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Döbeln Großweitzschens vorletzter Schritt zum Breitband
Region Döbeln Großweitzschens vorletzter Schritt zum Breitband
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20:00 28.02.2018
Schnelles Internet per Glasfaserkabel – das wünschen sich die Großweitzschener, doch vor 2019 wird es wohl nicht kommen. Quelle: Vodafone (Archiv)
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Grossweitzschen

Die große Unsicherheit, die bei den Gemeinderäten in Großweitzschen zum Ausbau des schnellen Internets herrscht, war während der Ratssitzung am Dienstagabend greifbar. Die Erinnerung an 60 000 quasi verschwendete Euro im Jahr 2011, als schnelles LTE-Internet versprochen wurde, aber großteils nicht funktionierte, ist noch frisch. Zu Beginn der Sitzung auf die Tagesordnung gehoben, stand nun die Vergabe der Ausschreibungsbegleitung für den eigentlichen Ausbau. Dies ist der vorletzte Schritt auf dem Weg zur Vergabe eines tatsächlichen Bauauftrags.

Da dieser Weg äußerst komplex ist, hatte der kommissarische Bürgermeister Jörg Burkert seinen Amtskollegen Dirk Schilling (CDU) aus Ostrau eingeladen, der die Antragstellung auch für Zschaitz-Ottewig koordiniert. Und Schilling nahm sich die Zeit, den Räten den Weg bis zum Anschluss ans Breitbandinternet zu erklären.

Bundesförderung reicht nicht

Die ersten Schritte haben Großweitzschen, Ostrau und Zschaitz-Ottewig absolviert: Die Bundesförderung für den Ausbau selbst sowie für ein Markterkundungsverfahren wurde beantragt. 50 000 Euro bekam jede Kommune, um eine Beratungsfirma damit zu beauftragen, den Bedarf für den Ausbau zu ermitteln. Knapp 23 000 Euro davon sind übrig.

Damit müssen nun zwei Firmen beauftragt werden – eine, die die Ausschreibung fachlich-technisch übernimmt, die andere, die das Ganze juristisch in eine stichhaltige Form gießt. „Die Kommunen könnten die Ausschreibung ingenieurstechnisch gar nicht bewerkstelligen“, erklärte Schilling. Ziel des komplizierten Verfahrens ist es, eine rechtssichere Ausschreibung zu erstellen. Immerhin geht es im Falle von Großweitzschen um einen Auftragswert von mindestens zwei Millionen Euro.

Ausbau wohl nicht vor 2019

Da nun aber viele sächsische Kommunen gleichzeitig diese Beratungsleistung in Anspruch nehmen, sind die Preise dafür explodiert. „Die Beratungsfirmen sind bis unters Dach zu mit Aufträgen. Da ist es fast klar, dass sie sich das vergolden lassen“, sagte Schilling.

Dies bestätigten die Angebote, die für die beiden Beratungsleistungen eingingen: 57 000 Euro kostet die fachliche Beratung der Aastrix GmbH aus Dresden. Weitere 15 700 Euro verlangt die Luther Rechtsanwaltsgesellschaft aus Leipzig für die juristische Beratung. Die Bundesfördermittel werden damit um das Doppelte übertroffen. Die Differenz von 51 000 Euro übernimmt das Land Sachsen. Einigen Räten wie Sven Krawczyk wurde angesichts der Summen, die ausgegeben werden, ohne das überhaupt gebaut wird, schwummrig, „auch wenn es Fördermittel sind“, wie er betonte. Der Ausbau selbst dürfte in Großweitzschen nicht vor 2019 starten.

Von Sebastian Fink

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