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Döbeln Großes Echo nach dem Erdbeben: "Bei mir hat das Sofa gewackelt"
Region Döbeln Großes Echo nach dem Erdbeben: "Bei mir hat das Sofa gewackelt"
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23:23 02.06.2014

Von Thomas Lieb und Olaf Büchel

Was folgte, war ein riesiges Echo in den sozialen Netzwerken. Über 15 000 Menschen haben von dem Erdbeben über die Facebook-Seite der Döbelner Allgemeinen Zeitung erfahren - und von ihren Erlebnissen berichtet.

In Döbeln, Waldheim, Hartha und Roßwein haben viele Menschen die Erderschütterung gespürt. Vom Gefühl des schwankenden Sofas beim Mittagsschlaf, klirrenden Gläsern in der Vitrine oder sogar von wackelnden Häusern wird berichtet. Zahlreiche Kommentare in den Netzwerken ließen schnell darauf schließen, dass das Beben in vielen, aber längst nicht allen Regionen des Altkreises zu spüren war. Isabell Beck aus Roßwein schrieb: "Bei mir im Haus hat es gut gewackelt. Ich dachte, ich bilde mir das nur ein oder im Dachgeschoss stürmt der Wind durch." Nutzerin Holla de Waldfee war es nicht geheuer: "12.41 Uhr wackelte das Sofa, auf dem ich gerade lag, bei mir hin und her... und es war nicht wenig! Mir war schon etwas mulmig geworden." Bei Katja Schmidt aus Döbeln habe der Tisch auf der Terrasse gewackelt, bei Heiko Herden in Etzdorf erzählten die Nachbarn von Fernsehern, die gerüttelt worden. Bärbel Müller schrieb: "Heute habe ich live und das erste Mal in meinem Leben ein Erdbeben erlebt. Ich dachte, mein Sofa wird zum Massagekissen. Das war vielleicht komisch." Thomas Schneider bestätigte: "In Hartha und Waldheim war es spürbar." Bei Michaela Stuike in Bad Lausick war das Beben ebenfalls zu spüren. "Meine Anbauwand hat übelst gewackelt", berichtete Michaela auf der DAZ-Facebookseite. Längst nicht jeder hat die Erschütterungen wahrgenommen. Caro Linchen fragte verwundert: "In Roßwein war Erdbeben? Ich hab' davon nix gemerkt." Annett Schuster ging's ähnlich: "Wann soll das gewesen sein?"

Das Geophysikalische Observatorium Collm bei Oschatz bestätigte am Wochenende jedoch schnell: Es hat ein Erdbeben gegeben - und zwar das stärkste in der Region seit rund 30 Jahren. Das Epizentrum der Erschütterung lag bei Novy Kostel im Nordwesten Tschechiens, nahe der Grenze zu Sachsen, westlich von Oberwiesenthal (die DAZ berichtete). Das Gebiet ist bekannt für Schwarmbeben, erklärt Seismologe Siegfried Wendt, der am Sonnabend in Collm Dienst hatte. Besorgte Anrufe aus der Bevölkerung sind bei der Polizei nicht eingegangen, wie der Diensthabende des Döbelner Reviers erklärte. Auch ernsthafte Schäden wurden der Polizei aus dem Raum Döbeln keine gemeldet.

Bis Sonntagmittag habe es mehr als 100 Nachbeben geringerer Stärke gegeben. "Die deutlich erhöhte Aktivität kann über Monate anhalten, oder nach 14 Tagen vorbei sein", sagte Experte Wendt. Niemand könne das vorhersagen. "Es ist jedes Mal eine Überraschung." Das Vogtland ist ein typisches Erdbebengebiet in Deutschland. Dort treten immer wieder Schwarmbeben - eine Gruppe von Erschütterungen ähnlicher Stärke binnen kurzer Zeit - auf. Erst vor einer Woche hatte solch eine Serie bei Novy Kostel mit einer Stärke bis 3,5 gen Norden ausgestrahlt. Für Wendt war das die erste Phase der aktuellen Reihe. Beim Erdstoß vom Sonnabend sei aber das Hundertfache an Energie freigesetzt worden. Der Leipziger Experte schließt einen noch höheren Ausschlag in Westböhmen für die Zukunft nicht aus. "Ich würde mich nicht wundern, wenn es eine halbe Einheit mehr wird." Die Experten seien aber überzeugt, dass in der Region kein Erdbeben stärker als 5 entstehen kann.

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