer. Das eigentlich zum Verkauf stehende Flurstück 42 sei allein sehr schmal, zusammen mit seinem Nachbarn aber hervorragend geeignet.

Diese Anstrengungen der kleinen Gemeinde zeigen, wie wertvoll inzwischen jeder Bauplatz geworden ist. Besonders in Westewitz, welches das beliebteste Ziel für neue Einfamilienhäuser ist. „Westewitz stellt einen attraktiven Wohnstandort dar. Es ist nicht typisch dörflich durch die Klinik, die Bahnanbindung und das Naherholungsgebiet der Gemeinde“, beschreibt Fleischer das Dorf, das einst mehr Einwohner als das Kerndorf Großweitzschen beherbergte.

Fünf Bauplätze am Kirschberg will die Kommune in diesem Jahr einrichten, so dass 2018 dort gebaut werden kann. Doch auch die sind schon wieder vergeben. „Die Erwerbsanträge wurden schon gestellt. Und es sind alles junge Familien“, freut sich das Gemeindeoberhaupt. Je ein weiteres Einfamilienhaus in Westewitz und Großweitzschen genehmigte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.

Die Kindertagesstätten in Großweitzschen und Mockritz sind auf den Zuzug eingestellt. Jedoch wächst nicht mit jedem neuen Haus auch die Einwohnerzahl der Gemeinde. Einige zögen auch nur innerhalb der Kommune aus Wohnungen in eigene Häuser um. Das spürt die Gemeinde auch bei ihren eigenen Wohnneubauten in Westewitz. 104 von 122 kommunalen Wohnungen befinden sich in den beiden Blöcken. 30 Prozent stehen derzeit leer. Zwar macht die Gemeinde noch immer Gewinn mit den Mieteinnahmen, doch ob das für immer so bleibt, ist ungewiss. „Noch nehmen wir keinen Abstand von den Neubauten, aber wie ist denn die Tendenz? Wenn jemand aufs Land zieht, dann will er auch Eigentum im Grünen“, weiß Fleischer.

Von Sebastian Fink

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