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Gesprengter Kaugummiautomat: Amtsgericht Döbeln stellt Verfahren ein

Keine Strafe für Dummen-Jungen-Streich Gesprengter Kaugummiautomat: Amtsgericht Döbeln stellt Verfahren ein

Meist sind es Täter mit viel krimineller Energie, die vor allem Zigarettenautomaten sprengen. Anders war das in der Neujahrsnacht. Da flog in einem Großweitzschener Ortsteil ein Kaugummi-Automat in die Luft. Für die mutmaßlichen Sprengmeister endete der Prozess am Amtsgericht Döbeln recht glimpflich.

Ein Kaugummiautomat flog in der Neujahrsnacht in einem Großweitzschener Ortsteil in die Luft. Es waren aber keine Kriminellen wie bei den gesprengten Zigarettenautomaten am Werk, sondern zwei junge Männer, die etwas über die Stränge geschlagen haben. Verurteilt hat sie der Richter nicht.

Quelle: dpa

Döbeln/ Großweitzschen. Diese mutmaßlichen Automatensprenger schlagen aus der Art: Statt einer elektronischen Verkaufseinrichtung für Zigaretten, wovon die Polizeiberichte für die Region Döbeln wimmeln, sollen sie einen mechanischen Kaugummispender in einem Ortsteil von Großweitzschen in die Luft gejagt haben. Beute: 50 Euro. Sachschaden: 350 Euro Sachschaden. Ihnen lag daher Diebstahl und Sachbeschädigung zur Last, einem noch Beleidigung, weil er eine Zeugin mit dem „F“-Wort tituliert haben soll, die der Krach aufgeschreckt hatte.

Diebesbeute: Wahrscheinlich fünf Kaugummis

Jetzt wehrten sich die beiden gegen Strafbefehle. Damit hatte sie das Gericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft schriftlich ohne Hauptverhandlung zu Geldstrafen verurteilt. Die jungen Männer, beide 26 Jahre alt, sollten dies am Ende erfolgreich getan haben, kamen sie doch bei Strafrichter Janko Ehrlich mit einem Denkzettel statt einer Geldstrafe davon. Denn vor Gericht relativierte sich einiges.

Da saßen keine Kleinkriminellen mit langen Vorstrafenregister auf der Anklagebank, sondern zwei nicht vorbestrafte Kumpels, die Silvester etwas viel getrunken und dann mal etwas über die Stränge geschlagen hatten. Denn der Kaugummiautomat flog in der Neujahrsnacht in die Luft. Polenböller waren wohl nicht im Spiel. Auch der angegebene Stehlschaden stellte sich anders dar. Wie ein Mitarbeiter der Automatenfirma sagte, war die Ware durch die Sprengung nicht mehr zu gebrauchen. Das Geld ließen die beiden 26-Jährigen übrigens liegen, einer der beiden nahm lediglich fünf Kaugummis mit. Rechtlich zwar ein Diebstahl, aber im Grunde doch so geringfügig, dass sich die Frage stellt, ob für diesen Dummer-Jungen-Streich ein Straf-Urteil die zwingende Rechtsfolge sein muss.

Staatsanwältin will junge Männer nicht wiedersehen

Das frage sich auch Rechtsanwalt Ulrich Eppinger, der einen der beiden 26-Jährigen verteidigte, und schlug einen anderen Weg vor, das Verfahren gegen seinen Mandanten zu beenden: Die Strafprozessordnung erlaubt, Verfahren gegen eine Geldauflage einzustellen. Der Angeklagte bezahlt diese und kommt um einen Eintrag im Bundeszentralregister herum, ist also nicht vorbestraft. Und ohne Urteil mit Schuldspruch gilt er auch weiter als unschuldig, weil das in einem Rechtsstaat zum Glück so ist. Staatsanwältin Angelika Rickert stimmte dem Antrag des Verteidigers zu, das Verfahren wegen geringer Schuld gegen Geldauflage einzustellen. Richter Ehrlichs Einstellungsbeschluss gilt für beide. Wenn der eine 800 Euro Auflage und der andere 200 Euro bezahlt, sind sie ohne Strafe aus der Geschichte rausgekommen – eben mit einem Denkzettel. „Und dann werden wir Sie hier hoffentlich nie wieder sehen“, gab die Staatsanwältin den beiden noch mit auf den Weg.

Von Dirk Wurzel

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