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Gersdorfer Feuerwehr lässt sich elektrische Anlagen erklären

Fortbildung für den Ernstfall Gersdorfer Feuerwehr lässt sich elektrische Anlagen erklären

Um im Ernstfall gewappnet zu sein, haben sich die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr den Umgang mit verschiedensten elektrischen Anlagen erklären lassen. Das Feld reicht von umgeknickten Hochspannungsmasten über immer weiter verbreitete Photovoltaik-Anlagen bis hin zu Elektro-Autos.

Schutzkleidung gehört im Einsatz zur essenziellen Ausrüstung der Brandschützer.

Quelle: Sven Bartsch

Gersdorf. Ortswehrleiter Ralf Voigt blickt in die uniformierte Runde und begrüßt die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Gersdorf zum sogenannten Innendienst. Insgesamt 20 Mann haben sich am Mittwochabend zum Gasthaus Simon, keine Hundert Meter vom Gerätehaus entfernt, aufgemacht. Ziel des Abends war es nicht nur, den Tag unter Kameraden ausklingen zu lassen und sich über die aktuellen Geschehnisse innerhalb der Feuerwehr auszutauschen, sondern auch, etwas zu lernen.

Dazu ist Maik Rudolf angerückt. Er ist Sicherheitsingenieur bei der Mitnetz Strom und mit dem Auftrag nach Gersdorf gekommen, die Brandschützer aus Sicht des Stromnetzbetreibers über elektrische Anlagen aufzuklären. Im Ernstfall können die nämlich enormes Gefahrenpotenzial in sich bergen und sich als lebensbedrohliches Hindernis für die Einsatzkräfte entpuppen. Deshalb ist es wichtig zu wissen, mit was man es im Ernstfall zu tun hat. Hochspannungsleitung ist nicht gleich Hochspannungsleitung. Trafostationen können in ganzen Türmen oder kompakt auf engstem Raum in grauen Verschlägen untergebracht werden. Über das Einsatzverfahren entscheidet oft, aus welchem Jahrzehnt die Anlage stammt.

Die Beispiele des Sicherheitsingenieurs zeigen, dass in vielen Fällen oft Sicherheits- statt Samthandschuhe das Maß der Dinge sind und wo man als Brandschützer nach Empfehlung des Netzbetreibers die Grenze zieht und zum Selbstschutz vorerst keinen weiteren Schritt nach vorne geht – auch, wenn im schlimmsten Fall dabei Menschenleben auf dem Spiel stehen. So kann nur eine Schrittlänge Abstand zwischen beiden Füßen bedeuten, dass plötzlich eine Spannung von Tausend Volt am Körper anliegt. Ausgangssituation kann dabei etwa eine am Boden liegende Stromleitung sein, deren Mast vom Sturm umgerissen wurde. Um die herum bildet sich der für Personen so gefährliche Spannungstrichter.

Doch nicht nur der Status Quo interessierte am Dienstagabend. „Neue Technik kommt mit ganz eigenen Gefahren“, erklärt Maik Rudolf. So muss mittlerweile auch der Umgang mit brennenden Photovoltaik-Anlagen gelernt sein. Durch unsaubere Montagen käme es in diesem Bereich immer wieder zu Bränden. Auch potenzielle Gefahren bei Elektro-Autos spielt der Sicherheitsingenieur durch. „Die sind bei uns in der Gegend zwar noch nicht so relevant, aber man hat es schon einmal gesehen und kann sich im Ernstfall daran erinnern“, meint Ortswehrleiter Ralf Voigt. Den Abend sieht er als Bereicherung für seine Truppe an: „Bei tatsächlichen Außeneinsätzen kann man schlecht üben. Deswegen ist es gut, einen Fachmann zu holen, der einen entsprechend einweisen kann.“

Von André Pitz

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