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Gräben auf, Gräben zu: Kabelsalat in Fußwegen nervt Leisniger

Zeitverzug Gräben auf, Gräben zu: Kabelsalat in Fußwegen nervt Leisniger

„Was dort abgeht, das geht gar nicht -was man den Bürgern da zumutet...“ Die Baustellen der Mitnetz Strom mit Sitz in Grimma machen in Leisnig von sich reden, zuletzt in der Stadtratssitzung. So wie CDU-Ratsmitglied Mathias Voigtländer die Situation einschätzt und offen anspricht, sieht es auch sein Fraktionskollege René Quandt.

In Leisnig wird derzeit an vielen Stellen gebaggert für ein neues Stromnetz. So wie am Sachsenplatz wird das vor allem für Fußgänger beschwerlich.

Quelle: Sven Bartsch

Leisnig. „Was dort abgeht, das geht gar nicht -was man den Bürgern da zumutet...“ Die Baustellen der Mitnetz Strom mit Sitz in Grimma machen in Leisnig von sich reden, zuletzt in der Stadtratssitzung. So wie CDU-Ratsmitglied Mathias Voigtländer die Situation einschätzt und offen anspricht, sieht es auch sein Fraktionskollege René Quandt.

Er schildert aus eigener Beobachtung, dass an einem Ablageplatz für Baumaterial mit Schüttgut ein Straßeneinlauf für die Oberflächenentwässerung zugeschüttet worden sei. Die Konsequenz: Oberflächenwasser rann über die Straße. In der jüngsten längeren Frostperiode überzog ein Eispanzer die Fahrbahn. So etwas dürfe dem Unternehmen nicht unterlaufen. Quandt: „Unter solchen Umständen spreche ich der Baufirma ihre Kompetenz ab.“ Was Mathias Voigtländer im Rat schildert, betrifft speziell den Sachsenplatz, vor allem die Sicherheit auf der Baustelle. Weil Kabel ausgetauscht werden müssen entlang von Fußwegen beziehungsweise Zugängen zu den Haustüren, sind dort Gräben aufzuschachten. Die Absicherung für die Fußgänger lasse teilweise zu wünschen übrig. Das habe er selbst wahr genommen beziehungsweise sei er von Bürgern angesprochen worden.

Die Mitnetz Strom arbeitet seit dem Frühjahr in Leisnig. Wie Pressesprecherin Evelyn Zaruba auf Nachfrage der DAZ erläutert, wird für eine Gesamtsumme von etwas 1,5 Millionen Euro das Nieder- und Mittelspannungsnetz erneuert. Am Leisniger Sachsenplatz sollte das bis August bereits erledigt sein. Nun wird mit Bauenende im ersten Quartal 2017 gerechnet. Die Verzögerung erläutert sie so: „Es handelt sich um eine sehr umfangreiche Gesamtmaßnahme mit vielen einzelnen Baustellen. Wie sich während der Arbeiten zeigte, liegen die Altleitungen teils ganz anders als in den Unterlagen verzeichnet. Dazu kommt, dass Einzelmaßnahmen im Plan vorgezogen wurden.“ Dies betreffe zum Beispiel den Bereich Lönsstraße und Eintracht, Händelstraße, Goetheweg und Johannes-R.– Becher-Straße. Dort sollte erst 2017 gebaut werden. Doch da jetzt Leitungen fürs Breitband-Internet mit verlegt werden, wird einmal aufgegraben, um für beide Medienträger die Strippen in die Erde zu bringen. Häufig werden die Leitungen innerhalb des Gehweges gezogen, was vor allem für die Fußgänger hinderlich ist.

In der Karl-Liebknecht-Straße sind die Kabelverlegearbeiten mittlerweile abgeschlossen, der Fußweg wieder verfüllt. Es muss nur noch eine Bitumendecke drauf. Gestern wurde der Graben in der Jahnstraße verfüllt. Evelyn Zarbua erläutert weiterhin: „Der Termin Weihnachten drängt generell. Das Unternehmen versucht, an möglichst vielen Stellen, an denen derzeit gearbeitet wird, die Gräben zumindest weitgehend zu verfüllen, zu verdichten und begehbar zu machen, auch damit alles für die Winter- beziehungsweise Frostmonate nutzbar ist. Im Frühjahr kann dann weiter daran gearbeitet werden.“ Dies schließe auch ein, dass an manchen Stellen das bereits Verfüllte erneut geöffnet werden müsse. Das ist dann also so vorgesehen, auch wenn es von außen nach chaotischem Arbeiten aussehe. Hinweise auf fragwürdige Vorkommnisse rund um die Mitnetz-Baustelle seien erstmals an die Mitnetz Strom herangetragen worden. Diese würden auf jeden Fall zum Anlass genommen, den Qualitätsmanager mit einem eigens anberaumten Kontrollgang vor Ort nach dem Rechten schauen zu lassen. Das werde genau protokolliert.

Von Steffi Robak

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