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Döbeln Gerichtsverfahren gegen jungen Harthaer eingestellt
Region Döbeln Gerichtsverfahren gegen jungen Harthaer eingestellt
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15:58 19.05.2015
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ins Gesicht geschlagen haben. Der 46-Jährige sei daraufhin gegen eine Schrankwand gefallen. Wegen einer Platzwunde am Kopf musste U. stationär im Krankenhaus versorgt werden.

Vor Jugendrichterin Marion Zöllner gingen die Aussagen im Prozess im Amtsgericht Döbeln über den Vorfall auseinander. Doch in einem Punkt waren sich alle einig: In der betreffenden Nacht hatten die Beteiligten bereits viel Alkohol konsumiert, ehe sie aneinander gerieten.

Felix K. selbst habe "sechs bis sieben Bier getrunken", den Geschädigten beschrieb er als "stark alkoholisiert". Er habe geschwankt und genuschelt, als er den Angeklagten um eine Zigarette bat. Dann wurde K. laut eigener Aussage von dem 46-Jährigen beleidigt. Schließlich sah es so aus, "als würde er zum Schlag ausholen". Der einzige Zeuge, ein Freund des Angeklagten, sagte später aus, er hätte die streitenden Männer auseinandergeschoben. Den Sturz des Geschädigten hätten sie nicht mitbekommen - sie verließen die Party, wollten "Stress vermeiden". Felix K. stritt ab, den Geschädigten geschlagen zu haben.

Dieser sagte aus, "ganz schön" etwas getrunken zu haben. An alle Einzelheiten des Abends konnte er sich daher nicht mehr erinnern - auch nicht, wie er mit dem Angeklagten ins Gespräch gekommen war oder worum es in der Auseinandersetzung ging. Da er den Angreifer nicht kannte, hatte ihn erst im Nachhinein ein Kumpel über Facebook auf Felix K. aufmerksam gemacht. Zudem wurde ihm erzählt, der Angeklagte habe damit geprahlt, dass er "einen betrunkenen Alten zusammen geknallt" habe. Da sei dem Geschädigten klar gewesen, dass Felix K. ihn geschlagen hatte. Dass U. stürzte, weil er zu betrunken war, schloss dieser aus - trotz 2,3 Promille Blutalkohols.

Doch nicht nur die Aussagen vom Angeklagten und Geschädigten, sondern auch die des einzigen Zeugen wies einige Ungereimtheiten auf. "Ich glaube nicht, dass Felix ganz schuldig ist - aber auch nicht, dass er ganz unschuldig ist", resümierte Staatsanwältin Angelika Rickert. Sie empfahl, das Verfahren einzustellen, der Verteidiger stimmte zu - und Richterin Zöllner schloss die Verhandlung mit den Worten: "Wieder einmal Glück gehabt, Felix!" jhz

Josephine Heinze

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