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Gersdorf: Kanalbau beginnt in wenigen Wochen

Abwasser Gersdorf: Kanalbau beginnt in wenigen Wochen

In wenigen Wochen schon sollen die Bauarbeiten im Harthaer Ortsteil Gersdorf starten. Dort wird ein Kanal sowie vier Kläranlagen gebaut, um die Ortslage komplett zu erschließen. Die Maßnahme sprengt schon vor Beginn die kalkulierten Kosten. Mehr als eine Million Euro kostet die Erschließung.

Der Abwasserzweckverband Leisnig beschloss jetzt die Mehrkosten für die Erschließung der Ortslage Gersdorf.

Quelle: dpa

Gersdorf. Die komplette Ortslage Gersdorf soll noch in diesem Jahr erschlossen werden. So die Pläne des Abwasserzweckverbandes (AZV) Leisnig. Vier Kläranlagen und der dazugehörige Kanal, der alles miteinander verbindet, sind geplant. Ursprünglich sollten es fünf Kläranlagen werden. Wie Geschäftsführer Michael Tecklenburg erklärt, doch die Pläne mussten noch einmal überarbeitet werden. „Dementsprechend wurde der Kanalverlauf angepasst. Er verläuft parallel zur Dorfstraße – von oben nach unten einmal durchs Dorf“, so Tecklenburg. Die Maßnahme ist Teil des Abwasserbeseitigungskonzeptes, in dem der Freistaat Sachsen verlangt, dass Abwasserzweckverbände bis Ende 2018 die Abwasserbeseitigung auf den aktuellen Stand zu bringen haben.

Es ist die letzte Maßnahme, die der Abwasserzweckverband Leisnig in diesem Zusammenhang in Angriff nehmen muss. Bereits im August sollen die Bauarbeiten beginnen. „Der genaue zeitliche Ablauf sowie die damit verbundenen Einschränkungen werden den Bürgern in Gersdorf mitgeteilt“, weiß der Geschäftsführer. Dazu wird es eine Einwohnerversammlung geben. Den Termin bekommen die Anwohner per Post mitgeteilt.

Preiserhöhung von 200 000 Euro

Mit rund 1,07 Millionen Euro wird die Ortsentwässerung zu Buche schlagen. Das sind knapp 200 000 Euro mehr als vorher mit einer Summe von 782 000 Euro kalkuliert. Grund dafür ist, dass lediglich ein Angebot einer Baufirma abgegeben wurde. „Die Baubranche ist derzeit am Limit. Die Firmen kommen kaum noch hinterher“, erklärt Michael Tecklenburg. Die überplanmäßige Ausgabe mussten die Verbandsmitglieder des AZV Leisnig jetzt absegnen. „Dafür muss der Haushalt nicht erhöht werden. Stattdessen verschieben wir Maßnahmen, die ursprünglich ebenfalls abgearbeitet werden sollten.“ Konkret betrifft das zwei Vorhaben in Gorschmitz sowie in der Ziegelgasse.

Den Zuschlag für die Arbeiten am Schmutzwasserkanal sowie den vier Kläranlagen in Gersdorf erhielt die Firma Erdmann Bau aus Mügeln. Eine erneute Ausschreibung, um ein günstigeres Angebot zu erhalten, erachteten die Verbandsmitglieder als sinnlos. „Es wird sich nichts ändern. Die aktuelle Lage in der Baubranche ist nun einmal so“, sagte Geschäftsführer Michael Tecklenburg.

Einwohnerversammlung geplant

Bürger, die bereits vor zwei Jahren eine vollbiologische Kläranlage errichten ließen, werden gesondert geprüft und informiert, erklärte Michael Tecklenburg auf Nachfrage eines anwesenden Anwohners. „Eigentlich müssten die, wenn eine wasserrechtliche Genehmigung vorliegt, nicht an die große Kläranlagen angeschlossen werden.“ Festlegen wollte sich der Geschäftsführer des Abwasserzweckverbandes Leisnig aber nicht. Dafür müsse der Einzelfall erst einmal geprüft werden.

Um die Summe von etwas über einer Million Euro aufbringen zu können, muss der Abwasserzweckverband Leisnig ein Vorfinanzierungsdarlehen beantragen. „Wir müssen dafür sorgen, dass liquide Mittel zur Verfügung stehen. Dafür ist ein Darlehen nötig“, so Tecklenburg weiter. Die Darlehen in Höhe von 578 000 Euro für den Kanal und 333 600 Euro für die Kläranlagen kommen von der Sächsischen Aufbaubank zu einem jährlichen Zinssatz von 0,5012 Prozent. Dieser Zinssatz wird immer für drei Monate berechnet. Sollte sich der Zinssatz so ändern, dass er für den AZV nicht mehr tragbar wäre, könne dieser als Kreditnehmer problemlos kündigen.

Von Stephanie Helm

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