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Häkeln für die Integration

Häkeln für die Integration

Für den Heimatpreis Goldener Stiefel 2015 schlägt Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) das Bündnis "Willkommen in Roßwein", vertreten durch Petra Faulhaber, vor.

Lindner begründet: "Mit Bekanntwerden der Tatsache, dass in Roßwein Asylsuchende untergebracht werden sollen, gründete sich schon im März 2015 das ehrenamtliche Bündnis "Willkommen in Roßwein". Bis heute ist das Bündnis die Kraft, die die Willkommenskultur in Roßwein kontinuierlich mit Leben erfüllt und weiterentwickelt.

 

Das Bündnis betreibt eine umfassende Aufklärungs- und Informationsarbeit. Viele der Mitglieder sind ehemalige Absolventen der Fakultät Soziale Arbeit der Hochschule Mittweida, die ihren Lebensmittelpunkt inzwischen in Roßwein haben. Sie organisierten von Anfang an zum Thema Asyl Info- und Runde Tisch-Veranstaltungen in der Kirche. Sie schlugen Brücken zwischen Landratsamt, Stadtverwaltung, Asylsuchenden und Stadtbevölkerung. Auf der Facebook-Seite "Willkom- men in Roßwein" kündigt das Bündnis nicht nur Aktionen an, sondern stellt sich auch den Argumenten der Asylgegner dieser Stadt. Manchmal ist es eine Herausforderung, diesem Prinzip der Fairness treu zu bleiben, da nicht selten Beschimpfungen und Verleumdungen sowie inzwischen auch Androhungen körperlicher Gewalt eine Rolle spielen.

 

Ein großes Anliegen des Bündnisses "Willkommen in Roßwein" ist die Integration von Asyl suchenden Menschen, verbunden mit einer offenen Bürgernähe. Bei Begegnungstage sollen Vorurteile und Ängste gegenüber anderen Kulturen abgebaut, aber auch den in Roßwein ankommenden Menschen die hiesige Kultur nahe gebracht werden. Es entstehen viele Freundschaften mit Asylsuchenden, aber auch unter den Einheimischen. In dem Prozess hat eine Annäherung zwischen Kirche und Verwaltung stattgefunden. Eine Annäherung, wie sie so bisher in der einstigen Arbeiterstadt nicht vorhanden war. Dieses gemeinsame Agieren stärkt die örtliche Zivilgesellschaft spürbar.

 

Zu den konkreten Angeboten des Bündnisses für die Asylsuchenden gehört ehrenamtlicher Deutschunterricht, den die Asylsuchenden in großer Zahl nutzen. Durch Bemühungen des Bündnisses beim Landratsamt kann nun zusätzlich ein größeres Nebengebäude des Asylheimes für Deutschkurse und für Begegnungstage genutzt werden.

 

Ein Treffen mit der Faninitiative 1953international wurde organisiert. Sie besuchten unser Bündnis und die asylsuchenden Menschen. Als Gastgeschenk brachten sie eine Torwand für die Kinder mit, die im Laufe des Abends aufgestellt wurde. Vom SV Roßwein erhielt das Bündnis zwei große Fußballtore. Auch diese haben schon ihren Platz am Wohnheim gefunden und werden rege genutzt.

 

Entstanden ist eine Häkel- und Strickrunde, die mit Begeisterung angenommen wird - die Idee kam von einer älteren Frau aus dem Bündnis. Sie versuchte erfolgreich, sich über Handarbeiten den Zugang zu den ausländischen Frauen zu schaffen, da sie kaum Englisch spricht. Viele weitere Angebote sind niedrigschwellig, praktikabel und breit aufgestellt. Mit den Flüchtlingen schmückte das Bündnis das Asylheim sowie den dazugehörigen Außenbereich für das Schul- und Heimatfest. Einige Bündnismitglieder besuchten mit Asylsuchenden das Fest und integrierten sie in diesem Moment.

 

Alle Kosten für die Begegnungstage - alle Materialien für Handarbeiten, Beschäftigungsangebote und Infoveranstaltungen - werden ausschließlich in Eigenfinanzierung der Bündnismitglieder aufgebracht. Diese Aktivitäten trugen bis jetzt entscheidend dazu bei, dass es in Roßwein keine solchen untragbaren Entwicklungen gibt, wie sie in Freital sichtbar geworden sind."

Olaf Büchel

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