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Gemeinden Zschaitz-Ottewig und Ostrau sehen ihrer Fusion entgegen

Doppelinterview mit Bürgermeistern Gemeinden Zschaitz-Ottewig und Ostrau sehen ihrer Fusion entgegen

Gefühlt pfeifen es die Spatzen schon von den Dächern: Die Gemeinden Ostrau und Zschaitz-Ottewig werden sich vereinigen, die Frage ist nur: Wann? Und vielleicht: Mit wem noch? Im Doppelinterview sprechen der Ostrauer Bürgermeister Dirk Schilling und sein Zschaitzer Amtskollege Immo Barkawitz über ihre Sicht auf eine Fusion.

Schon jetzt Partner auf vielen Ebenen: Der Zschaitzer Bürgermeister Immo Barkawitz (l.) und sein Ostrauer Amtskollege Dirk Schilling (r.), hier bei der Einweihung der neuen Kläranlage am Zschaitzer Sportplatz.
 

Quelle: Sebastian Fink

Ostrau/Zschaitz.  Gefühlt pfeifen es die Spatzen schon von den Dächern: Die Gemeinden Ostrau und Zschaitz-Ottewig werden sich vereinigen, die Frage ist nur: Wann? Und vielleicht: Mit wem noch? Im Doppelinterview im Ostrauer Rathaus sprechen der Ostrauer Bürgermeister Dirk Schilling und sein Zschaitzer Amtskollege Immo Barkawitz über ihre Sicht auf eine Fusion, die beide nach Ablauf der Legislaturperiode der aktuellen Sächsischen Landesregierung 2019 erwarten. In fünf Jahren könnte es schon passiert sein, so der Tenor.

Herr Schilling, Herr Barkawitz, das Thema Gemeindefusion zwischen Ostrau und Zschaitz kocht im Gespräch mit Anwohnern immer wieder hoch – wie wird das in Ihren Amtsstuben gesehen?

Immo Barkawitz: Die finanzielle Ausstattung der Kommunen in Sachsen wird Zschaitz-Ottewig irgendwann dazu zwingen, sich einen Partner zu suchen. Darum werden wir Bestrebungen, eine größere Landgemeinde zu etablieren, verfolgen.

Dirk Schilling: Und das liegt nicht daran, dass die Zschaitzer schlecht wirtschaften, aber auf manche finanziellen Faktoren hat man eben nur wenig Einfluss. Wir wollen eine große Landgemeinde, aber sie muss handlungsfähig sein.

Das heißt, es gibt schon konkrete Überlegungen zum Zusammenschluss?

Barkawitz: Ein fertiges Konzept gibt es noch nicht. Wir bewegen uns eher kontinuierlich darauf zu durch die neue Struktur in der Verwaltungsgemeinschaft und unsere Gespräche. Aber es ist wie in einer Ehe: Man muss erst eine Weile zusammenleben, dann kann man auch heiraten.

Schilling: Wir reden viel miteinander und pflegen ein gutes Verhältnis. Seit 1997 haben wir die Verwaltungsgemeinschaft und übernehmen die Aufgaben, die Zschaitz nicht allein erledigen kann. Verwaltungstechnisch würde sich demzufolge gar nicht so viel ändern.

Barkawitz: Die Vernetzung wird ja auch immer weiter vorangetrieben. Ich war noch nie so soft in Ostrau wie zuletzt. Wer von Zschaitz aus zum Arzt will, geht nach Ostrau und im Penny-Markt finden sich auch viele wieder. Und das wir beim Fußball ab der neuen Saison zusammenarbeiten, ist auch kein Geheimnis.

Sie haben die Finanzen angesprochen. Wie lange können die Gemeinden von dieser Seite her noch eigenständig weitermachen?

Schilling: Wir sind solide aufgestellt. und haben auch für die nächsten Jahre Investitionen geplant. Diese Handlungsfähigkeit ist uns wichtiger als Eigenständigkeit um jeden Preis.

Barkawitz: Was du als Gemeinde vorhalten musst an Personal, kannst du mit Technik allein nicht dauerhaft ausgleichen. Das haben wir am Beispiel der Doppik gesehen. Wir haben die Gelegenheit zum freiwilligen Zusammenschluss schon einmal verstreichen lassen. Darum würde ich auch darauf plädieren, das nach eigenem Willen zusammen zu stricken. Man muss kein Prophet sein, je nachdem wie die Wahl 2019 ausgeht, wird am nächsten Tag einer ein Papier aus der Schublade holen und sagen, so geht es jetzt los.

Schilling: Und es wäre unklug, darauf nicht vorbereitet zu sein.

Ist denn der Zusammenschluss Ihrer beiden Gemeinden die einzige Option?

Barkawitz: Die Wahrscheinlichkeit mit Ostrau liegt schon ein Stück über 90 Prozent. Wie es dann später mal wird, ob wir dann gleich auch noch mit Großweitzschen reden, wird man sehen.

Schilling: Über eine große Landgemeinde – zusammen mit Großweitzschen – denken wir nach, das sagen wir ganz offen.

Was wären denn wichtige Punkte einer Fusion zunächst nur von Ostrau und Zschaitz-Ottewig?

Schilling: Die Menschen wollen wissen: Haben wir Nachteile, bei Steuern und Gebühren? Da wird sich nichts ändern. Haben wir längere Wege? Bei Steuerfragen oder ins Einwohnermeldeamt müssen sie jetzt ohnehin schon nach Ostrau. Beliebt die Kita erhalten? Werden Feuerwehren zusammengelegt? Das muss man alles auf den Prüfstand stellen und das werden wir auch.

Barkawitz: Wir werden alles besprechen, aber auch dann werden nie alle zufrieden sein.

Machen Sie sich Sorgen um das Identitätsgefühl der Einwohner?

Barkawitz: Nein. Man sieht es ja an Ortsteilen wie Kiebitz und Schrebitz, die immer noch viel selbst auf ie Beine stellen.

Schilling: Das wollen wir auch so und fördern es sogar. Einige Ortsteile haben eigene Ortschaftsräte. Die gucken sich aus, welche Maßnahmen sie gemacht haben wollen.

Hand aufs Herz: Gibt es n fünf Jahren noch eigenständige Gemeinden Zschaitz und Ostrau?

Barkawitz: In fünf Jahren sind wir nah dran oder es ist schon passiert.

Schilling: Ich gehe davon aus, dass es eine große Landgemeinde geben wird. Ob die dann Ostrau heißt oder Jahnatal, wird man sehen.

Von Sebastian Fink

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