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Döbeln Gemeindewehrleiter besorgt: Weniger Kameraden, mehr Arbeitsaufwand
Region Döbeln Gemeindewehrleiter besorgt: Weniger Kameraden, mehr Arbeitsaufwand
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00:18 24.02.2017
Der alte LD-Hilfsrüstwagen soll bald durch einen neueren Gerätewagen ausgetauscht werden. Gemeindewehrleiter René Greif: „Technisch sind wir gut aufgestellt.“ Quelle: Foto: Sven Bartsch
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Hartha

73 aktive Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr sind in einem Notfall in der Stadt Hartha sowie ihren 16 Ortsteilen zur Stelle. Was auf den ersten Blick ordentlich erscheint, sorgt bei genauerer Betrachtung nicht nur bei Gemeindewehrleiter René Greif für Bauchschmerzen. „Es gab Zeiten, da gab es in fast jedem Ortsteil eine Ortswehr. In den letzten 20 Jahren hat sich das extrem ausgedünnt“, weiß er. Genau genommen gibt es neben der Ortswehr in Hartha nur noch Gersdorf und Wendishain, in der Kameraden aktiv im Einsatz sind. Zuletzt strichen die Steinaer Kameraden die Segel, haben seit Anfang des Jahres nur noch eine Alters- und Ehrenabteilung.

„Wenn der Trend nicht gestoppt wird, haben wir in einigen Jahren ein gewaltiges Problem“, versucht der Gemeindewehrleiter die Bürger wachzurütteln. „Davon auszugehen, dass die Feuerwehr der Stadt sich schon irgendwie um alles kümmert, wäre zu einfach. Der Respekt der Bürger für die Arbeit der Feuerwehr – übrigens ganz gleich in welcher Stadt – muss da sein.“ Mit Blick auf den flächendeckenden Brandschutz im Ehrenamt muss eine Lösung her, ist sich René Greif sicher. Ein wichtiger Faktor bildet dabei die Jugendarbeit. Ständig auf der Suche nach Nachwuchs stecken die Harthaer und Gersdorfer Kameraden viel Zeit und Engagement in die Ausbildung der jungen Kameraden. „Wir arbeiten viel mit den Kindertagesstätten der Stadt zusammen. Immer in der Hoffnung, dass vielleicht bei dem ein oder anderen Kind die Lust auf die Feuerwehr geweckt wird“, so Greif weiter.

29 Einsätze, 466 Dienststunden

Die Harthaer Kameraden hatten mit dem vergangenen Jahr ein verhältnismäßig ruhiges Einsatzjahr. 29 Einsätze, bei denen 466 Dienststunden anfielen, standen 2016 zu Buche. Doch darauf dürfe man sich nicht verlassen. „Es gab auch schon andere Zeiten. 2009 war ein Jahr, das an die Substanz ging“, erinnert sich René Greif und resümiert für 2016: „Wir konnten wieder alle an uns gestellten Aufgaben bewältigen.“ Viele der Einsätze lagen zudem außerhalb des Gemeindegebietes wie beispielsweise in Geringswalde. Ein Tag, der René Greif in Erinnerung geblieben ist, war der 5. Juni 2016. „Gegen 11 Uhr mussten wir eine Person in Diedenhain aus einem Gewässer bergen. Der Einsatz dauerte bis etwa 15.30 Uhr.“ Kaum zurück bei ihren Familien wurden die Kameraden gegen 18 Uhr erneut zum Einsatz gerufen. „Diesmal fuhr ein Lkw in ein Transformatorenhäuschen im Gewerbegebiet.“

Frischekur für Wendishainer Gerätehaus

Neben den tatsächlichen Einsatzstunden sind es vor allem aber auch die Ausbildungsstunden, die viel Zeit in Anspruch nehmen. Rund 4000 Stunden waren es im vergangenen Jahr. Aller zwei Wochen treffen sich die Kameraden im Gerätehaus an der Weststraße. Technisch ist die Harthaer Ortswehr nach wie vor gut aufgestellt. Schon bald soll ein neues Fahrzeug auf das Gelände rollen. Der alte LD-Hilfsrüstwagen soll durch ein modernes Fahrzeug, voraussichtlich einen Gerätewagen Logistik, ersetzt werden. Dazu müssen aber erst noch Fördermittel beantragt und Eigenmittel eingestellt werden. Vor zwei Jahren bekamen die Gersdorfer Kameraden bereits ein neues Fahrzeug. In den nächsten beiden Jahren plant die Stadt zudem bauliche Ertüchtigungen am Wendishainer Gerätehaus. Dort steht die Dacheindeckung einschließlich Blitzschutz und Klempnerarbeiten sowie der Heizungseinbau einschließlich Dämmung der Zwischendecke auf der Agenda. Rund 14 350 Euro Eigenanteil hat die Stadt Hartha dafür schon im Haushalt eingestellt. Ein Großteil der Gesamtkosten, die für beide Maßnahmen rund 57 400 Euro beträgt, soll aus dem Fördertopf des Investitionskraftstärkungsgesetzes kommen.

Derzeit erproben die Kameraden der Gemeindewehr den neuen Digitalfunk. Die Technik muss geprüft werden, weshalb sie parallel zur bestehenden Ausrüstung getestet wird. „An Ruhe oder gar Stillstand ist bei der Feuerwehr eigentlich nie zu denken“, weiß René Greif.

Von Stephanie Helm

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