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Gewerbeschein aus Benzinmangel in Naußlitz

Gewerbeschein aus Benzinmangel in Naußlitz

Naußlitz. Weil das Benzin der Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) Döbeln nicht ausreichte, um Westewitz und Großweitzschen bei der Elektro-Wartung mitzuversorgen, erhielt Günter Hummitzsch 1987 seinen Gewerbeschein.

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Im Trabi hat es angefangen, im Trabi geht es weiter: Günter Hummitzsch (l.) und sein Sohn Holger freuen sich im Trabant von 1991 über das 25-jährige Bestehen von Hummitzsch-Elektro in Naußlitz. An der Fortsetzung der Familiendynastie arbeitet Holger Hummitzsch noch.

Quelle: Wolfgang Sens

"Ich bin sehr stolz auf die 25", sagt Günter Hummitzsch mit Blick auf das Jubiläum der Gründung seiner Firma. "Zuletzt haben doch alle 20-jähriges Bestehen gefeiert. 1985 reifte schon der Gedanke, da war noch dunkelste DDR-Zeit, da hat keiner an die Wende gedacht."

Weil eine Gewerbeanmeldung damals der Zustimmung des Rates des Kreises bedurfte, bekam Günter Hummitzsch Probleme, sich selbständig zu machen. "Ich hatte ja einen Job bei der PGH. Außerdem sei ich mit 45 zu alt gewesen, um ein Geschäft zu gründen", erinnert sich der heute 69-Jährige.

Der chronische Versorgungsmangel der DDR kam dem Elektromeister dann zu Pass: Weil die PGH zu wenig Benzin hatte, um zwei bis drei Mal pro Monat nach Westewitz und Großweitzschen zu fahren, bekam Hummitzsch seinen Gewerbeschein mit der Auflage, sich um die Dörfer zu kümmern. "Die Arbeit bringt einem ja keiner ins Haus und ob ich drei oder 13 Kilometer fahre, war mir egal", sagt er.

Letztlich musste er nur drei Jahre so gebunden arbeiten. Dann war die Wiedervereinigung da und das Geschäft lief. "Der Markt war völlig verändert. Vorher gab es nichts und ich hatte einen Stapel Aufträge auf dem Tisch. Nun musste man sich seine Kunden suchen und Nischen erobern", erzählt Hummitzsch. Auch von Benzinknappheit gab es nun keine Spur mehr. Ein blauer Renault war das erste westliche Auto, nachdem sich der Unternehmer 1987 noch für rund 18 000 Ost-Mark einen 19 Jahre alten Trabant gekauft und wieder fahrtüchtig gemacht hatte. "Den haben wir 1991 auf unserem Hof per Trennschleifer zersägt und auf den Müll gebracht. Da war ein lachendes und ein weinendes Auge dabei, wegen des vielen Geldes", sagt Hummitzsch senior - heute mit zwei lachenden Augen.

Ein Geschäft mit dem Döbelner Autozulieferer Autoliv sorgte unter anderem dafür, dass "die 90er Jahre flutschten", wie der Firmenchef es ausdrückt. "Es war ein schwieriger Start in den ersten beiden Jahren, am Ende für das Geschäft aber ein Segen."

Seit 2005 hat Sohn Holger das Sagen im Naußlitzer Firmensitz. Er hat beim Vater gelernt und verfolgt dessen Strategie weiter. "Wir bauen auf einen treuen Kundenstamm in der Region, dem wir sehr dankbar sind", sagt der 39-Jährige, der mit dem Einbau von elektrischen Türen und hochwertigen Musikanlagen in Häusern neue Geschäftsfelder erschlossen hat. Auch der Autogeschmack von Vater und Sohn ist ähnlich: In der Betriebsscheune steht Holger Hummitzschs Trabant - "einer der letzten 444, die in Zwickau gebaut wurden", sagt er stolz.

Sebastian Fink

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