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Häuslebauer in Westewitz müssen warten

Landkreis fordert Bebauungsplan am Kirschberg Häuslebauer in Westewitz müssen warten

Fünf neue Bauplätze für Eigenheime sollen am Westewitzer Kirschberg entstehen. Doch die damals aufgestellte Ergänzungssatzung reicht dem Landratsamt nicht aus. Jetzt muss die Gemeinde einen Bebauungsplan erstellen. Frühestens im nächsten Jahr kann gebaut werden. Der Vorteil: Fünf weitere Häuser können entstehen.

Am Kirschberg in Westewitz sollen neue Einfamilienhäuser entstehen – dies verzögert sich bis ins nächste Jahr.

Quelle: Natasha Allner

Großweitzschen. Fünf neue Bauplätze für Eigenheime sollen am Westewitzer Kirschberg entstehen – so hatte es der Großweitzschener Gemeinderat schon im November des vergangenen Jahres beschlossen. Doch die damals aufgestellte Ergänzungssatzung reicht dem Landratsamt als Genehmigungsbehörde nicht aus. „Die Voraussetzung für eine Ergänzungssatzung ist nicht gegeben, weil sie es als Erweiterung des Ortes sehen“, erklärte Bürgermeister Ulrich Fleischer (parteilos) der DAZ. Die Gemeinde dagegen ging davon aus, dass wegen der gegenüberliegenden Bebauung am Kirschberg die zeitsparende Variante Ergänzungssatzung ausreicht.

Nun verzögert sich die Erschließung der Grundstücke. „Wir legen die Zeitschiene derzeit mit dem Planer fest, dann treten wir an die Grundstücksinteressenten heran. Man darf die Augen aber nicht davor verschließen, dass frühestens im nächsten Jahr gebaut werden kann“, sagte Fleischer. Dass Interessenten ihre Gebote zurückziehen könnten, schreckt die Gemeinde nicht. „Selbst wenn einer abspringt, haben wir dann nicht umsonst geplant. Die Lage dort ist so gut, dass sich dort immer wieder Interessenten finden“, sagte Gemeinderat Jörg Burkert in der Sitzung. „Die Leute sind erfreut, an dieser Stelle ein Haus bauen zu dürfen“, ergänzte Fleischer. Und das Warten lohnt sich.

Denn der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung nach Vorgabe des Landratsamtes der Aufstellung eines Bebauungsplans (B-Plan) der Innenentwicklung zugestimmt. Dieses zumindest im Vergleich zu anderen B-Plänen beschleunigte Verfahren hat den Vorteil, dass nun das gesamte rund 2,3 Hektar große Grundstück beplant werden kann. Einerseits entstehen dadurch nicht nur fünf, sondern gleich zehn neue Bauplätze für Eigenheime. „Wir werden die Erschließung so konzipieren, dass die Straße umgelegt wird, so dass rechts die ersten fünf Bauplätze stehen und links weitere fünf“, sagte Fleischer der DAZ. Andererseits wird das Areal durch die geforderten Umweltausgleichsmaßnahmen sinnvoll verschönert. Denn da Westewitz sowohl an Landschafts- als auch an Vogelschutz- sowie FFH-Gebiet angrenzt, muss ein Ausgleich für die durch die Häuser versiegelten Flächen her. „An den unattraktiven Stellen in Richtung Bahnstrecke kann durch die Begrünung zugleich ein Schallschutz geschaffen werden.“ Damit schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe.

Ein anderes Westewitzer Wohnprojekt aus früheren Jahren ist dagegen endgültig Geschichte. 23 Parzellen waren einst für die so genannte Spitzsteinsiedlung unterhalb der Bahnstrecke geplant. „Die Landesdirektion hatte die Planung schon damals als überdimensioniert zurückgegeben“, sagte Fleischer. Nun hat der Gemeinderat die Bauleitplanung aufgehoben. Das gilt auch für das Projekt Wohngebiet am Anger in Großweitzschen. Dieses hätte zwar rein rechtlich realisiert werden können, Baurecht wurde jedoch nie erreicht. Heute sei die Idee endgültig gestorben, sagte Fleischer, der dies allerdings wegen der großen nachfrage nach Wohnraum in seiner gemeinde bedauere.

Auch das in den 1990er Jahren geplante Honda-Autohaus im Gewerbegebiet Mockritz neben der heutigen Agrar-Technik Sachsen verschwindet nun im Aktenschrank – ebenso wie die in der Vorplanung gescheiterte Biogasanlage Wollsdorf.

Von Sebastian Fink

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