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Großeinsatz bei Leisnig nach Mulde-Sprung

Mann vermisst Großeinsatz bei Leisnig nach Mulde-Sprung

Mit Hubschrauber, Motorboot und mehreren Feuerwehrfahrzeugen wurde in der Nacht zu Sonntag bei Leisnig ein Mann gesucht. Die Polizei hatte den Großeinsatz nicht gemeldet, denn der 25-Jährige tauchte später wieder auf - im wahrsten Sinne des Wortes. Nach einer Feier, die er wortlos verlassen hatte, war er in die Mulde gesprungen. Weil er danach unauffindbar blieb, folgte ein Notruf.

Nachdem ein 25-Jähriger in der Nacht zum Sonntag in die Mulde bei Leisnig gesprungen war, war das Muldeufer stundenlang ins Blaulicht der Feuerwehren getaucht.

Quelle: dpa

Leisnig. Die Hintergründe eines groß angelegten Feuerwehr- und Hubschauraubereinsatzes entlang der Mulde bei Leisnig vom Wochenende haben sich nun aufgeklärt: Ein 25-Jähriger aus Waldheim war nahe Fischendorf mitten in der Nacht zu Sonntag in die Mulde gesprungen und durch den Fluss geschwommen. Da er sich bei Freunden erst später wieder meldete, wurde davon ausgegangen, er sei ertrunken und im Fluss abgetrieben worden.

Mit Schlauchboot und Hubschrauber Vermissten gesucht

Nach einem Notruf, der 2.35 Uhr an die Feuerwehren ging, war schon allein die Leisniger Feuerwehr mit vier Fahrzeugen im Einsatz. Zunächst wurde die Thiele-Brücke an der Umgehungsstraße ausgeleuchtet. Es kam außerdem ein motorisiertes Schlauchboot zum Einsatz, um den Fluss abzusuchen. Zudem waren nach Aussage des Stadtwehrleiters Bernd Starke flussabwärts die Feuerwehren von Colditz, Tanndorf und Sermuth im Einsatz, besetzten beispielsweise die Brücken für den Fall, dass der Vermisste angetrieben wird.

Der Fluss wurde an mehreren Stellen zwischen Fischendorf und Marschwitz kontrolliert. Da niemand gefunden wurde, forderte die Rettungsleitstelle für die Personensuche später noch einen Hubschrauber der Bundespolizei an. Eine derart groß angelegte Suchaktion hatte es mindestens in den vergangenen zwei Jahrzehnten an der Mulde nicht gegeben, so Stadtwehrleiter Bernd Starke. Er könne sich jedenfalls an so einen Großeinsatz nicht erinnern.

Wortlos eine Feier verlassen und später in die Mulde gesprungen

Nach Informationen der DAZ hatte sich der Gesuchte zunächst grußlos von einer Feier im Freundeskreis entfernt, woraufhin andere Feiernde sich auf den Weg machten, um ihn zu suchen. Sie trafen ihn nahe Fischendorf auch an. Jedoch lief der Mann unvermittelt los in Richtung Fluss und sprang hinein. In der Dunkelheit konnten die anderen Anwesenden nicht ausmachen, ob oder wo er wieder aus dem Fluss auftauchte. Deshalb wurde die Polizei verständigt.

Nun stellt sich die Frage, wer für die Kosten des Großeinsatzes aufkommt. Uwe Dietrich, beim städtischen Bau- und Ordnungsamt verantwortlich für das Feuerwehrwesen, erläutert dazu, dass Einsätze zur Wahrung des Gemeinwohls nicht in Rechnung gestellt werden. Das gilt zum Beispiel, wenn die Ausbreitung eines Brandes in einer Stadt verhindert werden soll.

Materialschlacht kann schnell eine fünfstellige Summe kosten

Für den speziellen Fall von Sonntagfrüh will er keine konkrete Aussage treffen: „Ich kenne die Situation nicht gut genug, um sie einzuschätzen. Generell kann ich sagen: Jeder Mensch ist für sein Handeln selbst verantwortlich.“ Für einen derartigen Einsatz könne schnell eine fünfstellige Summe zusammen kommen, schätzt Dietrich ein. „Es war eine Materialschlacht. Und es werden abgesehen von den Kosten der Stadt Leisnig noch weitere Kostennoten von anderen an der Rettungsaktion beteiligten Stellen ankommen.“

Den Notruf abgesetzt hatte eine Frau, die den Sprung des Mannes in die Mulde unmittelbar bemerkt hatte. Sie müsse sich jedoch nun keine Sorge machen, diesen unnötige Feuerwehreinsatz ausgelöst zu haben, so Dietrich. „Das menschliche Leben steht in unserer Werteordnung ganz oben. Wer wahr nimmt, dass sich ein Mensch in einer Notlage befindet, der ist zur Hilfeleistung verpflichtet. Sonst macht er sich einer fahrlässigen Körperverletzung schuldig, wenn in einem Ernstfall doch etwas Schlimmes passiert.“

Von Steffi Robak

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