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Großpelsen: Schafbock fast stranguliert und beinahe ertrunken

Rettungsaktion Großpelsen: Schafbock fast stranguliert und beinahe ertrunken

Ein Kamerunschafbock sorgte in Großpelsen für Turbulenzen. Erst strangulierte sich das Tier fast im Weidezaun Gerade aus dieser misslichen Lage befreit, stürzte es sich in den benachbarten Teich. Fremde halfen dem Vierbeiner, bis dessen Eigentümer eintraf. Das schon ältere Tier hat den Tod des vormaligen Besitzers zu verkraften und verlor auch noch seine Artgenossin.

Der Kamerunschafbock hatte sich erst fast stranguliert, dann wäre er beinahe ertrunken.

Quelle: Sven Bartsch

Großpelsen. Wenn ein Schaf keinen Bock mehr hat - aufs eigene Dasein möglicherweise – kann das im wahrsten Sinne des Wortes zu Verwicklungen führen, so wie in Großpelsen. Auf einer Koppel mitten in dem kleinen Ort zwischen Leisnig und Mügeln spielten sich gestern dramatische Szenen ab. Doch zuletzt ging alles gut aus.

Der Auslöser: Ein etwas betagter Kamerumschafbock. Mitarbeiter des Trinkwasserversorgers OEWA bemerken das heftig zappelnde Tier. Mit den Hörnern hat es sich im Weidezaun verfangen, scheinbar in dem Versuch, diesen zu überwinden. Verzweifelt windet sich das Tier, verheddert sich mehr und mehr. Wild schlägt es mit den Hufen um sich, versucht, der Verstrickung zu entkommen. „Wir hatten beruflich in der Gegend zu tun, als wir das Tier bemerkten“, berichtet Falko Johne. Johne habe es in als zu gefährlich empfunden, sich dem extrem aufgeregten Tier zu nähern.

Zusammen mit seinem Kollegen Joseph Pürtner versucht Johne, im Dorf den Eigentümer des Tieres ausfindig zu machen, nicht ohne zuvor den Stromfluss vom Weidezaun zu unterbrechen. Da niemand öffnet, bleibt noch die Variante, über den Notruf der Feuerwehr technische Hilfeleistung zur Befreiung des Tieres anzufordern.

„Einerseits wollten wir nicht von dem verzweifelten Tier verletzt werden. Zudem sollte kein Schaden am Weidezaun entstehen, etwa beim Durchschneiden.“ Immerhin handelt es sich um fremdes Eigentum auf einem fremden Grundstück. Die Rettungsleitstelle alarmiert die Ortsfeuerwehr Beiersdorf. Die Zeit vergeht, bis Hilfe naht. Als ein Autofahrer sich nähert, keimt bei Johne Hoffnung auf, es handle sich um den Besitzer des Tieres. Doch es ist Pressefotograf Sven Bartsch. Er sorgt sich ebenfalls um das verzweifelte Tier. Nun stehen sie zu Dritt um den entkräfteten Bock herum und fassen einen Entschluss: Zusammen schaffen wir das. Zwei halten den Vierbeiner fest im Griff, der Dritte befreit das Gehörn des Kamerunbockes vom Weidezaungewirr.

Innerhalb weniger Minuten ist alles erledigt, der schon sichtlich gestresste Bock befreit, als Stefan Bohne und Wolfgang Neureiter von der Beiersdorfer Feuerwehr eintreffen. In Absprache mit der Rettungsleitstelle wird auf den Einsatz eines Feuerwehrfahrzeuges für die Befreiung eines Schafes aus dem Weidezaun verzichtet. Auf dessen Fahrer soll nicht gewartet werden. Mit dem Pkw sind Bohne und Neureiter nach Großpelsen unterwegs.

Ihre Fahrt soll nicht vergebens gewesen sein. Soeben am Einsatzort eingetroffen, werden die Feuerwehrleute Zeuge, wie der gerade eben auf seine Weide zurück gebrachte Bock mit zwei Sätzen Anlauf über den wieder aufgestellten Koppelzaun springt, um sich in den benachbarten Teich zu stürzen. Schwimmend versucht er, das gegenüber liegende Ufer zu erreichen. Neureiter packt den Bock dort an den Hörnern und zieht ihn aus dem Wasser. In dem Moment trifft der Besitzer des Tieres ein. Mario Ohse befördert den Schafbock per Schubkarre in den nahe gelegenen Stall.

Der Kamerunbock hat turbulente Zeiten hinter, wie Ohse erzählt. Das Tier ist offenbar etwas von der Rolle. Ohse hatte den Bock zusammen mit einem weiblichen Tier erst vor einer Woche übernommen, da der ursprüngliche Besitzer verstorben war. Am Wochenende verendete das weibliche Tier. so dass der Bock nicht nur den Ortswechsel zu verkraften hat sondern auch den Verlust der Artgenossin. Ohse will den Bock nun bis auf weiteres im Stall lassen. In Kürze soll er Bock eine neue Gefährtin bekommen, um als Herdentier auch wieder sozialen Kontakt zu haben.

Von Steffi Robak

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