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Gerhard Frenzel lebte für die Jugend und freut sich über jede Chance für heutigen Nachwuchs

Roßwein Gerhard Frenzel lebte für die Jugend und freut sich über jede Chance für heutigen Nachwuchs

„Mein Leben war super interessant. Ich möchte keine Minute missen“, sagt Gehard Frenzel aus Roßwein. Der 81-Jährige, ehemalige Direktor der Betriebsschule des Schmiedewerkes, ist an Parkinson erkrankt. Trotzdem versucht er, am Leben seiner Heimatstadt teilzunehmen, wie beim jüngsten Seniorentreffen in der neuen Sporthalle.

Gerhard Frenzel (81) mit einer alten Werbebroschüre des Roßweiner Schmiedewerkes.

Quelle: Olaf Büchel

Rosswein. „Mein Leben war super interessant“, sagt Gerhard Frenzel aus Roßwein. Der 81-Jährige, vor allem bekannt als ehemaliger Direktor der Betriebsschule des Schmiedewerkes, ist an Parkinson erkrankt. Trotzdem versucht er, so gut es geht, am Leben seiner Heimatstadt teilzuhaben. So auch beim jüngsten Seniorencafé in der neuen Sporthalle an der Grafestraße.

„Es war eine wunderbare Veranstaltung. Etwa 50 Senioren waren gekommen und zeigten großes Interesse an dem Neubau“, berichtet Gerhard Frenzel. Er persönlich freut sich, dass so eine Investition in Roßwein geglückt ist: „Ich hoffe, dass die sanierte Oberschule mit der neuen Sporthalle die Stadt und vor allem die Jugend voranbringt.“ Der gebürtige Roßweiner weiß, dass die Stadt im „Bermuda-Dreieck“ zwischen Leipzig, Dresden und Chemnitz gerade heute einen schweren Stand hat. Rege verfolgte er in den zurückliegenden Jahren die negative Entwicklung des Bildungsstandortes mit, die in der Schließung der Hochschul-Außenstelle gipfelte. Umso mehr wünscht Frenzel seinem Roßwein, dass Lichtpunkte wie der aufgepeppte Oberschul-Campus „dazu beitragen, die Stadt wieder anziehender zu machen“.

Was dem Senior Frenzel an dem jüngsten Treffen besonders gefallen hat, war die herzliche Gesprächsrunde über drei Generationen hinweg. „Ich habe in meinem Leben immer fleißig gelernt und hatte immer viel Freude an der Jugend“, erzählt er. Aufgewachsen in einer Arbeiterfamilie war er bei Kriegsende zehn Jahre alt. Bis 1949 besuchte er die Grafeschule und schloss sie mit der achten Klasse ab. Dass damals die russische Sprache nicht sein Fall war, gibt er gerne zu: „Da hat mir Lehrer Erhard Hackel eine Fünf auf dem Zeugnis verpasst.“ Wenn er Tierarten auf Russisch aufzählen sollte, ahmte er stattdessen deren Laute nach. Den internationalen Beziehungen der Schmiedewerk-Berufsschule, der Frenzel später vorstand, sollte das keinen Abbruch tun.

Er erlernte den Schlosser-Beruf, machte an der Roßweiner Ingenieurschule seinen Meister in Maschinenbau und Elektrotechnik, qualifizierte sich in Leipzig zum Lehrmeister weiter und bekam an der TU Dresden und an der Humboldt-Universität Berlin als Abendstudent sein pädagogisches Rüstzeug. Bis zur Wende leitete er die Betriebsschule des VEB Achsen-, Federn- und Schmiedewerkes „Hermann Matern“ Roßwein, die sich im heutigen Jugendhaus an der Goldbornstraße befand. „Wir hatten damals bis zu 140 Lehrlinge und bildeten viele junge Vietnamesen und Kubaner aus, die bei uns im Betrieb waren.“ Frenzel pflegte Kontakte zu Schulen in Moskau und in der Tschechei und er baute ein Ferienlager am Stausee Quizdorf bei Niesky auf. Seine Hochzeitsreise mit Ehefrau Irene machte er vor 60 Jahren ans Schwarze Meer, er hatte das Privileg, 1960 mit zur Olympiade nach Rom fahren zu dürfen und er lernte viele interessante Menschen kennen. „Täve Schur ist ein persönlicher Freund von mir. Den ehemaligen Vorsitzenden des Dresden Trust, Allan Russel, habe ich spontan im Hilton-Hotel in Dresden besucht, um ihm für die Unterstützung beim Aufbau der Frauenkirche zu danken. Danach verband uns eine innige Brieffreundschaft.“

Gerhard Frenzel blickt auf ein erfülltes Leben zurück. „Ich möchte keine einzige Minute missen“, sagt der 81-jährige Großvater dreier Enkel. Er ist nach eigenen Worten glücklich darüber, wenn er sieht, wie sich Kinder heute weiter entwickeln können. Ein Baustein dafür sind neue Sporthallen, wie die in Roßwein. Verwaltung, Stadtrat, Architekten und Bauleuten zollt er Respekt, für das an dieser Stelle Geleistete.

Von Olaf Büchel

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