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Döbeln Gemeinderat Zschaitz lehnt späten Bauantrag ab
Region Döbeln Gemeinderat Zschaitz lehnt späten Bauantrag ab
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22:00 12.10.2016
KLare Kante: Bürgermeister Immo Barkawitz und der Gemeinderat Zschaitz-Ottewig sind sich einig, den nachträglichen Bauantrag von B&Co. abzulehnen. Quelle: Natasha Allner (Archiv)
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Zschaitz

Im Verfahren um den nachträglichen Bauantrag für eine Lagerhalle auf dem Gelände der Zschaitzer Gerüstbaufirma B&Co. hat der Gemeinderat Zschaitz-Ottewig sich klar positioniert: Einstimmig verweigerten die Räte in einer vom Landkreis Mittelsachsen abgeforderten Stellungnahme ihre Zustimmung und bestätigten damit die Haltung der Gemeindeverwaltung in dem inzwischen zwölf Jahre währenden Prozess. „Es geht nicht, zu denken, irgendwann kriegt es schon mal Gesetzeskraft, egal, was die Gemeinde sagt“, erklärte Bürgermeister Immo Barkawitz in der Diskussionsrunde am Montagabend.

Was war geschehen? 2001 hatte die Gemeinde ein Grundstück in Zschaitz-Lüttewitz an die damals noch Bohnstedt-Wetzka heißende Gerüstbaufirma verkauft – allerdings nicht als Bauland, sondern lediglich als Lagerfläche. Im Januar 2004 begann die Firma auf besagtem Gelände dennoch eine sieben mal 15 Meter große Werkzeug- und Lagerhalle zu errichten. Der Bauantrag dazu ging jedoch erst danach beim damaligen Landratsamt Döbeln ein, welches wiederum die Gemeinde Zschaitz informierte. Der damalige Bürgermeister stimmte zu, jedoch wurde der Antrag in Döbeln nie fertig bearbeitet und verschwand im Archiv. Erst 2014 tauchte der Fall beim Landratsamt Mittelsachsen wieder auf, welches nun vom derzeitigen Firmenchef Tino Bohnstedt einen Bauantrag für die Halle mit Garage, Lagerplatz und Überdachung sowie einen angebauten Flachbau zur Büronutzung abforderte. Nachdem Bohnstedt den Antrag im Juli 2014 eingereiht hatte, wurde die Gemeinde vom Landkreis erneut um eine Stellungnahme gebeten.

Die Verwaltung lehnte den Antrag damals ohne Ratsbeschuss mit dem Hinweis ab, dass das Grundstück kein Bauland sei. In dieser Woche musste die Verwaltung noch einmal mit Beschluss Stellung beziehen. Darin ist auch festgehalten, dass sich das Firmengelände gegenüber eines Wohngebietes befindet und die Flächen inzwischen als Hochwasserschutzgebiete ausgewiesen sind. „Wenn kein Bauland, dann kein Bauland. Er hat es gewusst, dann kann er dort nicht hinbauen“, sagte Ratsmitglied Ottmar Kunze stellvertretend für die anderen Mitglieder.

Tino Bohnstedt selbst sieht das anders. „Nachvollziehen kann ich das nicht so richtig, weil wir ja auch genug Gewerbesteuer bezahlen“, sagte er der DAZ. Die Entscheidung liegt nun beim Landratsamt, welches sich nicht an die Empfehlung der Gemeinde halten muss. Tino Bohnstedt gehe nach einer mündlichen Zusage des Landratsamtes davon aus, dass die Genehmigung erteilt werde. Sollte dies nicht der Fall sein und er die Gebäude wieder abreißen müssen, will er sich gänzlich umorientieren. „Persönlich will die Gemeinde ja offenbar nichts mit mir zu tun haben. Dann muss ich auch Konsequenzen ziehen und meinen Firmensitz verlegen“, sagte er.

Von Sebastian Fink

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