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Döbeln Gersdorf soll vom Leisniger zum Waldheimer Abwasserverband
Region Döbeln Gersdorf soll vom Leisniger zum Waldheimer Abwasserverband
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09:31 13.05.2016
Reporter-Tour zum Thema Abwasserzweckverband Leisnig: Gersdorf soll bald nicht mehr dazu gehören. Quelle: Christian Hasse
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Leisnig/Gersdorf

Die Ortsteile der früheren Gemeinde Gersdorf sollen den Abwasserzweckverband Leisnig zum 31. Dezember verlassen und mit Beginn des kommenden Jahres zum Abwasserzweckverband „Unter Zschopau“ mit Sitz in Waldheim gehören. Die Gersdorfer selbst reagieren gelassen: Zu welchem Verband auch immer ihr Ort gehört, einer müsse sich auf jeden Fall um die Abwasserentsorgung kümmern. Zu welchen Rahmenbedingungen das im „neuen“ Verband geschieht, dazu erwarten die Bürger noch die entsprechenden Informationen, was sich in welcher Form ändert.

Bernd Geißler zum Beispiel hat wie vom Gesetz gefordert eine eigene vollbiologische Kleinkläranlage auf seinem Grundstück stehen. Ihn interessiert jetzt Folgendes: „In unserm jetzigen, dem Leisniger Verband, ist vorgeschrieben, von welchem Unternehmen wir die Anlage leeren lassen müssen. Der Verband hat das selber ausgeschrieben. Wenn Gersdorf nun zum anderen Verband wechselt, müssen die Bürger auch informiert werden, ob sie dann selber die Entsorgungsfirma wählen können beziehungsweise müssen, oder welches Unternehmen vom Waldheimer Verband beauftragt ist.“ Da es ohnehin noch Monate dauert zum Wechsel, sollte auch die Zeit dafür sein, die Bürger auf eventuelle Änderungen aufmerksam zu machen.

Dies erwartet auch Martin Reinike. Was die Leute tatsächlich beschäftige, sei die Gebühr für Regen- beziehungsweise Oberflächenwasser. „Im Leisniger Verband gibt es diese Gebühr nicht, jedoch in Waldheim. Wie die neuen Gebühren insgesamt mal strukturiert sind, weiß ja jetzt noch niemand.“ Auch Reinike sagt, die Befürchtungen seien im Dorf schon vorhanden, wenn fürs Regenwasser mit bezahlt werden soll, werde es für die Leute teurer.

Diese Befürchtungen kennt auch Harthas Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos): „Geht es um den Wechsel der Gersdorfer Ortsteile in den Waldheimer Abwasserzweckverband, sprechen die Bürger vor allem die Regenwassergebühr an. Weil Leisnig diese nicht erhebt, Waldheim dies aber tut, fühlen sie sich sozusagen in den bisherigen Verhältnissen auf der sicheren Seite. Jedoch wird auch der Leisniger Verband in Kürze dazu gezwungen sein, die Regenwassergebühr einzuführen.“

Zum Abwasserzweckverband „Untere Zschopau“ gehört neben der Kommune Waldheim auch die Stadt Hartha. Im Jahr 2004 ist Gersdorf mit seinen Ortsteilen Langenau, Kieselbach, Neudörfchen, Schönerstädt und Seifersdorf nach Hartha eingemeindet worden. Dass die Gersdorfer Ortsteile bezüglich der Abwasserentsorgung nach Leisnig gehören, geht auf die Zeit kurz nach der Wende zurück. In Sachsen sind es derzeit nur noch der Abwasserverband Döbeln-Jahnatal und der Leisniger Verband, die keine Regenwassergebühr haben. Von der zuständigen Rechtsaufsichtsbehörde sind sie bereits gemahnt worden, dies zu beheben und die Regenwassergebühr ebenfalls einzuführen. Die Voraussetzungen dafür müssen also in den kommenden Monaten auch für die dem Leisniger Verbandsgebiet geschaffen werden. Die Rechtsaufsichtsbehörde ist es im Übrigen jetzt auch, die den Gersdorfer Wechsel in den anderen Verband prüft. In einem Verfahren, welches Vermögensauseinandersetzung heißt, geht es unter anderem um die ausgewogene Übernahme von Personal und auch technischen Anlagen sowie den dafür aufgenommenen Krediten.

Den Hintergrund erklärt Fred-Gerrit Griepernau, der momentan die Geschäftsbesorgung für den Leisniger Verband in den Händen hält: „Keiner der beiden Abwasserverbände darf durch den Wechsel finanziell schlechter gestellt sein als vorher.“ Der gestrige Beschluss hat also lediglich den Weg frei gemacht für die Prüfung durch die Rechtsaufsicht. Die Weichen sind längst noch nicht gestellt. Ohne Gersdorf jedenfalls würde der Leisniger Zweckverband jedenfalls aufhören zu existieren, sagt Zweckverbandsvorsitzender Tobias Goth (CDU). Die Abwasserentsorgung könnte dann beispielsweise im Eigenbetrieb laufen. Über eine Zwischenlösung wird derzeit im Rat debattiert beziehungsweise in Kürze eine Entscheidung erwartet. Diese Zwischenlösung soll zunächst für den Zeitraum ab Ende Juni 2016 bis zum 31. Dezember 2017 gelten.

Von Steffi Robak

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