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Döbeln Gerichtsbericht: Einbruch in Kloster Buch
Region Döbeln Gerichtsbericht: Einbruch in Kloster Buch
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21:24 15.02.2012

In der Nacht vom 7. zum 8. März 2011 hatte im Kloster jemand Türen aufgehebelt, eine Geldkassette aufgebrochen und daraus 26 Euro geklaut. Am Tatort blieb eine Zigarettenkippe zurück. Daran haftende DNA-Spuren führten die Ermittler schnell zu einem alten Bekannten der Döbelner Strafjustiz: Werner H.*, ein vielfach vorbestrafter Leisniger.

Zuletzt stand er am 28. Dezember 2011 vor Gericht. Wegen Betrugs verurteilte ihn Strafrichter Janko Ehrlich zu zwei Jahren und vier Monaten Haft ohne Bewährung. Er hatte unter anderem einen Leninorden im Internetauktionshaus Ebay verkauft - das heißt, Geld kassiert aber die ehemals höchste sowjetische Auszeichnung nie geliefert. Dieses Urteil ist noch nicht rechtskräftig (die DAZ berichtete).

Weil Werner H. vor Jahren eine Speichelprobe abgeben musste, fanden die Ermittler schließlich seinen genetischen Fingerabdruck in der Datenbank und das machte ihn zum Hauptverdächtigen für den Klosterbruch im März 2011.

"Ich bin doch nicht so dumm, dort einzubrechen und die Kippe liegen zu lassen, wo ich doch weiß, dass die meine DNA haben. Das ist doch auch kein Beweis, der mich überführt", sagte Werner H. Schließlich habe er genügend Feinde, die ihm etwas Schlechtes wollten. Warum nicht mal einen Einbruch anhängen?

"Ich traue ihnen den Einbruch zwar zu. Aber einerseits sind sie nicht so doof, dort ihre Spuren zu hinterlassen und anderseits passt eine solche Tat nicht zu ihnen", sagte selbst Staatsanwältin Angelika Rickert. Denn zu seinem Vorstrafenregister passt Einbruchdiebstahl wirklich nicht. Das füllen Verurteilungen wegen Betruges, Fahren ohne Fahrerlaubnis und wegen des "Verwendens von Symbolen verfassungsfeindlicher Organisationen", wie der Gesetzgeber zum Beispiel das Zeigen des Hitlergrußes nennt.

Für einen Freispruch hatte die Staatsanwältin aber auch zu wenig Entlastendes vorliegen. So beantragte sie, das Verfahren mit Blick auf die Strafe vom 28. Dezember einzustellen. Beim Einbruch entstand kein großer Schaden. Die zu erwartende Strafe wäre im Hinblick auf die zwei Jahre und vier Monate nicht beträchtlich ins Gewicht gefallen.

"Es wäre dümmlich von Ihnen, die Kippe am Tatort liegen zu lassen", sagte Richter Janko Ehrlich und folgte dem Antrag der Staatsanwältin. Für sie ist die Theorie des Angeklagten schwer vorstellbar.

"Den hätte ich gerne hier, der anderen Straftaten in die Schuhe schiebt." Ob das jemals geschieht? Am ehemaligen Landgericht am Münchner Platz in Dresden steht in goldenen Lettern geschrieben: "Nichts ist so fein gesponnen, dass es nicht kommt ans Licht der Sonnen." Dirk Wurzel

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