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Döbeln Gnadenhof Jahna: Doppeltes Missverständnis beim Bauantrag
Region Döbeln Gnadenhof Jahna: Doppeltes Missverständnis beim Bauantrag
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00:18 27.04.2017
Weiterführen oder schließen? Stellen Besitzer Erberhard Weise und das Tierheim Ostrau einen Bauantrag zur Änderung der Nutzung als Hundegnadenhof, muss sich auch der Ostrauer Gemeinderat zur Zukunft des Areals in Jahna äußern. Quelle: Sven Bartsch (Archiv)
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Jahna

Einiges ist schief gegangen bei der Kommunikation in Sachen Hundegnadenhof Jahna. Zwischen Besitzer Eberhard Weise, der Ostrauer Gemeindeverwaltung und dem Landratsamt Mittelsachsen. Schon vor Monaten hätte ein Bauantrag für die Umnutzung des einstigen Wohnhauses gestellt sein können. Stattdessen ist nun die Nutzungsuntersagung beim Tierheim Ostrau gelandet, die den Hof gern professionell weiterführen würde (die DAZ berichtete).

Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) bringt Licht ins Dunkel rund um die Ereignisse. So habe für die Gemeinde schnell festgestanden, dass der jetzige Betreiber Christiaan Danhoff nicht mehr tragbar sei, nachdem er geschätzt 40 Hunde auf dem dafür nicht ausgelegten Gelände aufgenommen und zum Teil verwahrlosen lassen hat. Seit 2011 wird der Hof, der dem 93-jährigen Bayer Eberhard Weise gehört, von Danhoff betrieben – allerdings ohne gültige Baugenehmigung. „Das Landratsamt hat es dort großzügig gehandhabt und bis zu 15 Hunde geduldet. Bei einem Vier-Familien-Haus sei es noch im Rahmen des Glaubhaften, dass es sich um privat gehaltene Hunde handelt“, berichtet Schilling.

Im Gespräch mit Weise, habe der Bürgermeister ihm deutlich gemacht, dass der illegale Zustand ein Ende haben müsse. „Ich sagte ihm, wir müssen einen Bauantrag stellen. Er schickte ein formloses Schreiben an uns“, erzählt Schilling weiter. Offenbar glaubte Weise, die Nutzungsänderung mit diesem Schreiben im Herbst vergangenen Jahres direkt bei der Gemeinde beantragen zu können. Ein Antrag beim Landratsamt, wie von der Verwaltung angenommen, ging von ihm nie in Freiberg ein.

Zum doppelten Missverständnis wurde die Geschichte, als Dirk Schilling im Dezember 2016 bei einem Besuch im Landratsamt beiläufig nach dem Stand der Bearbeitung des vermeintlichen Antrags fragte. „Da wurde gesagt, der Antrag wird gerade bearbeitet“, erinnert sich Schilling. „Erst jetzt ist klar geworden, dass kein Antrag eingereicht wurde.“ Dies hat das Landratsamt der DAZ inzwischen auch bestätigt. „Die geplante Nutzung der baulichen Anlage ist von der bisher praktizierten Wohnnutzung nicht mehr gedeckt und stellt damit eine Nutzungsänderung dar, welche eines Baugenehmigungsverfahrens bedarf“, erklärt Pressesprecherin Cornelia Kluge in einem Schreiben.

Die bei Tierheimleiterin Marlis Przybilla eingegangene Nutzungsuntersagung sei vom Landratsamt vorsorglich verschickt worden. „Weil das Tierheim sich öffentlich geäußert hat, den Hof übernehmen zu wollen. Da wollte der Landkreis verhindern, dass der nächste Nutzer macht, was er will“, erklärt Schilling.

Dabei steht er einem Engagement des Tierheims nicht abgeneigt gegenüber. Zumal Eberhard Weise laut Przybilla auch in Zukunft auf seinem Gelände in Jahna Hunden ein Zuhause bieten will. „Ehe dort eine wildfremde Organisation reinkommt, dann lieber mit dem Tierheim vor Ort zusammen arbeiten“, sagt Schilling. Doch derzeit sei aber noch alles offen.

Zunächst müsse die gegen Danhoff vorliegende Räumungsklage vollzogen werden. Dabei wolle das Tierheim Besitzer Eberhard Weise unterstützen, sagt Marlis Przybilla. Dies müsse auch in Sachen Bauantrag geschehen, meint Schilling. Dann ginge das Vorhaben seinen behördlichen Weg. „Bei einem neuen Antrag würde der Gemeinderat wieder eine Stellungnahme abgeben“, erklärt der Bürgermeister. Vorher solle man sich im Tierheim treffen, um sich genau zu informieren, was Marlis Przybilla und ihre Helfer vorhaben, schlägt er vor. „Damit hätte ich gar kein Problem“, meint Przybilla. Deren Ideen liegen auf dem Tisch: Maximal 15 Hunde aus dem eigenen Bestand sollen nach Jahna, eine geschulte Betreuerin aus dem Tierheim auf dem Gelände einziehen und sich immer um die Tiere kümmern. „Damit hätten wir den Bedenken der Anwohner vorgesorgt, dass es dort wieder eskaliert. So wird es nicht wieder werden“, betont die Tierheimleiterin.

Von Sebastian Fink

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