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Döbeln Große Namen – kleine Stadt: Neues Buch enthüllt Waldheims Top 25
Region Döbeln Große Namen – kleine Stadt: Neues Buch enthüllt Waldheims Top 25
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Obwol er nicht mehr in Waldheim lebt, hat François Maher Presley ein neues Buch über die Perle des Zschopautales in Arbeit. Quelle: Dirk Wurzeln
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Waldheim

Physisch hat Autor François Maher Presley der Stadt Waldheim den Rücken gekehrt, lebt derzeit an unterschiedlichen Orten im Ausland. Aber er ist Waldheim noch immer sehr verbunden. Derzeit arbeitet er an Projekten, die mit der Stadt an der Zschopau zu tun haben und die er im kommenden Jahr auch in Waldheim präsentieren wird.

Karl May, unter anderem literarischer Vater von Winnetou, Old Shatterhand, Sam Hawkins und Hadschi Halef Omar, hatte auch eine kriminelle Vergangenheit, die von 1870 bis 1874 ins damalige Zuchthaus Waldheim führte. Das ist bekannt. Weniger bekannt dürfte aber sein, dass der Abenteuerschriftsteller in seiner Haftzeit ein Ave Maria gedichtet und komponiert hat. „Ich leg‘ mein Flehen dir zu Füßen; O, trag‘s empor zu Gottes Thron, Und laß, Madonna, laß dich grüßen Mit des Gebetes frommem Ton: Ave, ave Maria!“ François Maher Presley beschreibt dies in seinem Buch „Waldheim Topp 25“. Darüber sagt der Autor: „In diesem Buch werden 25 geschichtliche und wirtschaftliche Ereignisse oder bedeutende Personen dargestellt, die in Waldheim nicht allein eine wichtige Rolle spielten, sondern auch als Alleinstellungsmerkmal der schönen Stadt an der Zschopau gegenüber vielen anderen Kleinstädten in Sachsen gesehen werden können.“

Bemerkenswertes Sammelsurium

Das besondere an diesem Buch sind die tollen Illustrationen. Diese sind den Malern und Graphikern Ekkehart Stark und Ralf Schneider zu verdanken, denen das Projekt ebenso viel Freude bereitete. „Wir kommunizieren alle miteinander via Email, senden uns die Bilder und Texte zu und entwickeln so das schöne Buch zusammen“, sagt Ekkehart Stark.

Die DAZ hatte die exklusive Möglichkeit, schon mal vorab ins Projekt „Waldheim Topp 25“ zu schauen. Es ist ein wirklich bemerkensenswertes Sammelsurium an interessanten Fakten, die François Maher Presley da zusammengetragen hat und in ansprechender Weise wiedergibt. Heimatfreunde und geschichtlich Interessierte dürften genauso ihre Freude daran haben, wie Leute, die zum ersten Mal mit Waldheim in Berührung kommen und mehr über die Stadt wissen wollen. Und vielleicht entdeckt auch manch Waldheimer darin etwas, das er noch nicht über seine Heimatstadt wusste.

Kolbe, Napoleon, Goethe und Govinda – die großen Namen fehlen im neuen Presley-Buch natürlich nicht. Interessante historische Begebenheiten kommen aber auch nicht zu kurz. Nach dem Ende der Kampfhandlungen des 2. Weltkrieges war Waldheim geteilt. In der Oststadt hatten die Russen das Sagen, in der Weststadt die Amis. Die richteten am Georg-Kolbe-Platz ihre Kommandantur ein, in dem Haus, in dem heute Rechtsanwalt Enrico Brand seine Kanzlei hat.

Gut Qualm aus Waldheim

Nach dem Krieg gab es auch in Waldheim die Zigarettenwährung für Schwarzmarktgeschäfte. Die Tabakverarbeitung sollte bis in die 1960er Jahre ein Waldheimer Wirtschaftszweig sein. Auch davon berichtet François Maher Presleys neues Buch. Natürlich nicht ohne „Bergmanns Hof“ unerwähnt zu lassen. Der Name der Kneipe „Zur Anfeuchte“ hat nichts mit trockenen Kehlen zu tun, die dort heute benetzt werden. Als Bergmanns Hof noch eine Zigarrenmanufaktur war, feuchteten die Arbeiter bei der Zigarren-Herstellung Tabakblätter an. Ein Fünftel der Waldheimer beschäftigte die Zigarrenindustrie 1881, 100 Millionen Zigarren verließen in den späten 1800er Jahren die Stadt.

Von Dirk Wurzel

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