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Döbeln Grünlichtenberger holt Bronze bei Olympischen Spielen der Landwirtschaft
Region Döbeln Grünlichtenberger holt Bronze bei Olympischen Spielen der Landwirtschaft
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00:21 23.10.2017
Martin Braune am Grubber auf dem heimischen Hof in Grünlichtenberg. Quelle: André Pitz
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Grünlichtenberg/Burgstädt

Wer hätte gedacht, dass Grünlichtenberg einen echten Olympioniken hervorgebracht hat? Die Rede ist von Martin Braune. Der 28-Jährige und sein Team überzeugten jedoch nicht etwa im Diskuswurf oder leichtathletischen Zehnkampf, sondern beim Kartoffelkistenstapeln und Reifenwechsel am Traktor. Belohnt wurden die landwirtschaftlichen Fähigkeiten mit Bronze bei der zweiten Ausgabe der Agrolympics – einem Wettbewerb für Jugendliche, die eine Aus- oder Fortbildung in der Landwirtschaft absolvieren. In diesem Jahr lockten die Veranstalter Teilnehmer aus ganz Europa für den zweitägigen Wettkampf ins mittelsächsische Burgstädt. Besser als das vierköpfige Team aus Sachsen war am Ende nur die Konkurrenz aus Estland (Silber) und der Schweiz (Gold).

Martin Braune und Teamkameraden auf der Siegerehrung im mittelsächsischen Burgstädt. Quelle: privat

Braune, der seit fünf Jahren beim Landwirtschaftsbetrieb seiner Tante Susan Braune arbeitet und derzeit an der Fachschule in Döbeln eine Fortbildung zum staatlich geprüften Wirtschafter für Landwirtschaft absolviert, ist mit dem Ergebnis durchaus zufrieden und auch davon überrascht: „Wir dachten, dass wir auf jeden Fall Vorletzter oder sogar Letzter werden. Wir haben uns nicht mal wirklich vorbereitet – für uns war das mehr Spaß an der Freude.“

Konkurrenz aus dem eigenen Land

Am Ende spielten zwar die Schweizer am stärksten auf, doch die härtesten Widersacher kamen schließlich aus dem eigenen Land. Neben der sächsischen Formation trat nämlich auch eine Mannschaft aus den alten Bundesländern im Kampf um Ruhm, Ehre, Urkunde und Pokal an. „Wir haben uns gesagt: Egal, wie schlecht wir sind, zum Schluss müssen wir Westdeutschland schlagen“, berichtet Braune und kann sich ein Lachen nicht verkneifen. Am Ende landeten die Rivalen auf dem vierten Platz. “Ziel erreicht“, meint der 28-Jährige zufrieden und grinst.

Mit großer Hektik zum Erfolg

Besonders stark spielten die Sachsen in der Disziplin „Ladewagen rückwärts einparken“ auf. Dabei hängten sie nicht nur die innerdeutschen Konkurrenten, sondern das komplette Teilnehmerfeld ab. Innerhalb einer Viertelstunde bewegten Martin Braune und Kollegen den Hänger mit dem Traktor insgesamt neun Mal im Rückwärtsgang um die Ecke in den Zielbereich. „Es herrschte richtig große Hektik und Aufregung“, berichtet Braune. „Ich habe es acht Mal geschafft. Dann haben wir den Fahrer gewechselt. Als mein Kollege eingestiegen ist, hat er die Tür so derbe zugezogen, dass sie kaputtgegangen ist.“

Auch Strohballen stapeln und ausbalancieren gehörte zu den Disziplinen. Quelle: privat

Auch beim Reifenwechsel am Traktor und Stapeln von Kartoffelkisten ließen die Sachsen die Teilnehmer aus den 18 weiteren europäischen Nationen im Staub zurück - ohne großartige Vorbereitung. „Wir saßen vorher kurz zusammen und haben alles durchgesprochen. Vor Ort kam es aber doch immer ganz anders“, verrät der Landwirt.

Einmal Agrolympics reicht

Abseits des Spielfeldes ging dann jedoch wesentlich geselliger zu. „Die Finnen haben sich über das billige Bier gefreut, weil sie das von zu Hause gar nicht kennen“, so Braune. „Was, so teuer hier?“, fragten sich hingegen die Rumänen.

Trotz Spaß und einem mehr als soliden dritten Platz will Braune im kommenden Jahr aber nicht mehr antreten. „Dafür bin ich dann auch schon langsam zu alt“, glaubt der 28-Jährige. Zwar seien Alter und die damit einhergehende Berufserfahrung ein Vorteil, doch der Kampf gegen die 20-jährige Konkurrenz wäre jetzt schon hart genug gewesen. „Dieses Jahr hat gereicht und das war auch gut so.“

Von André Pitz

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