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Döbeln Gut vorbereitet auf hunderte Wanderer
Region Döbeln Gut vorbereitet auf hunderte Wanderer
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00:27 05.04.2018
Erstmals führt zum Sachsen-Dreier eine Strecke – die kürzeste – über den Obermarkt, wo es auch eine Verpflegungsstelle gibt. Das Kloster Altzella hingegen bleibt den Wanderern diesmal verschlossen, die Verpflegung wird außerhalb des romanischen Tores abgesichert. Quelle: Sven Bartsch
Döbeln

Es ist kalt an diesem Märztag, den Günter Schär gemeinsam mit Michael Thürer von der Stadtverwaltung dazu auserkoren hat, die wichtigsten Punkte der Strecke abzufahren. Letzte Absprachen soll getroffen werden. Zusammen mit Ingo Honolka und Alexander Suhr vom Döbelner Bauhof macht sich der Organisationsleiter von Sachsens größter Frühlingswanderung auf den Weg. Über 3000 Wanderer hatten die Bergsteiger und Wanderer des ESV Lok Döbeln zuletzt wieder begrüßen dürfen.

Den Besuchern die Stadt zeigen

Der Startschuss für das Quartett fällt nicht im Großbauchlitzer Stadion, das Start- und Zielbereich ist, sondern mitten auf dem Döbelner Markt. Zum ersten Mal wird es nämlich auch für die kürzeste Sachsen-Dreier-Strecke eine Verpflegungsstelle geben. Und die wird direkt vor dem Rathaus der Gastgeberstadt eingerichtet. Der Abstecher ins Zentrum der Stadt ist neu und gewollt. „Wenn wir schon mal so viele Leute bei uns haben, wollen wir die Chance auch nutzen, ihnen unsere Stadt zu zeigen.“ Dazu gehört dann auch eine Sonderöffnung von Stadtmuseum mit der Möglichkeit, den Turm zu besteigen. Der Riesenstiefel im Rathaus kann besichtigt werden, die Pferdebahn präsentiert sich und die Nikolaikirche hat auch für die Wanderfreunde geöffnet. Was genau zu welchen Zeiten möglich ist, steht auf einer Infotafel auf dem Obermarkt.

Erster Anlaufpunkt für die vier Männer an diesem so gar nicht frühlingshaften Tag ist einer der Höhepunkte auf der Strecke. In der Nähe von Sörmitz, oberhalb der Eisenbahnbrücke beim Döbelner Gruner-Sportpark werden die Wanderer wieder die Mulde überqueren. Dafür bauen die Kanuten des ESV Lok Döbeln extra eine Pontonbrücke auf, die aus Sicherheitsgründen auch um 17 Uhr wieder abgebaut werden muss. Also: Wer bummelt, muss einen kleinen Umweg laufen und die Fielmannbrücke zur Überquerung nutzen. Aufgebaut werden kann die Pontonbrücke allerdings nur, wenn die Mulde Anfang April nicht mehr zugefroren ist. Ingo Honolka ist noch etwas skeptisch angesichts der niederschmetternden Wetteraussichten auch für das Osterfest. Günter Schär winkt ab. „Das wird schon.“ Es gibt Dinge, auf die müssen auch die Organisatoren des Sachsen-Dreiers einfach vertrauen.

Gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung

Um alles andere kümmern sie sich seit Jahrzehnten akribisch. Dafür ist die gute Zusammenarbeit mit den Stadtverwaltungen von Döbeln, Roßwein, Waldheim und Leisnig zwingend, genauso mit deren Bauhöfen. Das Döbelner Ordnungsamt beispielsweise wird im Sinne der Sicherheit an kritischen Punkten wieder verkehrsrechtliche Anordnungen erlassen und Parkmöglichkeiten in der Nähe des Stadions und am Döbelner Hauptbahnhof ausschildern.

Auch personell stellt der Sachsen-Dreier jedes Jahr aufs Neue sein Org-Team vor große Herausforderungen. das fängt bei den Vorbereitungen an und hört am Veranstaltungstag auf. Allein im Start- und Zielbereich in Döbeln kommen 14 Leute zum Einsatz, am Start in Roßwein drei, für die Markierung der Strecke werden elf Leute unterwegs sein und für die Verpflegungsstellen 30. „Die Hälfte davon sind Freunde und Familie von uns Wanderern und Bergsteigern“, sagt Günter Schär.

In Niederstriegis beispielsweise, wo am Schützenhaus eine der insgesamt fünf Verpflegungsstellen für die Wanderer eingerichtet ist, sind es die Kameraden der Feuerwehr, die dafür in ihrem Depot Gewehr bei Fuß stehen. Damit die Wanderer dort auch gut ankommen, haben Bauhofmitarbeiter der Stadt Roßwein einen Durchlass neben dem Tor zum ehemaligen Aropharmwerk eingerichtet. Durch das Privatgelände führt der Mulde nahe Weg, den die Wanderer aus Richtung Ruine Kempe gelaufen kommen.

Nach diesem Abstecher rollt das Bauhoffahrzeug an diesem Tag weiter nach Altzella. Dort am Kloster wird die Verpflegungsstelle für die Langstreckler unter den Wanderern zu finden sein. Allerdings befindet sie sich diesmal nicht direkt im Kloster, denn dort herrscht am 7. April das Ritterspektakel. Deshalb bleiben Fettbemmchen und Tee in diesem Jahr außerhalb der Klostermauern und werden unmittelbar am Wanderweg, quasi direkt auf der Grenze zwischen den beiden Landkreisen Mittelsachsen und Meißen aufgebaut.

Zweite Startmöglichkeit in Roßwein

Inzwischen schon gut durchgefroren, geht es für den Check der letzten Verpflegungsstelle nach Roßwein. Auf dem Hartenberg an der gleichnamigen Baude wird es wieder kostenfrei Fettbemmchen und tee für die Wanderfreunde geben, genauso einen weiteren Stempel für die Streckenkarte. Auf Roßweins Markt wird am 7. April auch die zweite Startmöglichkeit eingerichtet Beate Richter und Heike Barthel von der Stadtverwaltung haben bereits alle Startunterlagen, Tafeln und Schilder in Empfang genommen, um für den Ansturm der Wanderer gerüstet zu sein. Mit Bauhofchefin Monika Weigel hat Günter Schär die sichere Begehbarkeit aller Wege festgestellt. Wer in Roßwein startet, kann die 17 Kilometer direkt nach Döbeln zum Ziel im Großbauchlitzer Stadion wandern oder die 36 Kilometer über das Kloster Altzella.

Bis 18.30 Uhr sollte am 7. April jeder das Ziel im Stadion erreicht haben, der seine Urkunde in Empfang nehmen möchte. Für Günter Schär und seine Mitstreiter gibt es an diesem Tag keine Urkunde im Ziel. Wohl aber nach einem Vormittag auf den Wegen des 34. Döbelner Sachsen-Dreiers die Gewissheit, dass alles gut vorbereitet ist für den Sonnabend nach Ostern.

Von Manuela Engelmann

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