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Gewandhausorchester Leipzig spielt nur für Roßweiner Grundschüler

Musik Gewandhausorchester Leipzig spielt nur für Roßweiner Grundschüler

Das Gewandhausorchester Leipzig mit 26 Musikerinnen und Musikern sowie fünf Solisten der Leipziger Oper gastierten Freitagvormittag in Roßwein. Sie spielten für die Kinder die Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck und nahmen dafür sozusagen unter den Basketballkörben der neuen Stadtsporthalle Platz.

Die Oper „Hänsel und Gretel“ – aufgeführt in der Roßweiner Stadtsporthalle.

Quelle: Sven Bartsch

Rosswein. Es ist schon außergewöhnlich, wenn eine Oper in einer Sporthalle aufgeführt wird. Wenn es sich dann noch um Spitzenmusiker eines der besten Orchester Deutschlands handelt und das Publikum aus 220 Roßweiner Grundschülern besteht, dann ist das Ganze einfach nur „Wahnsinn“ – Originalton Maik Oyen, Musiklehrer an der Grundschule Am Weinberg.

Das Gewandhausorchester Leipzig mit 26 Musikerinnen und Musikern sowie fünf Solisten der Leipziger Oper gastierten Freitagvormittag in Roßwein. Sie spielten für die Kinder die Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck und nahmen dafür sozusagen unter den Basketballkörben der neuen Stadtsporthalle Platz. Eine Bühne mit richtigen Kulissen war für die Sängerinnen und Sänger aufgebaut. Es gab eine richtige Windmaschine. Und die Akustik war gar nicht mal schlecht.

Möglich wurde das Ganze durch das Projekt „Oper auf Reisen“ der Leipziger Oper. Die Weinbergschule hatte sich beworben und ist eine von sechs sächsischen Grundschulen, die dieses Jahr den Zuschlag für ein Gastspiel erhielten. „Es handelt sich um ein weltweit einzigartiges Projekt, das wir seit 2007 betreiben. Wir spielen hier nicht Oper am Klavier, sondern mit einem Profi-Orchester und hochkarätigen Solisten. Es handelt sich um eine hochprofessionelle Vorstellung“, erklärte die Theaterpädagogin der Oper Leipzig, Heidi Zippel. Ein wichtiges Anliegen ist laut Zippel, Schulen im ländlichen Raum, für die allein schon schwierig ist, eine Fahrt zur Oper zu organisieren und zu finanzieren, einen solchen Kunstgenuss zu ermöglichen. Die Roßweiner Grundschüler zahlten für den Besuch der Opernvorstellung lediglich fünf Euro, was nur einen symbolischer Betrag war. Den Mammut-Anteil der Kosten trägt die Oper selbst. Dazu Zippel: „Das ist eine Haltungsfrage unsere Theaterleitung. Bildung ist ein Standbein der Oper Leipzig.“

Während in den zurückliegenden Jahren Mozarts „Zauberflöte“ das Projektstück war, hat Regisseurin Gundula Nowack nun die Oper „Hänsel und Gretel“ auf die kindgerechte Länge von knapp einer Stunde gebracht und Dialoge eingebaut, die für die Schüler gut verständlich sind. „Kinder brauchen Texte, die Arien sind für sie nicht immer leicht zu verstehen“, erklärte Gundula Nowack. Gastdirigent war gestern Damian Iben Salem, ein Meisterschüler, der an der Musikhochschule Leipzig studiert. „Auch den Musikern macht es sehr viel Spaß, vor Kindern an Orten wie hier zu spielen“, sagte der 27-Jährige.

Den Schülern selbst ging es genau so. „Ich durfte sogar das Bühnenbild mit aufbauen“, verriet die zehnjährige Fanja Schur aus Wetterwitz stolz. „Toll ist, dass wir vor der Aufführung so nah an die Musiker und Instrumente heran dürfen“, zeigte sich Moritz Stephan (10) aus Roßwein ganz begeistert. Der Junge ist selbst Musiker, spielt Gitarre und führte gestern probeweise den Kontrabass-Bogen von Gewandhausmusiker Christian Ockert.

Schulleiterin Barbara Richter hatte zur Oper auch rund 30 Ehrengäste eingeladen, darunter die Erzieherinnen des Weinberg-Hortes und engagierte Eltern. Letztere trugen zu einem sehr herzlichen Empfang der Musiker bei – im Hallen-Foyer standen selbst gebackene Kuchen und kräftiger Kaffee bereit.

Von Olaf Büchel

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Rosswein
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