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Döbeln Gnadenhof Jahna auf der Kippe
Region Döbeln Gnadenhof Jahna auf der Kippe
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15:28 23.02.2018
Rund 40 Hunde vermuten Gemeinde und Anwohner auf dem Jahnaer Gnadenhof. Der derzeitige Pächter soll räumen. Ob ihm das Tierheim nachfolgen darf, ist derzeit offen. Quelle: Sven Bartsch
Jahna

Wird es bald still auf dem Gelände des Hundegnadenhofes in Jahna? Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling informierte in der jüngsten Gemeinderatssitzung: „Die Bauaufsicht des Landratsamtes war dort und hat Fotos gemacht. Dem neuen Interessenten wurde bereits eine Nutzungsuntersagung zugesandt.“ Da seit der Einrichtung als Tierbetreuung 2011 für das private Vierfamilienhaus nie eine neue Nutzung beim Landkreis beantragt wurde und auch Besitzer Eberhard Weise aus Bayern den Noch-Betreiber Christiaan Danhoff nicht mehr auf seinem Besitz dulden will, läuft nun die Räumungsklage gegen den Südafrikaner.

Der von Schilling angesprochene neue Interessent ist das Tierheim Wiesengrund in Ostrau, das den Gnadenhof gern übernehmen würde (die DAZ berichtete) und selbst bei Danhoff nachhilft, damit er schneller und mitsamt den Hunden vom Hof kommt. „Wir wollen verhindern, dass er bei Nacht und Nebel abhaut und die Hunde da lässt. Er soll ordentlich ausziehen“, sagt Tierheimleiterin Marlies Przybilla. Schon längst wollte der Verein mit dem Aufräumen auf dem Hof beginnen, doch noch lässt sich Danhoff bitten.

Nun könnte es ganz anders kommen: Besagtes Schreiben mit der Nutzungsuntersagung hat Przybilla auf dem Tisch – und sorgt sich nun um die grundsätzliche Zukunft des Areals im Jahnaer Wiesengrund. „Es ist traurig, dass es dort jahrelang als Gnadenhof lief, ohne dass sich jemand daran gestört hat und wir jetzt quasi ausgeschlossen werden, ohne dass wir überhaupt anfangen konnten“, sagt sie.

Mit dem Besitzer Eberhard Weise sei sie längst einig: Der Hof solle dem Verein kostenlos als Betreiber zur Verfügung gestellt werden. Maximal 15 Hunde sollen dort künftig leben – Tiere, die bis jetzt noch im Tierheim Ostrau untergebracht sind. „Wir haben viele ältere Hunde und solche, die nicht mehr vermittelt werden können. Die finden bei dem Gewusel im Tierheim keine Ruhe. Und wir könnten in Ostrau wieder Platz für andere Notfälle schaffen“, sagt Przybilla.

Das letzte Wort in Sachen Nachnutzung des Geländes ist noch nicht gesprochen. Die Familie Weise als Besitzer wolle das Haus künftig über eine Stiftung für den Tierschutz sichern, sagt Przybilla. Doch das hängt auch von der Nutzungserlaubnis des Landkreises ab, die dort erstmal beantragt werden müsste. Dabei hat auch die Gemeinde mitzureden. Der Tierheim-Vereinschef Mario Becker habe bereits mit Bürgermeister Schilling gesprochen. Der weilt diese Woche im Urlaub und ist erst ab Montag wieder für eine Stellungnahme zu erreichen.

Von Sebastian Fink

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