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Döbeln Glockenguss für Nicolai-Kirche Döbeln wird verschoben
Region Döbeln Glockenguss für Nicolai-Kirche Döbeln wird verschoben
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00:39 06.12.2011
So sollen die neuen Bronzeglocken der St. Nicolaikirche aussehen: v.l. Abendmahlsglocke. Predigtglocke, Gebetsglocke, Taufglocke. Die Entwürfe hängen im Eingangsbereich der Nicolaikirche aus. Quelle: Sven Bartsch

Am Freitag sollte eigentlich der Guss der neuen Glocken in Passau stattfinden. Doch der Termin ist bis auf weiteres verschoben. Die Zinnbronze für die neuen Glocken hatte die Kirchgemeinde Döbeln bereits für 32 000 Euro gekauft. Die Glocken sollten zwischen November und Januar für 81 000 Euro in einer Passauer Firma gegossen werden. Döbelns Pfarrer Stephan Siegmund ist über die Verschiebung gar nicht mal böse. Denn er hofft, dass einige Mitglieder der Kirchgemeinde zum Gießen der Glocken nach Passau fahren. Und dafür ist ein Termin im Januar sicher besser geeignet, als kurz vor Weihnachten. Wie die Glocken aussehen sollen und welche Inschriften und Symbole auf ihnen verewigt werden, steht dagegen soweit fest. Im Eingangsbereich der Nicolaikirche hängen Zeichnungen der vier Glocken im Maßstab eins zu zwei. Die größte der vier Glocken ist die Abendmahlsglocke mit der Inschrift "Seelig sind die zum Hochzeitsmahl des Lamms berufen sind". Ein Lamm mit Siegesfahne ziert die Glocke ebenfalls. "Es symbolisiert Jesus Christus, der sich zur Vergebung geopfert hat. Das feiern wir mit dem Abendmahl, zu dem diese Glocke die Gläubigen rufen wird", sagt Pfarrer Stephan Siegmund.

"Oh , Land, Land, Land - höre des Herren Wort" ziert als Spruch den Rand der zweitgrößten Predigtglocke, Der Heilige Nikolaus, der der Kirche den Namen gibt und der auf dem berühmten Schnitzaltar zu finden ist, bildet als Symbol auf der Glocke eine Verbindung zwischen Altar und Glockenturm.

Das Christusmonogramm XP, aus den griechischen Buchstaben für Christus, auch Chi-Rho oder Konstantinisches Kreuz genannt, steht auf der drittgrößten, der Gebetsglocke. Auf der gegenüberliegenden Seite wird das "Vater-Unser" eingraviert. Die Glocke wird täglich um 7, 12 und 18 Uhr zum Gebet rufen.

"Selig sind die getauft werden" wird auf der kleinsten, der Taufglocke, zu lesen sein. Zudem wird der Renaissance-Taufstein, der unter der Altarempore steht, auch auf der Taufglocke abgebildet sein. Auf Wunsch einer anonymen Stifterin dieser Glocke wird sie eine eingravierte Widmung erhalten: "In Erinnerung an Gerhard und Anne Marie Lippmann".

Bevor die neuen Glocken für März 2012 in Döbeln erwartet werden, gibt es im Kirchturm noch viel zu tun. Nach dem Ausbau der alten Stahlgussglocken von 1921 begann die Erneuerung des Glockenstuhls, der die alte Form von 1730 wieder erhalten soll. Statt der für Risse anfälligen gekröpften Joche (Aufhängungen) werden gerade Joche installiert. Mit dem Einbau der größeren und schwereren Stahlgussglocken war 1921 sowohl der Glockenstuhl als auch die Anordnung der Glocken verändert worden. In Zukunft hängen alle vier kleineren Bronze-Glocken wieder hintereinander. Wenn sie in Döbeln ankommen, wird es eine kleine Zeremonie geben, bevor sie per Kran in den Turm schweben. Die Weihe soll am 18. März in einem Festgottesdienst sein. Somit ist auch das Auferstehungsläuten am Ostersonntag, um 5 Uhr, gesichert. Das hätte nicht stattfinden können, wäre die Glockenweihe auf Ostern gelegt worden.

❏ Die Kosten für die Glockenerneuerung sind mit 178 000 Euro veranschlagt. Trotz zahlreicher Spenden, Eigenmitteln der Kirchgemeinde, Mitteln von der Landeskirche und vom Denkmalschutz ist noch ein fünfstelliger Betrag offen. Kirchgemeinde und Kirchenbauverein rufen deshalb auf, für die neuen Glocken zu spenden.

❏ Kirchgemeinde Döbeln: Konto 330009047, BLZ 860 654 68, Volksbank Raiffeisenbank Mittelsachsen; Kirchenbauverein St. Nicolai Döbeln: Konto 33001100, BLZ 860 554 62, Kreissparkasse Döbeln.

❏ Zum letzten Mal haben die alten Glocken von St. Nicolai am 18. September geläutet. Die Kirchgemeinde nahm am Ende des Gottesdienstes feierlich von den vier Eisenhartgussglocken aus dem Jahre 1921 Abschied. Sie wurden am 18. und am 25. Oktober per Kran aus dem Turm gehoben und haben im Umfeld der Kirche einen Ehrenplatz bekommen.

Thomas Sparrer

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