Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Großweitzschen: Sorgen um den Haushalt 2019
Region Döbeln Großweitzschen: Sorgen um den Haushalt 2019
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:54 28.11.2018
In den Großweitzschener Ortsteil Westewitz flossen dieses Jahr die 70 000 Euro aus Dresden: Dächer von zwei Wohnblöcken müssen saniert werden. Quelle: Sven Bartsch (Archiv)
Großweitzschen

Eigentlich sollte der Gemeinderat in seiner Novembersitzung nur die Information an den sächsischen Landtag beschließen, wofür die Sonderzuweisung von 70 000 Euro in diesem Jahr ausgegeben wurde.

Erstmals kam das Geld aus Dresden; investiert wurde es in die rund 80 000 Euro teure Sanierung der Dächer der Wohnblöcke Am Waldrand in Westewitz – ein notwendiges Projekt nach den Sturmschäden im Januar.

80 Prozent der Kommunen brauchen Geld für Haushalt

Kämmerin Elke Görs machte bei dieser Gelegenheit den Räten jedoch darüber hinaus deutlich, wie prekär die finanzielle Lage der Kommune ist. „Dieses Jahr haben wir das Geld dringend benötigt für den Ausgleich unseres Ergebnishaushaltes“, sagte sie.

80 Prozent der Kommunen bräuchten das Geld dafür. Investitionen über die Pflichtaufgaben hinaus, für die das Geld im besten Falle ausgegeben werden soll, können nur die wenigsten tätigen.

Dreiprozentige Lohnerhöhung steht an

Auch 2019 und 20 wird die Gemeinde wieder je 70 000 Euro aus Dresden bekommen. Und Elke Görs wies darauf hin, dass auch dann das Geld zum Haushaltsausgleich benötigt werde – vielleicht sogar stärker als in diesem Jahr.

„Es steht wieder eine dreiprozentige Lohnerhöhung an“, sagte sie den Räten. Im Gespräch mit der DAZ fügte sie hinzu: „In den Kitas müssen nächstes Jahr neue Leute eingestellt werden, um den Betreuungsschlüssel zu halten.“

Grundsteuer unter Landesdurchschnitt

Zudem gebe es einen großen Instandhaltungsstau und sei die Entwicklung bei den Gewerbesteuereinnahmen noch nicht absehbar. So kann es sogar sein, dass selbst der Zuschuss vom Freistaat für einen runden Haushalt 2019 nicht ausreicht. „Wenn wir den Haushaltsausgleich nicht schaffen, müssen wir uns die Hebesätze für die Steuern ansehen“, sagte Görs.

Dabei bezieht sie sich vor allem auf die Grundsteuer A und B. Diese liegt seit 2012 bei 293 bzw. 398 Prozent. Zum Vergleich: Der Landesdurchschnittshebesatz lag bei der letzten Erhebung 2017 schon bei 314 (A) und 495 Prozent (B). Damit sei man gegenüber Anwohnern sehr bürgerfreundlich, was auch für andere Abgaben wie die Hundesteuer gelte.

Gewerbesteuer soll unangetastet bleiben

Auch bei der Gewerbesteuer sind die Unterschiede deutlich: 422 Prozent war 2017 der Landesdurchschnitt. Großweitzschen verlangt aktuell 390 Prozent - und das konstant seit den 1990er Jahren.

Dennoch soll diese unangetastet bleiben. „Ich will unsere Gewerbetreibenden nicht verschrecken. Unser Ziel ist, so viele Arbeitgeber wie möglich hier zu halten“, betont Elke Görs. Alle Anstrengungen der Verwaltung bezögen sich auf das übergeordnete Ziel, die Gemeinde Großweitzschen langfristig eigenständig zu halten.

Von Sebastian Fink

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Döbeln Ex EKD-Rastvorsitzender Huber zu Gast - Ethikdiskussion und Kammerkonzert in Gödelitz

Ist Ethik wichtiger als Religion? Mit dieser Frage befasst sich eine Podiumsdiskussion auf Gut Gödelitz am 1. Dezember. Dazu eingeladen ist der frühere EKD-Ratsvorsitzende und Berliner Bischof Prof. Wolfgang Huber. Am 2. Dezember wird es musikalisch im Gut: Die Mittelsächsische Philharmonie spielt ihr 2. Kammerkonzert.

28.11.2018

Bisher unbekannte Täter haben es auf das Geld in Münzautomaten von Autowaschanlagen abgesehen. Sowohl in Waldheim als auch in Hartha wurden solche Automaten aufgebrochen.

28.11.2018

Nachdem die Polizei den Fahrer und Beifahrer eines Ford kontrollieren wollten, flüchteten beide mit ihrem Fahrzeug. Wenig später nahmen die Unbekannten ihre Beine in die Hand – und ließen die Polizei hinter sich.

28.11.2018