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Gestohlen und betrogen in Döbeln: Gericht verurteilt Serientäter zu Haftstrafe

Prozess am Amtsgericht Gestohlen und betrogen in Döbeln: Gericht verurteilt Serientäter zu Haftstrafe

Er brach in die Technitzer Grundschule ein und hob mit einer gestohlenen EC-Karte Geld ab. Das ist nur ein kleiner Auszug aus der Anklage gegen den Döbelner Maik R., der die Stadt über ein Jahr lang mit Einbrüchen in Atem hielt. Am Donnerstag machte er im Amtsgericht Döbeln reinen Tisch. Und muss nun länger im Gefängnis bleiben, wo er wegen Diebstahls einsitzt.

Strafen sollen normalerweise dafür sorgen, dass die dazu Verurteilten künftig nicht mehr kriminell sind. Bei Maik R. ist das blanke Theorie. Solange er im Knast sitzt, hat die Allgemeinheit Ruhe vor ihm und seinen Taten. Das zeigte sich jetzt in einem Prozess am Amtsgericht Döbeln gegen den vielfach Vorbestraften.

Quelle: dpa

Döbeln. Mit Maik R. hatte das Schöffengericht am Donnerstag einen äußerst wortkargen Mann auf der Anklagebank sitzen. „Geb ich zu“, „ja“, „alleine“ – recht einsilbig antwortete er auf die Fragen von Richterin Karin Fahlberg, der Vorsitzenden des Schöffengerichts, zu den einzelnen acht Anklagepunkten: Einbruch in die evangelische Grundschule Technitz, Diebstahl der EC-Karte und Geheimnummer des christlichen Schulvereins, dreimal Geldabheben mit dieser Karte, insgesamt 2000 schließlich Euro Schaden. Einbruch in eine Frauenarztpraxis, Diebstahl eines Schlüssels. Einbruch in die Berufsberatung am Niedermarkt, Diebstahl von 950 Euro und 40 Sparbüchern. Mit der Leiter übern Zaun bei der Diakonie, Gartengeräte klauen wollen und von der Polizei erwischt werden. Und schließlich noch der Bruch im Imbiss am Döbelner Bahnhof, bei dem 250 Euro Wechselgeld wegkamen. Zwischen Mai 2015 und April 2016 beging Maik R. diese Straftaten. Vier Mal Diebstahl im besonders schweren Fall, einmal der Versuch des Diebstahls (Diakonie) und dreimal Computerbetrug – wegen dieser Vergehen verurteilte ihn das Schöffengericht schließlich zu zwei Jahren und drei Monaten Haft. Das Urteil ist rechtskräftig. Somit hat Maik R. nun insgesamt noch über drei Jahre Haft vor sich, denn derzeit sitzt er in der JVA Zeithain, unter anderem wegen Diebstahls. Das aktuelle Urteil ist eine Gesamtstrafe, in die das Gericht auch eine frühere Verurteilung des Amtsgerichtes Döbeln einbezogen hat.

Viele Chancen vertan

„Ich kann hier ziemlich sicher sagen, dass der Erziehungsgedanke des Strafrechts zurücksteht und der Sinn der Strafe der Schutz der Gesellschaft vor weiteren Taten des Angeklagten ist“, sagte Staatsanwalt Detlef Zehrfeld, der eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren beantragt hatte. 19 Mal vorbestraft ist der 34-Jährige, geriet schon als Jugendlicher mit dem Gesetz in Konflikt und kennt die Gefängnismauern von innen. Er saß unter anderem wegen Diebstahls ein. „Es ist schon ein sehr trauriges Bild, wie es sich hier darstellt. Es ist viel selbst gemachtes Elend dabei. Ihm fehlt ein bisschen das Unrechtsbewusstsein“, sagte Rechtsanwalt Thomas H. Fischer, der den jungen Mann verteidigte. „Allerdings hat er uns mit seinem Geständnis eine Beweisaufnahme erspart, die fünf bis sechs Verhandlungstage hätte füllen können“, sagte der Strafverteidiger. Er stellte zur Strafhöhe keinen konkreten Antrag. Unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft sollte sie liegen.

Maik R. hatte genügend Chancen, sein Leben auf die Reihe zu kriegen. Er hat sie vertan. Ausbildung abgebrochen, weil er in den Knast musste. Zweimal absolvierte er Drogentherapien, eine brach er ab, nach der anderen beging er wieder Straftaten, um sich Geld für Crystal und Marihuana zu beschaffen. Auf die Frage der Richterin, welche Zukunftspläne er habe, antwortete er: Erst mal drogenfrei leben. Karin Fahlberg, die Vorsitzende des Schöffengerichtes, machte keinen Hehl daraus, dass die neuerliche Strafe in aller erster Linie nur einen Zweck hat: Die Gesellschaft vor Maik R. zu schützen.

Gesellschaft schützen

„Mein Gott: Seit 1999 begehen Sie Diebstähle, das ganze Programm hat man an Ihnen abgearbeitet. Es geht uns ähnlich, wie dem Staatsanwalt. Anfang 30 und schon mehrfach in Haft – da kann man nur noch dafür sorgen, dass die Gesellschaft vor Ihren Taten geschützt ist “, sagte sie. Jugendstrafen halfen nichts, Geldstrafen auch nicht, als R. unters Erwachsenstrafrecht fiel. Bewährungen brach er.

Ein Fünkchen Anstand scheint aber doch in Maik R. zu stecken, auch wenn es nur Ganovenehre ist: Seinen Mittäter beim Einbruch bei der Diakonie schwärzte er vor Gericht nicht an. Er selbst wollte damals übrigens nicht mit ins Gebäude, weil er gerade die Suchtberatung der Diakonie in Anspruch nahm. Die Polizei stellte Maik R. schließlich, als er Spaten und Harken zum Abtransport bereitstellte, die er für einen Kumpel klauen wollte.

Von Dirk Wurzel

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