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Gemeinderat lehnt Notunterkuftfür Flüchtlinge in Chorener Schule ab

Gemeinderat lehnt Notunterkuftfür Flüchtlinge in Chorener Schule ab

Die Entscheidung im Mochauer Gemeinderat fiel hinter geschlossenen Türen: Das ehemalige Chorener Schulgebäude wird nicht an den Landkreis Mittelsachsen verkauft.

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Seit Jahren steht das ehemalige Schulgebäude Choren leer. Die Gemeinde Mochau hatte nach Investoren gesucht. Ein Verkauf an den Landkreis wurde jetzt abgelehnt.

Quelle: Bartsch

Der hatte bei der Gemeinde ein verbindliches Interesse am Kauf des Objektes zur Notunterbringung von Flüchtlingen/Asylbewerbern bekundet. Die Ratsmitglieder haben dem einstimmig eine Abfuhr erteilt.

Es ist anzunehmen, dass die Thematik im Gemeinderat umfassend diskutiert wurde, denn die Liste der Absage-Gründe ist lang: Beispielsweise wird angeführt, dass in Choren Ende Juli 278 Einwohner mit Hauptwohnsitz gemeldet waren. Zum anderen sei das Gebäude sehr dezentral gelegen: "Es gibt keine kommunale Ortsstraße, sondern nur die B 175 als Zugang zum Ort Choren", so ein Auszug aus der Begründung. Ebenfalls kein Geheimnis ist, dass das Gebäude seit vielen Jahren leer steht und sich darin hauptsächlich Räume zwischen 50 bis 70 Quadratmeter Fläche befinden. Vorhandene Schülertoiletten seien als Sanitäreinrichtungen zwar vorhanden, weisen aber einen hohen Sanierungsbedarf aus. Kochmöglichkeiten fehlten gänzlich.

Ein weiterer Fakt: Der Ort selbst verfügt über keinen Einzelhandel, keine Einkaufsmöglichkeiten und keine Dienstleistungen. Die Lage im ländlich geprägten Raum ist für die Anbindung der Asylsuchenden an den öffentlichen Nahverkehr absolut ungeeignet - Busverbindungen sind im begrenzten Maß vorhanden. "Es fahren nur sehr wenige Busse in die nächstgelegenen Orte mit Einkaufsmöglichkeiten oder Behörden. Die Fahrzeit nach Döbeln liegt zwischen 30 bis 60 Minuten, nach Freiberg zwischen 90 und 180 Minuten, heißt es weiter. Auch habe man an die Kinder der Asylsuchenden gedacht: Man gehe im Prinzip von deren Kita- und Schulbesuch aus. Aber die Anzahl der Kinder und damit benötigte Plätze sei gänzlich unbekannt. "Aus heutiger Sicht und zum aktuellen Stand sind in der Gemeinde Mochau keine freien Kita-Plätze vorhanden. In Choren selbst befindet sich keine Kindertageseinrichtung. Die nächste Einrichtung ist in Lüttewitz, zirka vier Kilometer entfernt. Unsere Grundschule befindet sich in sieben Kilometer Entfernung in Mochau", fasst Bürgermeister Gunter Weber (CDU) zusammen.

Auch fürchte der Gemeinderat scheinbar, dass der Betrieb und die Nutzung der Sporthalle, welche sich in unmittelbarerer Nähe zum Objekt befindet, für den Freizeitsport behindert werden könnte. Zusammengefasst wurde durch den Gemeinderat festgestellt, dass die infrastrukturellen, baulichen, sozialen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine Nutzung dieses Gebäudes als Notunterkunft für Asylbewerber nicht gegeben sind und deshalb ein Verkauf nicht beabsichtigt ist, lässt der Gemeindechef wissen.

"Seitens des Landratsamtes scheint das Objekt als Flüchtlings -Notunterkunft geeignet, es besteht auch entsprechender Bedarf. Außerdem sollen für den Notfall zwei beziehungsweise drei Standorte feststehen, die für eine kurzzeitige Unterbringungen genutzt werden. Dies kann beispielsweise bei einer erhöhten Zuweisung der Fall sein, wenn alle anderen Objekte belegt sind", erklärt Cornelia Kluge auf eine DAZ-Anfrage. Die Sprecherin des Landratsamtes weiter: "In Abhängigkeit von der Entwicklung der Flüchtlingszahlen und dem Vorhandensein möglicher Alternativen wird zu entscheiden sein, ob hier nochmals der Kontakt zur Gemeinde aufgenommen wird. Wir versuchen immer Lösungen mit den Kommunen zu finden, wir setzen auf Kooperation. Zu neuen Objekten äußern wir uns erst, wenn Vertragsabschlüsse vorliegen." Fragen nach der Anzahl der in Choren möglicherweise unterzubringenden Flüchtlinge und Asylbewerber sowie dem angebotenen Kaufpreis ließ die LRA-Pressestelle gestern offen.

© Kommentar

Aus der Döbelner Allgemeinen Zeitung vom 22.09.2015

Natasha G. Allner

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