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Döbeln Glühwein-Otto hängt die Schöpfkelle an den Nagel
Region Döbeln Glühwein-Otto hängt die Schöpfkelle an den Nagel
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00:17 25.12.2016
Ein letzter Schluck aus dem Kessel mit der Feuerzangenbowle. Am Donnerstag schloss Otto Karitzki (71) zum letzten Mal seine Glühweinbude auf. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

Er war auf dem Döbelner Weihnachtsmarkt zehn Jahre lang eine Institution. Am Donnerstag schloss Otto Karitzki seine Glühweinbude für immer ab. Der 71-Jährige hängt die Schöpfkelle für immer an den Nagel. Die runde Holzbude samt dem Kessel für seine Döbelner Feuerzangenbowle hat er an Gastronom Lars Lemke verkauft. Etwas Wehmut schwingt mit, wenn Glühwein-Otto vom Aufhören redet. „Ich habe zehn Jahre lang in Döbeln auf dem Weihnachtsmarkt gestanden, habe mir bei den Döbelnern einen guten Stand aufgebaut. Ich werde das vermissen“, sagt er. „Doch ich werde 71. Da darf man schon mal die Verantwortung für einen solchen Marktstand abgeben. Zudem hatte ich zuletzt schon immer mal die Sorge, dass man sich mal eine satte Erkältung zuzieht und die nicht wieder los wird.“

Mit 61 Jahren war Otto Karitzki in Rente gegangen und hatte beschlossen, dass es noch zu früh sei, um auf dem Sofa rumzuliegen. Er eröffnete jedes Jahr zu Weihnachten seinen Marktstand und bot Feuerzangenbowle an. Da diese nicht jeder mag, gab es alternativ auch Glühwein. „Etwa drei Jahre hat es gedauert, bis mich die Leute hier richtig angenommen haben. Aber jetzt haben mich viele Döbelner richtig in ihr Herz geschlossen“, freut er sich.

Was viele Döbelner Weihnachtsmarktbesucher bis heute nicht wissen: Glühwein und Feuerzangenbowle schenkte ihnen hier ein Bürgermeister aus. Von 1985 bis 1998 lenkte Otto Karitzki nämlich als Bürgermeister die Geschicke von Priestewitz, einer Gemeinde mit heute 22 Ortsteilen im Landkreis Meißen. Danach war er bis zur Rente Geschäftsführer der Kartoffelveredlung in Großenhain.

Künftig führt Otto Karitzki nur noch die Geschäfte an seinem Bungalow und fährt Boot auf dem Schwielochsee in Brandenburg. Mit seiner Frau den beiden Kindern vier Enkeln und einem Urenkel feiert er zuhause in Großenhain Weihnachten ganz in Familie.

Beim nächsten Döbelner Weihnachtsmarkt will er aber unbedingt vorbeischauen, nur so auf einen Glühwein oder eine Feuerzangenbowle, vielleicht auch mal für eine Stunde hinterm Tresen.

Von Thomas Sparrer

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