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Döbeln Großweitzschens kleine Baumeister entdecken ihr Dorf
Region Döbeln Großweitzschens kleine Baumeister entdecken ihr Dorf
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00:49 28.04.2018
Das Modell des Dreiseithofes bleibt für den Unterricht künftiger Klassen in der Grundschule Großweitzschen. Quelle: Sven Bartsch
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Großweitzschen

Wenn die Drittklässler der Großweitzschener Grundschule künftig durch ihr Dorf gehen, wird mancher Elternteil staunen, was die Knirpse alles wissen. Zum Beispiel den Unterschied zwischen Sattel- und Krüppelwalmdach. Letzteres sitzt auf dem Elternhaus der neunjährigen Maya, wie sie beim Dorfrundgang mit Mittelsachsens Nestbau-Koordinatorin Josefine Tzschoppe und Architekt Norbert Dittrich erfuhr. „Meine Eltern frage ich, ob sie das auch wissen“, sagte sie gleich, als die Runde in der Nähe des Hauses stoppte.

Für die 16 Kinder war es gestern kein normaler Schultag. In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises Mittelsachsen und dem Leader-Management von Sachsenkreuz Plus, zu dem Großweitzschen gehört, initiierte die Nestbau-Zentrale das Projekt „Kleine Baumeister“.

Kinder sollen als Erwachsene im Dorf bleiben

Ziel ist es, schon den kleinen Landkreisbewohnern Wissen zur regionaltypischen Bauweise, Entstehung der dörflichen Strukturen und traditionellem Handwerk zu vermitteln. „Wir wollen das Interesse am Heimatort stärken: So kann man bauen, so lässt es sich gut leben, so dass die Kinder später vielleicht gar nicht erst weggehen“, erklärte Josefine Tzschoppe.

Für den Projekttag an der Schule gab es einen langen Vorlauf. Zunächst hatten alle Kinder Baumeister-Kartons bekommen, in die sie zu Hause mögliche Baumaterialien stecken und gestern mit in die Schule bringen sollten. „Die Kinder haben viel gesammelt: Stroh, Lehm, Schotter, Holz in allen Formen, auch Schiefer. Man sieht schon, wo die Eltern geholfen haben – wenn zum Beispiel der Lehm in einer Folie gebracht wurde“, berichtete Norbert Dittrich vom Architekturbüro Dittrich und Kretzer aus Oederan, den Tzschoppe für das Pilotprojekt gewonnen hatte.

Schule behält Holzmodell für Sachunterricht

Vier Schulen hatten die verschiedenen Leader-Bezirke empfohlen. Los ging es in Marbach, es folgten Eppendorf und Seifersbach. Großweitzschen bildete als einzige Schule des Altkreises Döbeln den Abschluss.

Den Vormittag nutzten die Großweitzschener gestern, um etwas über die Entstehung eines Dorfes zu lernen – ob es an einem Bachlauf oder einer Handelsstraße gewachsen ist und wie aus Lehmhütten erste Drei- und Vierseithöfe wurden. Dafür hat Dittrich eigens ein Holzmodell eines früheren Dreiseithofes entwickelt, welches sich in seine Einzelteile zerlegen und wieder aufbauen lässt. Das bleibt nun in der Schule für den Sachunterricht künftiger Klassen.

Geometrie am Fachwerk lernen

Doch für Geometrie eigne sich das Projekt sehr gut, meinte Klassenlehrerin Diana Hörnig. „Die Waagerechten und Senkrechten am Fachwerk lassen sich sehr gut als praktisches Beispiel nehmen. Überhaupt ist es gut, dass die Kinder mal hören, wie ein Haus gebaut wird“, sagte sie.

Dazu bekamen die Drittklässler gestern noch praktische Einblicke von der Firma Holzbau Weber, die in die Schule kam. Zum Schluss gab es Baumeister-Diplome und ein kleines Multifunktionswerkzeug für alle – zum Bauen für zu Hause.

Von Sebastian Fink

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