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Döbeln Gute Fluchtwege: Region Döbeln für Profi- Kriminelle besonders interessant
Region Döbeln Gute Fluchtwege: Region Döbeln für Profi- Kriminelle besonders interessant
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16:35 22.04.2016
Gesprengte Zigarettenautomaten sind für die Polizei kein Kavaliersdelikt. Sie sucht intensiv nach den Tätern. (Archivfotos) Quelle: Sven Bartsch
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Chemnitz/Döbeln


Die günstige Verkehrslage des Altkreises kann Segen und Fluch sein. Ein Fluch zum Beispiel für Landwirtschaftsbetriebe, die teure Maschinen besitzen. „Da baldowern die Kriminellen zum Beispiel von Georgien aus mit Google-Streetview, und wie der ganze Mist heißt, aus, wo es was zu holen gibt“, sagte der Polizeipräsident. „Da sind keine Laien am Werk sondern hochprofessionelle Leute.“ Landmaschinendiebe schlugen auch im Altkreis Döbeln zu, als sie im Januar der Agrargenossenschaft Gersdorf Radlader und mehrere Traktoren stahlen und es im Umkreis zu ähnlichen Straftaten kam. Solche Taten sind zwar spektakulär aber im Bereich Diebstahl waren die Fälle 2015 laut aktueller Kriminalstatistik für den Landkreis Mittelsachsen rückläufig. Wie auch Sexualstraftaten, Verbrechen wie Brandstiftung und Raub sowie Vermögensdelikte (Betrug, Untreue) und Fälschungsstraftaten.

Gute Aufklärungsquote trotz angespannter Personallage

Gestiegen ist dagegen die Anzahl der polizeilich registrierten Delikte aus den Bereichen Widerstand gegen die Staatsgewalt (zum Beispiel Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte) und Straftaten gegen die öffentliche Ordnung, wie etwa Volksverhetzung. Im Landkreis Mittelsachsen schnellte die Anzahl der Volksverhetzungsdelikte im Vergleich zum Vorjahr um 344 Prozent nach oben. Was mit der Vielzahl an Asylunterkünften zusammenhängen kann und dem Widerstand dagegen, der sich häufig in sozialen Netzwerken, wie Facebook, im Internet zusammenhängen kann. Sowie dem ganzen Klima, vor allem in Sachsen, wo es durch Pegida und Co. wieder en vogue geworden ist, rechtes und rassistisches Gedankengut von sich zu geben.

Momentan ist die Aufklärungsquote der Polizei im Landkreis Mittelsachsen mit fast 61 Prozent recht hoch. das heißt, die Polizei kann bei vielen Straftaten Tatverdächtige ermitteln. Ob diese dann tatsächlich dafür verurteilt werden, ist von vielen Faktoren abhängig und statistisch nicht messbar. Polizeipräsident Reißmann zeigt sich etwas skeptisch, ob seine Polizeidirektion diese gute Quote wird halten können. Denn die Personallage sei angespannt. „Vor allem das Versammlungsgeschehen bindet Kräfte, die woanders fehlen.“ Durch die hohe Einsatzbelastung können die Beamten teilweise keine Fortbildungen absolvieren – etwa das Schießtraining. Für den Blitzermarathon fehlte sachsenweit das Personal bei der Polizei – da machte die PD Chemnitz keine Ausnahme.

Kriminalität in Mittelsachsen rückläufig

– Die Anzahl der erfassten Straftaten sank im Landkreis Mittelsachen 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 500 Fälle auf 14 704 Delikte.

– 8916 Fälle konnte die Polizei in Mittelsachsen aufklären, also der Staatsanwaltschaft Tatverdächtige präsentieren. Ob die Gerichte diese dann tatsächlich für schuldig befunden und verurteilt haben, ist statistisch nicht zu erfassen. Ein Strafverfahren kann auf vielfältige Weise ausgehen: Mit Einstellung oder Freispruch in erster oder höheren Gerichts-Instanzen.

– Die Aufklärungsquote im Landkreis sank im Vergleich zum Vorjahr 2015 um 0,8 Prozentpunkte von 61,4 auf 60,6 Prozent

– Die Polizei ermittelte 5690 Tatverdächtige, darunter 830 nichtdeutsche Tatverdächtige.

– Laut Uwe Reißmann, Präsident der Polizeidirektion Chemnitz (PD), sorgen vor allem Nordafrikaner für Probleme, syrische Flüchtlinge machten selten Ärger. Im Bereich der Ausländerkriminalität sind auch tatverdächtige aus dem EU-Ausland, wie Polen oder Tschechien erfasst. Laut Polizeihauptkommissarin Jana Kindt, Pressesprecherin der PD, verhält sich die große Mehrzahl der Asylbewerber gesetzestreu. Probleme hat die Polizei mit wenigen, die viele Straftaten begehen.

– Die Drogenkriminalität bleibt Schwerpunkt in Mittelsachsen. Hier stiegen die Fallzahlen um 240 auf 782 Fälle. Vor allem die Kreisstadt Freiberg sei eine Hochburg der Rauschgiftkriminalität, sagt Uwe Reißmann. 14 Raub- und 240 Diebstähle begingen 2015 die Konsumenten harter Drogen. Insgesamt waren die Fallzahlen bei Raub und Diebstahl aber rückläufig.

Von Dirk Wurzel

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