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Döbeln Gewitterzelle: Rinnsale wachsen zu Schlammflüssen
Region Döbeln Gewitterzelle: Rinnsale wachsen zu Schlammflüssen
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23:55 09.06.2013
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Region Döbeln

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Die Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes, auch gestern für ganz Mittelsachen geltend, ließen diese Bilder nicht erahnen. "Wir hatten es uns zum Grillen auf dem Hof gemütlich gemacht, als wir es Grollen hörten", erzählte ein Anwohner in Wutzschwitz. Eine Gewitterzelle sollte sich eine halbe Stunde später, gegen 17.30 Uhr, über der Gemeinde Ostrau austoben. Von den übersättigten Feldern rund um die Bundesstraße 169 strömten die Massen die Hänge hinab.

Bürgermeister Dirk Schilling: "Das war unbeschreiblich. Binnen weniger Minuten schoss Wasser von den Feldern in die Täler, auf Straßen, in Grundstücke und zum Teil leider auch in die Häuser." Vor allem die Orte Clantzschwitz, Wutzschwitz und Jahna traf es hart. Schlammbäche überschwemmten in kürzester Zeit große Flächen. In Zschochau liefen die Gräben genauso schnell voll wie die Jahna. "Ein Meter über Normalpegel in wenigen Minuten, ich habe das noch nie erlebt. Der Bach ist an dieser Stelle ein kleines Rinnsal. Jetzt ist er gute vier Meter breit", erzählt ein Clantzschwitzer, als er sorgenvoll den immer noch steigenden Pegel der Jahna beobachtet. 30 Zentimeter bis zum Haus. Um 21 Uhr sank der Pegel wieder langsam. Mit den Einsatzleitern der Feuerwehr schaute sich Schilling im gesamten Gemeindegebiet um, wo die Anwohner sofort damit begonnen hatten, den Schlamm aus ihren Höfen und von den Straßen zu schippen. Ein PKW-Fahrer, der während des Gewitters auf der Straße zwischen Schmorren und Pulsitz unterwegs war, wurde während der Fahrt von den Schlammmassen überrascht und musste sich selbst in Sicherheit bringen. Überall - ob in Auerschütz, Zschochau, Kattnitz oder Merschütz - mussten die Anwohner mit ansehen, wie sich die Brühe ihren Weg suchte.

Die erste Schadensbilanz am Sonntagvormittag lieferte ein ernüchterndes Bild. "Viele Schäden an Privateigentum und den öffentlichen Straßen. Wir haben Sonntagvormittag mit Hilfe aller Gemeindefeuerwehren und der Technik der Agrargenossenschaft so weit alles beräumt. Jetzt werden wir eine genaue Bilanz der privaten und kommunalen infrastrukturellen Schäden erstellen und entsprechend melden", so Bürgermeister Dirk Schilling gestern Mittag.

Und das Szenario wiederholte sich: Am Sonntagabend mussten Bürgermeister Dirk Schilling und die Feuerwehren der Ortschaften erneut ausrücken, um Schlamm und Geröll von den Straßen zu beseitigen. "Wo wir am Sonnabend im Einsatz waren, stand das Wasser am Sonntagabend schon wieder."

Auch in der Dresdener Straße in Döbeln sorgte gestern Nachmittag eine erneute Welle aus dem Amselgrund dafür, dass die Straße wieder voll Wasser lief. Das Schlimmste konnte in letzter Sekunde verhindert werden: Durch das Aufbrechen der Gitter der Durchlässe am Pommlitzbach floss das Wasser ab. Häuser und Keller blieben vorm wiederholten Eindringen von Wasser verschont.

Thomas Lieb

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