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Döbeln Größter Wunsch: Ein monatlicher Zuschuss
Region Döbeln Größter Wunsch: Ein monatlicher Zuschuss
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11:43 28.11.2018
Roßweins Jugendhausverein braucht für kontinuierliche Arbeit vor allem eines: Geld. Quelle: Sebastian Fink
Rosswein

Welche Perspektive hat das Jugendhaus in Roßwein? Wie ist der Stand bei den aktuell laufenden Brandschutz-Baumaßnahmen? Was fehlt, welche Wünsche haben die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins für ihre ehrenamtliche Arbeit und generell für das Haus in der Goldbornstraße? Janina Pfau als Jugendpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Sächsischen Landtag, die Landesvorsitzende Antje Feiks und Marika Tändler-Walenta, Kreisvorsitzende der Linken in Mittelsachsen, fühlten Vertretern des Vereins auf den Zahn. Und stellten fest, dass Roßweins Jugendhaus nicht nur Geld braucht, um langfristig überleben zu können, sondern auch eine Lobby.

Einnahmen fehlen

Momentan kämpft sich die selbstverwaltete Einrichtung durch eine bereits vier Jahre andauernde Durststrecke. Aufgrund von Brandschutzauflagen waren umfangreiche Baumaßnahmen erforderlich, die der etwa 60 Mitglieder starke Verein selbst zu finanzieren hatte. Solange es keine endgültige Abnahme gibt, dürfen sich nicht mehr als 100 Leute im Haus aufhalten – für große Konzerte, wie sie früher regelmäßig stattgefunden haben, das Aus. Damit fehlen seit Langem auch die Einnahmen, mit deren Hilfe nicht nur der Fortbestand des Hauses gesichert werden kann, sondern auch die soziale Arbeit finanziert wird.

Politisch vorbelastet

Mit den Baumaßnahmen sind nicht nur bestimmte Konzerte und Veranstalter in die Warteschleife gesetzt worden, sondern zwischenzeitlich auch die Kinder und Jugendlichen, die die Zielgruppe für die beiden Sozialarbeiter des Hauses sind. Waren vor dem Umbau täglich bis zu 20 Kinder regelmäßig vor Ort, sind Nicole Schröder und Stev Buttler jetzt dabei, den Stamm mühsam wieder aufzubauen. Unter anderem ist in Kooperation mit der Oberschule unlängst ein Schnuppertag für Fünftklässler probiert worden, im Dezember sollen die Sechstklässler folgen. Rückmeldungen habe es aktuell leider noch keine gegeben, so Sozialarbeiterin Nicole Schröder, die jetzt für den Dezember einen konkreten Angebotsplan erstellt hat, um Interessenten ranzuholen.

Obwohl das Jugendhaus die einzige Einrichtung in Roßwein ist, die soziale Arbeit anbietet, sei es schwer. Das, so die stellvertretende Vereinsvorsitzende Isabel Spickenreuther, habe auch damit zu tun, dass von Seiten der Eltern die Hemmschwelle groß sei. Das Jugendhaus sei eben politisch „vorbelastet“, ab und zu ist es bei Konzerten laut und es liegen nach Veranstaltungen auch mal Flaschen im Gelände. Genauso schwer wie ein gewisser Ruf wiegt der ehrenamtliche Aufwand, der hinter dem Aufrechterhalten des Hauses steht. Wer Geld braucht, kann dieses über zahlreiche Förderprogramme beantragen. Theoretisch ein guter Plan. Doch der kostet enorm viel Zeit: Projekte schreiben, Auflagen erfüllen, Eigenmittel aufbringen, Vorauszahlungen leisten – viele Vereine sind mit dem hohen Verwaltungsaufwand überfordert. Auch den Roßweinern fehlen schlichtweg die Ressource beim Antragstellen. Um etwas Licht in den Fördermitteldschungel zu bringen und die Abwicklung unkomplizierter zu gestalten, hat die sächsische Linke einen Antrag auf Gesetzesänderung eingebracht.

Hohe Betriebskosten

Rund 1000 Euro monatlich muss der Roßweiner Jugendhausverein aufbringen, um die Betriebskosten für das Haus zu deckeln. Der größte Wunsch momentan ist deshalb: „Ein monatlicher finanzieller Zuschuss“, sagt Isabel Spickenreuther. Nächster Schritt ist jetzt erst einmal die endgültige Bauabnahme für die erste und zweite Etage des Hauses. Anfang November gab es einen Vor-Ort-Termin, jetzt muss der Verein noch ein paar Kleinigkeiten nachreichen. Und dann hoffen, dass möglichst nahtlos an alte Konzertzeiten angeknüpft werden kann.

Von Manuela Engelmann-Bunk

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