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Gutachten: Harthaer Jugendclub in einem katastrophalen Zustand

Wie weiter? Gutachten: Harthaer Jugendclub in einem katastrophalen Zustand

Bürgermeister Ronald Kunze hat nach wochenlanger Ungewissheit Jugendliche, Jugendarbeiter und das Harthaer Planungsbüro Reichenbach zu sich ins Rathaus eingeladen, um darüber zu informieren, wie es um den Jugendclub Bronx steht. Am Ende steht ein derart desaströses Zeugnis, dass die Versetzung ins nächste Jahr gefährdet ist.

Noch hängt der Schriftzug über dem Eingang des Jugendclubs.

Quelle: Oliver Becker

Hartha. Die Bauplaner haben sich seit letztem Monat im Auftrag der Stadt der Frage gestellt, in wie weit die Statik der Gebäude auf dem ehemaligen Gelände der Hausschuhwerke überhaupt noch trägt und dafür auch den Club unter die Lupe genommen.

Besonders schlechte Noten erteilten die Gutachter dem Dach direkt über der Bronx. Das ist teilweise aufgeweicht und hatte deswegen bereits in der Vergangenheit stellenweise mit Wassereinbrüchen zu kämpfen. Das sind schlechte Aussichten für den bevorstehenden Winter, denn sollte Schnee fallen, fehlt der Konstruktion mit ihren maroden Holzsparren die notwendige Tragfähigkeit. Doch damit nimmt die Liste noch kein Ende. Zur Zeit muss die Bronx ohne funktionierende Heizung auskommen. Obendrauf steht die alte Klinkermauer praktisch ohne Dämmung da, die die Wärme im Raum halten kann. "Der sanitäre Zustand ist, gerade im Hinblick auf die Trinkwassersituation, nicht akzeptabel. Ein wie im Moment genutzter Wasserbehälter ist keine Lösung", komplettiert Hartmut Reichenbach vom Planungsbüro die Mängelliste. "Insgesamt muss man eine ganze Menge anfassen."

Die Jugendlichen interessiert jetzt besonders, wie es über den Winter weitergehen soll. Die Stadt hat ihnen den Mietvertrag zum Ende des Monats gekündigt. Eine Alternative ist noch nicht in Sichtweite. Bürgermeister Kunze will sich dazu auf keine Spekulation einlassen und verweist auf den Stadtrat. Der wird sich nun mit den Fragen nach einer Winternutzung der Bronx, dem Erhalt des Geländes oder einem Abriss auseinandersetzen müssen.

Eine Option bringt Stadtkämmerin Barbara Müller ins Spiel. Am Anfang stünde die Aufstellung aller Kosten für die notwendigen Sanierungsarbeiten sowie ein anschließender Fördermittelantrag. Erst wenn der bewilligt wird, könne mit den Arbeiten begonnen werden. Geschätzte Zeitspanne: bis zu zwei Jahre. Zwei Jahre, in denen die Jugendlichen de facto ohne Club dastehen, sollte keine Alternative aufgetan werden. Einen konkreten Vorschlag dazu bleibt die Stadt noch schuldig. "Die Stadt will. Und wir wollen das mit ihnen zusammen machen", versichert der Bürgermeister. In den Reihen der Jugendlichen macht sich Skepsis breit. Ohne die Entscheidung des Stadtrats bleibt nicht nur ihr Winter in der Bronx weiter ungewiss. Auch Susanne Feustel vom Kulturbüro Sachsen e.V. bleibt jetzt nur noch Abwarten: "Wir freuen uns, dass wir in so einem guten Austausch mit der Stadt sind, harren jetzt der Dinge und schauen, was passiert." Was passiert, steht auch auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung am 29. Oktober, in der über das gesamte Hausschuhwerkgelände beraten werden soll.

André Pitz

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