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Döbeln Guter Mix aus sanierten Altbauten und modernen Häusern als langfristiges Ziel
Region Döbeln Guter Mix aus sanierten Altbauten und modernen Häusern als langfristiges Ziel
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17:43 09.10.2018
Die Reste des Hauses Am Hange 1 werden nach Holz und Bauschutt sortiert. Nächstes Jahr könnte hier ein neues Mehrfamilienhaus gebaut werden. Quelle: Sven Bartsch
Döbeln

Nur noch ein paar nach Holz und Bauschutt getrennte Haufen sind von dem Wohnhaus Am Hange 1 in Döbeln geblieben. Die Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft (GWG) hat das aus den 1920-er Jahren stammende Mehrfamilienhaus jetzt abreißen lassen. Die sechs Wohnungen in dem Gebäude haben schon mehrere Jahre leer gestanden.

„Niedrige Wände, Räume mit zwei kleinen Fenstern – mit den 1924/25 gebauten Häusern kann man heutige Ansprüche ans Wohnen nicht mehr so richtig darstellen. Bei dem Haus hätten wir mit einer Sanierung für den Wohnungsmarkt nicht viel erreicht“, sagt Gisela Menzel vom Vorstand der Wohnungsgenossenschaft. Vor zwei Jahren hat die älteste Döbelner Wohnungsgenossenschaft deshalb zum ersten Mal seit Jahrzehnten nach dem Abriss eines ähnlichen Leerstandsgebäudes einen Wohnhausneubau gestartet. „Diese Strategie wollen wir langfristig fortsetzen“, so die Vorstandschefin. Am Hange 7 hatte die GWG ein solches altes Wohngebäude abgerissen und ein en Neubau mit sechs großzügig geschnittenen Vierraum-Wohnungen mit Balkonen und Tiefgarage errichten lassen. Seit Juli ist der Neubau fertig. Er ist voll vermietet. Es war der erste Neubau der Genossenschaft seit über 50 Jahren. Über eine Millionen Euro stecken in dem Gebäude.

Anstelle eines ähnlichen alten Hauses aus den 1920-er Jahren entstand bis Juli diesen Jahres dieses schicke neue Mehrfamilienhaus Am Hange 7. Quelle: Sven Bartsch

Ähnliches könnte nun auch auf der entstandenen Freifläche Am Hange 1 passieren. „Wir wollen nächstes Jahr ein weiteres Neubauprojekt in Angriff nehmen. Vielleicht werden es keine Vierraum- sondern Dreiraumwohnungen mit modernem Standard“, verrät Gisela Menzel erste Pläne. Die Nachfrage nach solchen modern geschnittenen größeren Wohnungen sei groß. Die Wohnlage am unteren Geyersberg sei sehr gut. In den nächsten beiden Jahrzehnten gibt es in dem Wohngebiet aus Sicht der GWG weitere Gebäude, die durch neue Wohnhäuser ersetzt werden könnten. „Die Wohnungen sind alle sehr klein. Das entspricht nicht mehr dem, was die Leute haben wollen. Da wo die Wohnungen saniert und vermietet sind, gibt es keinen Druck. Erst wenn ein solches Haus überwiegend leer steht, werde es nicht mehr neu belegt. Das gelte für drei weitere Häuser an der Straße. Gisela Menzel will aber keinesfalls Unruhe unter Mieter bringen. Im Bestand einer über 100 Jahre alten Genossenschaft müsse es aber auch Neubauten geben, als langfristige Grundlage auf der die Genossenschaft auch weitere 100 Jahre bestehen kann.

Bis auf ganz wenige stillgelegte Gebäude hat die GWG die meisten ihrer Häuser saniert. Sanierte Wohnungen sind günstiger. Im Durchschnitt kosten sie bei der GWG 4,57 Euro kalt pro Quadratmeter. Bei neu gebauten Wohnungen sind es 8,50 Euro kalt pro Quadratmeter.

Insgesamt hat die GWG Döbeln 818 Wohnungen, davon 133 in Waldheim. Der Leerstand im sanieren Bereich liegt bei 1,9 Prozent. Insgesamt halten die 838 Mitglieder der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Döbeln 2358 Genossenschaftsanteile. Mit insgesamt fünf Angestellten (zwei Votrständen, zwei Hausmeistern, einer Buchhalterin) erwirtschaftet die GWG zwei Millionen Euro Umsatz im Jahr und rund eine halbe Million Euro Gewinn für die Genossenschaft.

Von Thomas Sparrer

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