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Döbeln Gute Ackerböden locken nach Döbeln
Region Döbeln Gute Ackerböden locken nach Döbeln
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14:50 17.12.2015
Landwirt Gerhard Gröbner (64). Quelle: Olaf Büchel
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Zschäschütz

Der bayrische Landwirt Gerhard Gröbner (64) kam vor 25 Jahren nach Sachsen, um neue Agrarbetriebe aufzubauen. Er begann im Pfarrgut Knobelsdorf und kaufte im April 1991 das ehemalige LPG-Gut in Zschäschütz. Seit dem wuchsen seine Unternehmen im Osten stetig. Heute betreibt er mit seiner Familie auch Landwirtschaftsbetriebe bei Görlitz und Zwickau.

Er ist auf dem elterlichen Hof bei Regensburg mit der Landwirtschaft groß geworden. „Ich bin als Kind im Prinzip mit den Schweinen aufgewachsen. Oft war es so, dass ich frühmorgens noch die Tiere gefüttert habe und erst dann in die Schule gegangen bin“, erinnert sich Gerhard Gröber. Schon mit 14 Jahren hat er mit der Lehre begonnen: „Im Juni 2016 mache ich 50 Arbeitsjahre als Landwirt voll.“

Als der heute 64-Jährige anfing war die Größe des elterlichen Betriebes in der Oberpfalz mit 40 Hektar für ostdeutsche Verhältnisse gering. Gröbners betrieben aber schon vor Jahrzehnten große Schweineställe, deren Tierzahlen im Westen für diese Zeit etwas Außergewöhnliches waren.

Als die Wende kam, streckte Gerhard Gröbner seine Fühler gen Osten aus. Er war 39 Jahre alt, besaß schon genügend Erfahrung als Landwirt, hatte aber auch die Lust und die Kraft für landwirtschaftliche Abenteuer. Die guten Böden lockten ihn und die Möglichkeit, sehr große Flächen zu pachten. Zunächst folgte er dem guten Ruf der Magdeburger Börde. Doch auch die Lommatzscher Pflege machte sich schnell unter den West-Bauern einen Namen. „Hier ist die Ertragssicherheit größer, es gibt mehr Regen, das Klima ist nicht so heiß und trocken“, lobt Gröbner. Im Juni 1990 knüpfte er so die ersten Kontakte in die Döbelner Region und im Oktober erfolgte seine erste Betreibsgründung in Sachsen. Im April kaufte er das Zschäschützer Gut von der Treuhand, das früher von der LPG „Freier Bauer“ Döbeln bewirtschaftet wurde und das heute die Verwaltungszentrale der Betriebe der Familie in Sachsen darstellt. In dieser Zeit hatte Gerhard Gröbner zunächst 1000 Hektar Arckerland gepachtet. „Weiter zu wachsen, war gar nicht so einfach. Man musste die Bewirtschaftung der Flächen auch finanzieren können, brauchte Geld für Saatgut, Dünger, Pflanzenschutzmittel und die Technik“, sagt der Landwirt.

Heute betreiben Gröbners auf 5000 Hektar Ackerbau, sind an der Milchviehanlage in Haßlau beteiligt und mischen in der Schweinezucht mit. Von der bewirtschafteten Fläche befindet sich etwa die Hälfte im Döbelner Raum, so bei Knobelsdorf, Haßlau, Hof und in der Lommatzscher Pflege. In Bayern sind es jetzt 170 Hektar, die Familie ist bei Görlitz präsent und erst im vorigen Jahr hat sie einen Betreib bei Zwickau übernommen. Das Verhältnis von eigenem zu gepachtetem Land beträgt etwa eins zu zehn. Die Mitarbeiterzahl ist von fünf Leuten auf inzwischen rund 100 Beschäftigte gewachsen.

Zu etwa zwei Dritteln der Zeit hält sich Gerhard Gröbner inzwischen wieder in Bayern auf, zu einem Drittel in Sachsen. Nach der Wende hatte er überlegt, ganz nach Sachsen zu gehen. Die revolutionäre Erfindung des Mobiltelefons war dann eine Grundlage dafür, doch zwischen West und Ost zu pendeln.

Gerhard Gröbner hat mit seiner Frau fünf Kinder, drei Söhne und zwei Töchter. Die beiden jungen Frauen – Johanna (30) und Marie (27) – sind beide Landwirtinnen in Sachsen. Ein Sohn ist ebenfalls Landwirt, einer in der Computerbranche tätig und der jüngste geht aufs Gynasium.

Aus Anlass des 25-jährigen Betriebsjubiläums richtete die Familie kürzlich ein großes Hoffest in Zschäschütz aus. Statt Geschenken baten Gröbners um Spenden für Kindereinrichtungen in der Region. Den so gesammelten Betrag stockte das Landwirtschaftsunternehmen auf 4000 Euro auf. Jeweils 800 Euro erhalten die Kita Bussibär in Roßwein, die Kita Sonnenschein in Döbeln-Ost, die Kita Zwergenland Lüttewitz, die Kita Wirbelwind in Knobelsdorf und die Kita Pusteblume in Salbitz.

Von Olaf Büchel

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