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Döbeln Großweitzschens Bürgermeister lehnt Schließzeit für Kita ab
Region Döbeln Großweitzschens Bürgermeister lehnt Schließzeit für Kita ab
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00:18 04.12.2016
Die Kita Großweitzschen wird nach dem Willen der Eltern laut Bürgermeister Ulrich Fleischer keine Ferienschließzeit bekommen Quelle: Wolfgang Sens (Archiv)
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Großweitzschen

Es war ein deutliches Statement, das Großweitzschens Bürgermeister Ulrich Fleischer (parteilos) während der Gemeinderatssitzung im Versammlungsraum am Dienstagabend abgab: „Wenn die Eltern das nicht mittragen, wäre es das Letzte und eine politische Fehlentscheidung, die Schließzeit durchzudrücken“, erklärte er. Mehrere Gemeinderäte äußerten sich ähnlich. Das Thema Schließzeit in den Sommerferien in der Kindertagesstätte „Pfiffikus“ in Großweitzschen ab 2018 scheint damit zunächst vom Tisch. Einen Beschluss gibt es allerdings noch nicht.

Vorausgegangen waren Unmutsbekundungen von Eltern einiger Großweitzschener Kita-Kinder. „Wir haben in Großweitzschen Unterschriften gesammelt mit 45 Namen und nur zwei waren für die Schließzeit. Falls diese also ab 2018 aufkommt, würde das großen Unmut schüren“, erklärte Torsten Schmiedgen aus dem Elternrat in der Sitzung.

Die Debatte geht auf einen Vorschlag der Großweitzschener Kita-Leiterin Susann Gröger aus dem September zurück (die DAZ berichtete), die ab 2018 analog zum Hort die Einrichtung für zwei Wochen am Stück schließen möchte. Hintergrund: Sechs der elf Kita-Mitarbeiter werden 2011 schulpflichtige Kinder haben, können demnach nur in den Sommerferien Urlaub mit der Familie machen. Dadurch käme die Kita in Personalnot. Da die Schließung im Hort erfolgreich praktiziert werde, könne auch davon ausgegangen werden, dass mit genügend Vorlauf alle Eltern im Schließzeitraum Urlaub nehmen könnten.

Dass dies eine Fehleinschätzung war, zeigte sich am Dienstagabend. Die Eltern wollen sich offenbar nicht den festen Urlaub durch die Kita aufzwingen lassen. Allerdings, so Gemeinderat Manfred Nestler, sei der Unterschriftensammlung unter den Eltern auch eine gewisse Fehlinformation vorausgegangen. „Wir haben immer nur gesagt, wir beschließen, wenn es soweit kommen würde. Daraus wurde dann, der Gemeinderat hat schon beschlossen“, erklärte er. Ob zu dem Thema überhaupt noch ein Beschluss gefasst wird, ist angesichts der Aussagen von Bürgermeister und Gemeinderäten fraglich, da eine Beibehaltung der aktuellen Vorgehensweise nicht extra beschlossen werden müsste.

Erneuter Personalwechsel in Mockritz

Doch die Schließzeit war nicht das einzige Kita-Thema, mit dem sich die Gemeinderäte in der Bürgerfragestunde vor der eigentlichen Sitzung auseinandersetzen mussten. Auch aus Mockritz waren Mitglieder des Elternrates der dortigen Kita „Kleine Weltentdecker“ erschienen, um die aus ihrer Sicht häufigen Personalwechsel unter den Erzieherinnen zu beklagen. „Seit ein bis zwei Jahren wird immer ein Betreuer für sechs bis acht Monate eingestellt und dann wieder ausgetauscht. Die Kinder müssen sich ständig neu einstellen. Und jetzt wird das Gefüge der Erzieher wieder zerrissen, weil aktuell ein Vertrag ausläuft, der nicht verlängert wird“, sagte Jan Strobel.

Die für die Personalplanung zuständige Hauptamtsleiterin Cornelia Weichold bestätigte den Abgang der befristet eingestellten Erzieherin zum Jahresende, stellte aber auch klar: „Der Bedarf ist ab 1. Januar nicht mehr gegeben und ich darf nicht mehr Personal vorhalten, als es der Betreuungsschlüssel vorgibt. Das wird uns per Kitagesetz vom Land vorgegeben.“ Die Lücke in Mockritz werde von einer Kollegin aus Großweitzschen geschlossen, wo durch den Wechsel von Kindern aus der Krippe in den Kindergarten Kapazitäten frei werden.

Doch die Eltern wollten sich damit nicht so schnell zufrieden geben. „Die Kinder kennen ihre Betreuer nicht. Und ich möchte mich auch darauf einstellen, wem ich morgens mein Kind übergebe“, sagte Nicole Schmidt. Statt bei Bedarf immer wieder befristet einzustellen oder Springer einzusetzen, wäre eine dauerhafte Festanstellung besser, so der Tenor aus der Elternschaft.

Springer seien im Kitabetrieb normal und feste Betreuer für jede Gruppe in der Kita zugeteilt, versicherte Weichold. Die Gemeinderäte sprangen ihr zur Seite: „Selbst wenn wir jemanden neu einstellen würden, müssten die Kosten auf die Eltern umgelegt werden. Und das ist uns nur innerhalb eines gewissen Rahmens erlaubt“, sagte Jörg Burkert. Die meisten Räte seien auch Eltern, müssten sich jedoch an Gesetze und die eigenen finanziellen Zwänge halten, meinte Sven Krawczyk.

Von Sebastian Fink

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