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Döbeln Golf-Fahrerin geschlagen – Geldstrafe gekriegt
Region Döbeln Golf-Fahrerin geschlagen – Geldstrafe gekriegt
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18:34 31.07.2018
Wegen Körperverletzung hat das Amtsgericht Döbeln einen Leisniger zu einer Geldstrafe verurteilt. Quelle: dpa
Leisnig/Döbeln

Zwei ungleiche Fahrzeuge sind am 9. Mai 2016 auf der Staatsstraße 34 nach Leisnig unterwegs. Ein Landrover-Geländewagen mit einem Mittsechziger am Steuer und ein VW Golf, den eine junge Frau lenkt, auf dem Rücksitz die kleine Tochter, die damals noch nicht mal ein Jahr alt war. Beiden wird diese Fahrt im Gedächtnis bleiben, denn die Ereignisse eskalierten.

Irre Fahrt nach Leisnig

Sie schildert das so: „Ich wollte meinen Sohn aus dem Kindergarten in Leisnig holen und fuhr auf der Landstraße nach Leisnig. Da tauchte plötzlich der weiße Landrover auf. Er fing an zu drängeln, weil er überholen wollte. Ich bekam Panik, fuhr langsamer, damit er mich überholen kann.“ Später sei der Landrover neben ihr gefahren, sei leicht in ihre Richtung ausgeschert, so als ob er sie von der Straße drängen wollte. Irgendwann hätte sie der Geländewagen dann überholt, sie dann aber auszubremsen versucht. „Er stand mitten auf der Straße, zwei Männer stiegen aus. Nach einer Gefahrenbremsung habe mich auf der linken Seite vorbei geschlängelt“, schilderte die Zeugin.

Showdown in Naunhof

Dann ist sie in Naunhof rechts ran gefahren, wohl um erstmal durchzuatmen nach dem Stress. Dort kommt es aber zum Showdown. „Der Landrover hielt vor mir, die beiden Männer stiegen aus. Der Angeklagte kam zu mir, ich fragte ihn ob er mich umbringen will. Er beschimpfte mich und schlug mich durch das geöffnete Fenster der Fahrertür“, so die junge Frau. Sie habe wegen des Schlages Kopfschmerzen und gefühllose Zähne gehabt. Aber drastischer waren für sie wohl die seelischen Folgen. „Ich hatte Angst, Auto zu fahren. Ich hätte nie gedacht, dass Menschen so böse sein können“, sagte sie.

Geschädigte fuhr angeblich selbst rabiat

Rechtsanwalt Jens Belter, Verteidiger des Angeklagten, sprach in seinem Schlussvortrag Ungereimtheiten an, in die sich die Zeugin nach Ansicht der Verteidigung verstrickt habe. „Was die angeblich Geschädigte gesagt hat ist sehr widersprüchlich. So hat sie bei der Polizei angegeben, mein Mandant habe sie mit der flachen Hand geschlagen, dann war es die Faust, jetzt die Rückhand. Das ist schon alles sehr widersprüchlich, so dass man im Zweifel für den Angeklagten entscheiden muss. Ich beantrage Freispruch“, sagte der Rechtsanwalt. Er würdigte in seinem Plädoyer auch die Aussage des Beifahrers, der mit dem Angeklagten befreundet ist. Dieser habe nichts davon mitbekommen, dass der Angeklagte die Frau geschlagen hat. Auch sei sie rabiat gefahren, habe den Landrover gefährlich überholt. Der Mann gab aber auch an, zum Zeitpunkt des Schlages auf sein Mobiltelefon geschaut zu haben.

Kein Raum für Freispruch

„Die Vorgeschichte können wir nicht mehr aufklären. Aber es steht fest, dass der Angeklagte die Zeugin geschlagen hat“, sagte Richterin Marion Zöllner, die den Mittsechziger wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 19 Euro verurteilte. Die Aussage der Geschädigten und die ärztlichen Atteste ließen ihr keinen Raum für einen Freispruch. Mit der Strafe blieb sie unter dem Antrag des Staatsanwaltes, der 70 Tagessätze gefordert hatte. Außerdem verurteilte die Richterin den Angeklagten zu 1000 Schmerzensgeld und rund 50 Euro Schadenersatz. Nebenklage-Anwältin Mandy Schützel hatte 1500 Euro Schmerzensgeld plus den Fuffi Schadenersatz im Zuge der Adhäsionsklage gefordert.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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