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Döbeln Großweitzschener Friedensrichter kündigt Rücktritt an
Region Döbeln Großweitzschener Friedensrichter kündigt Rücktritt an
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20:00 26.02.2016
Manfred Nestler hört nach seiner aktuellen Amtsperiode als Friedensrichter von Großweitzschen auf. Quelle: Sven Bartsch
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Großweitzschen

Manfred Nestler hört auf. Der Friedensrichter der Gemeinde Großweitzschen – nach 27 Jahren im Amt selbst so etwas wie eine Institution – stellt sich nach der laufenden Amtszeit nicht mehr zur Wahl. Das gab der 65-Jährige auf der jüngsten Großweitzschener Gemeinderatssitzung bekannt. „Ich habe noch zweieinhalb Jahre. Diese Zeit will ich nutzen, meinen Nachfolger auf die Amtsübernahme vorzubereiten“, erklärte er vor den Räten.

Nachfolger könnte ein ganz neues Gesicht werden. Thomas Malkowski aus Strocken wurde in der Sitzung zum neuen stellvertretenden Friedensrichter gewählt. Ob der dreifache Vater mit Erfahrung als Jugendschöffe am Amtsgericht Döbeln der Richtige für Nestlers Nachfolge ist, muss sich allerdings erst herausstellen. Denn weder der aktuelle Friedensrichter noch die Gemeinderäte haben bislang kennen gelernt. „Wenn wieder so eine Wahl ansteht, sollte sich der Kandidat zumindest hier kurz vorstellen“, monierte Gemeinderat Dieter Horlacher und erntete allgemeine Zustimmung. Für die DAZ war Malkowski bislang noch nicht zu erreichen.

Manfred Nestler ist dennoch zuversichtlich. Zwar habe er nach 2018 noch zwei Jahre weitermachen können. „Aber ich will mal Platz machen für eine neue Generation“, sagt er. Zunächst müsse sein neuer Stellvertreter im März vom Amtsgericht Döbeln vereidigt werden, danach werde er ihn im Rahmen des nächsten Falles, der auftritt einweisen. „Feste Sprechtage haben sich bei der Bevölkerung nicht bewährt“, erklärt Nestler. Was er Malkowski aus seinen 27 Amtsjahren mitgeben will, hat der Gadewitzer klar vor Augen. „Ich habe mir über die Zeit ein Rüstzeug aufgebaut, wie ich mit den Leuten reden muss.“ Sein Credo: „Wenn beide Parteien wollen, finden wir auch eine Lösung. Bisher gab es in der ganzen zeit nur drei Fälle, wo das nicht geklappt hat.

Was Nestler nach eigener Aussage von den anderen 28 Friedensrichtern im Landkreis Mittelsachsen abhebt, ist die freiwillige Nachkontrolle. Hat er eine Einigung mit den Streitparteien erzielt, fragt er drei Monate später nach, ob die auferlegten Pflichten erfüllt wurden. „Wenn die Leute merken, dass wir hinterher sind, machen sie es auch“, sagt Nestler aus Erfahrung.

Pro Monat einen Fall hat er durchschnittlich zu bearbeiten, im Rekordjahr 2014 waren es mal 23. Meist geht es um Nachbarschaftsstreits. „Die schlimmste zeit ist, wenn es mit dem Rasenmähen losgeht. Wer den Nachbarn ärgern will, macht es 19 Uhr, wenn die Kinder gerade ins Bett gehen“, berichtet Nestler. Die Grundstücksbepflanzung sei ebenfalls ein altbekannter Zankapfel. Der frühere LPG-Produktionsleiter fordert von den Streitenden gegenseitigen Respekt ein. „Ich verlange nicht, dass sie zusammen grillen, aber dass sie sich achten.“

Von Sebastian Fink

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